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Bonner StraßeBauarbeiten für Kölner Nord-Süd-Stadtbahn dauern deutlich länger als geplant

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Die Baustelle für die Nord-Süd-Stadtbahn auf der Bonner Straße

Die Baustelle für die Nord-Süd-Stadtbahn auf der Bonner Straße

Die Suche nach Weltkriegsbomben hat laut der Stadt für erhebliche Verzögerungen bei der Umsetzung des Projekts gesorgt.

Die Bauarbeiten für die Verlängerung der Nord-Süd-Stadtbahn verzögern sich um mindestens ein Jahr. Wie die Stadt Köln am Mittwoch mitteilte, sei die Fertigstellung der Gleise und die Inbetriebnahme der Bahn durch die KVB für das Jahr 2029 angestrebt. Bislang hatte die Stadt als Termin dafür das Frühjahr 2028 genannt. Als Grund für die längere Bauzeit nennt Verkehrsdezernent Ascan Egrerer zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen zum Auffinden von Weltkriegsbomben. Das führe dazu, dass die Aushubarbeiten langsamer vorangehen als das geplant war.

Neue Gas- und Wasserleitungen müssen verlegt werden

Die Arbeiten auf der Großbaustelle haben sich bereits mehrfach verzögert. Da vor dem Bau der Bahntrasse Gas-, Wasser-, Strom-, Fernwärme- und Telekommunikationsleitungen verlegt werden müssen, haben Arbeiter bereits mehrfach Weltkriegsbomben gefunden. Die zuständige Bezirksregierung Düsseldorf veranlasste deshalb weitere Untersuchungen des gesamten Baufeldes.

Im Bereich der Leitungen sind die Arbeiten unterdessen vorangekommen. 235 der insgesamt 263 neuen Sinkkästen zur Straßenentwässerung sind fertiggestellt. Von 3390 Metern geplanter Gasleitungen wurden bislang 3300 Meter neu verlegt. Neue Wasserleitungen konnten bereits in einer Länge von 3380 Metern von geplanten 3460 Metern hergestellt werden.

Insgesamt wurden 20.000 Quadratmeter Asphalt auf der Bonner Straße weitgehend fertiggestellt. Dazu gehören die Fahrbahn auf der Ost- und Westseite zwischen dem ersten Bauabschnitt und dem Raderberggürtel/ Bayenthalgürtel sowie die Ostseite zwischen der Bonner Straße 381-385 und 517-541. Derzeit finden laut der Stadt Erd-und Straßenbauarbeiten im Bereich des vierten Bauabschnittes auf der Ostseite statt. Auf der Westseite werden demnach die Arbeiten in Richtung Süden fortgesetzt. Gleichzeitig erfolgen parallel Straßenbauarbeiten in Richtung Norden, sodass in beide Richtungen gearbeitet wird.

Vor 2033 werden keine Bahnen durchgängig fahren können

Was die neue Gleistrasse anbelangt, hat die Stadt Gleistragplatten an der Kreuzung Marktstraße/Bonner Straße sowie Gleistragplatten und Schienen an der Kreuzung Bonner Straße/Raderberggürtel eingebaut. Insgesamt sind 85 Fahrleitungsmaste auf der Bonner Straße geplant. Bislang wurden zwei davon auf Höhe der Bonner Straße 239 und auf Höhe der Kreuzung Raderberggürtel/Bayenthalgürtel aufgestellt.

Selbst wenn die Gleistrasse auf der Bonner Straße bis 2029 fertig sein sollte, bedeutet das nicht, dass die Nord-Süd-Stadtbahn durchgängig fahren kann. Seit dem Einsturz des Stadtarchivs am 3. März 2009 wird daran gearbeitet, die am Waidmarkt entstandenen Schäden zu beheben und das unterirdische Gleiswechselbauwerk fertigzustellen. Die Stadt Köln und die Baufirmen hatten sich im Jahr 2020 auf einen Vergleich geeinigt und sich bereiterklärt, die Bauarbeiten am Waidmarkt abzuschließen. Es zeichnet sich inzwischen ab, dass die Bahnen voraussichtlich nicht vor dem Jahr 2033 dort fahren können. Erst dann verbinden sie den Hauptbahnhof und die Bonner Straße durchgängig.