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Gala zum JubiläumWilli Ostermann wird wieder lebendig

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Jubiläumsvideo: Willi Ostermann trifft auf JP Weber.

Ein Ausschnitt aus dem Jubiläumsvideo. Willi Ostermann wird darin wieder lebendig und trifft in der Altstadt unter anderem auf JP Weber.

Die Willi-Ostermann-Gesellschaft hat am 150. Geburtstag des Kölner Liedermachers mit einer großen Gala an das Werk des Künstlers erinnert. Auch der 1. FC Köln leistete seinen Beitrag zum Jubiläum.

Willi Ostermann starb bereits vor 90 Jahren, aber sein Name und seine Lieder bleiben in den Herzen der Kölschen unvergessen. Den 150. Geburtstag des Liedermachers feierte die Willi-Ostermann-Gesellschaft (WOG) am Donnerstag (1. Oktober 2026) mit einer Gala in der Wolkenburg. Gleichzeitig war es der Start ins Jubiläumsjahr.

Im festlichen Ambiente, dort, wo die Gesellschaft am 11.11.1967 ihre erste Veranstaltung zum Sessionsstart feierte, standen gleich mehrere Jubiläen im Mittelpunkt: 150. Geburtstag, 90. Todestag und 60-jähriges Bestehen der WOG.

Willi-Ostermann-Gesellschaft feiert mit 300 Gästen in der Wolkenburg

Selten hat man den Präsidenten Ralf Schlegelmilch so emotional erlebt wie an diesem Abend. „Ich bin total angefasst und gestehe, dass ich lieber am 11. im 11. auf dem Heumarkt stehe als heute Abend hier. Ich bin echt nervös und gleichzeitig sehr stolz“, sagte er bei der Begrüßung der 300 Ehrengäste aus Politik, Wirtschaft und Kultur.

In seiner Rede beschrieb Schlegelmilch Ostermann als einen Mann, der Köln etwas „Unbezahlbares hinterlassen hat“ – seine Lieder. „Willi hat Köln und seine Geschichten nicht einfach nur gesungen, er hat in Worte und Melodien gefasst, wie sich Köln anfühlt. Die Freude, wenn wir zusammen sind. Die Sehnsucht, wenn wir weit weg sind, und das Glück, wenn wir wieder nach Hause kommen. 150 Jahre nach seiner Geburt singen Menschen seine Lieder, als hätten sie ihn persönlich gekannt. Das ist vielleicht das größte Geschenk, das ein Künstler erhalten kann – er wird weitergelebt.“

Bei der Gala präsentierte auch FC-Präsident Jörn Stobbe zusammen mit seinem Vorstand das besondere Ostermann-Trikot. „In diesen Tagen, wo Freundschaft, Glück und Zusammenhalt wichtiger denn je sind. Wo wir über Vielfalt nachdenken und wo wir zusammenstehen müssen, ist es uns eine Ehre, als 1. FC Köln an der Seite der Willi-Ostermann-Gesellschaft stehen zu dürfen“, betonte Stobbe.

Der FC-Vorstand überreicht ein Bild von Willi Ostermann im Kölner Trikot.

Der Vorstand des 1. FC Köln überraschte Präsident Ralf Schlegelmilch mit einer Zeichnung von Willi Ostermann im Trikot des Vereins.

Vize-Präsident Dr. Jörg Alvermann ging noch einen Schritt weiter: „Woche für Woche erleben wir in unserem Stadion, was es bedeutet, wenn Menschen zusammenkommen und gemeinsam singen. Ich denke, in diesen wilden Zeiten, kann man viel, viel Schlechteres tun, als zusammenzukommen und gemeinsam Lieder zu singen. In Zeiten, in denen teilweise gespalten wird, in denen ausgegrenzt wird, kann gemeinsames Singen im Stadion helfen. Wenn man in der Sprache des 1. FC Köln reden würde, dann würde man sagen: Willi Ostermann ist der Franz Kremer des kölschen Liedgutes.“

Die Ehrengäste der Ostermann-Gala im FC-Trikot.

Vom FC-Präsidenten Jörn Stobbe (l.) gab es für die Ehrengäste das Ostermann-Trikot. Zusammen stimmten Präsident Ralf Schlegelmilch, Stadtdechant Msgr. Robert Kleine, Oberbürgermeister Torsten Burmester, Bürgermeisterin Teresa De Bellis-Olinger und Festkomitee-Präsident Lutz Schade (v.l.) die FC-Hymne an.

Für seine erste offizielle Rede wurde Festkomitee-Präsident Lutz Schade mit stehenden Ovationen gefeiert. Ausführlich ging er auf Willi Ostermann, die Gesellschaft und die Zukunft des Kölner Karnevals ein. „Willi Ostermann schuf etwas Neues, aber nichts Beliebiges, nichts Austauschbares und schon gar nichts, was einem beliebigen Zeitgeschmack hinterherlief. Sondern etwas, was tief aus dieser Stadt, ihrer Sprache, ihrem Witz und aus ihrer liebevollen Boshaftigkeit stammt. Unverwechselbar im kölschen Ton. Gerade damit zeigt sich, was Tradition bedeutet“, betonte Schade.

Trotz Terminstresses ließ es sich Oberbürgermeister Torsten Burmester nicht nehmen, Kölns größten „Seelenflüsterer“ und der Gesellschaft, die seit 60 Jahren sein Erbe pflegt, zu danken. „Willi Ostermann hat Köln nicht nur besungen, sondern der Stadt in schweren Zeiten geholfen, sich wiederzuerkennen. Er hat unserer Stadt eine Stimme gegeben. Eine Stimme, die lachen, aber auch weinen konnte. Kurz: Er hat das Lebensgefühl dieser Stadt in Worte und Melodien gefasst. Seine Lieder waren gewissermaßen die musikalische Zeitung Kölns.“

Der Vorstand der Willi-Ostermann-Gesellschaft mit Thomas Gebhardt.

Mit der Ernennung zum Ehrenmitglied der Willi-Ostermann-Gesellschaft überraschte Ralf Schlegelmilch Thomas Gebhardt, der die Gesellschaft für die neue Biografie acht Jahre begleitet hat.

Mit der Ernennung zum Ehrenmitglied der Willi-Ostermann-Gesellschaft überraschte Ralf Schlegelmilch Thomas Gebhardt, der die neue Biografie „Willi Ostermann – Heimweh nach Köln“ (erschienen im Emons Verlag) verfasst hat. Musikalisch abgerundet wurde die Gala von Scharmöör, dem Kölner Männergesangsverein, De Kallendresser, sowie JP Weber zusammen mit Michael Kuhl und Band.

Eine besondere Überraschung stellte ein Video dar, das die Produzenten Danny Fischer und Lutz Heineking jr. erstellt hatten. Sie erweckten Ostermann wieder zum Leben. Dieser spazierte zu „Heimweh nach Köln“ durch seine Stadt und traf dabei auch auf JP Weber in der Altstadt. Dargestellt wurde die Legende durch Schauspieler Christian Erichsen.