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Beratungszentrum in KölnDeutsche Bahn bietet ukrainischen Geflüchteten Chance auf Job

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Beratungszentrum-D

Veronika Korobkina (l.) und andere Frauen aus dem Team des Fußballvereins Kryvbas lassen sich von DB-Vorstand Martin Seiler (2.v.r.) beraten

Köln – Mehr als vier Millionen Menschen sind bereits vor dem Krieg in der Ukraine geflohen. Auch in Köln sind Tausende Geflüchtete ankommen. Viele von ihnen wollen sich nun weiterbilden oder arbeiten. Die Deutsche Bahn (DB) und die Bundesagentur für Arbeit bieten in einem neuen Beratungszentrum am Breslauer Platz, das am Donnerstag vorgestellt wurde, Informationen rund um den Einstieg in einen neuen Beruf an.

Krystyna Hryzohlazowa ist 19 Jahre alt und kann sich noch gut an die ersten Kriegstage erinnern. Am 24. Februar war die Studentin, die in ihrer Heimatstadt Odessa Qualitätsmanagement studiert, um 5 Uhr morgens von einer Kommilitonin im Studentenwohnheim geweckt worden, die zu ihr sagte: „Putin hat uns den Krieg erklärt.“ Sie sei panisch aufgesprungen, habe ihre Sachen gepackt und wollte zu ihrer Familie reisen, die am Stadtrand wohnt. „Doch es war schwer, aus der Stadt rauszukommen.“ Es gab keine Taxis mehr, Busse und Straßenbahnen waren überfüllt. „Die Menschen flohen in Panik.“

„Menschen flohen in Panik”

Schnell war der Familie klar, dass sie aus der Ukraine fliehen musste. Mit einem Bus gelangten sie, ihre Mutter, ihre Schwester und deren beiden Kinder an die polnische Grenze und schließlich nach Köln. Zum Vater, der in Odessa geblieben ist, haben sie Kontakt. Er schildert, wie die Stadt von russischen Truppen beschossen wird und dass im Nachbarhaus kürzlich eine Bombe eingeschlagen sei. In Köln hat Hryzohlazowa Heimweh nach Odessa, studiert digital weiter an der Hochschule. Dennoch will sie sich in Kursen weiterbilden, gerne im Bereich Fotografie, Bildbearbeitung, Journalismus oder Psychologie.

Im neuen Zentrum ließen sich am Donnerstag auch Ukrainerinnen beraten, die mithilfe des 1. FC Köln nach Deutschland gekommen waren. Der Klub hatte unter anderem 40 Fußballerinnen und Betreuende des Vereins Kryvbas aus der zentralukrainischen Stadt Saporischschja, der in der ersten ukrainischen Frauenliga spielt, nach Köln gebracht. Beim FC können die Frauen trainieren und absolvierten Spiele unter anderem gegen den FC Spich und Fortuna Köln. Mit dabei ist auch Veronika Korobkina (19), die in ihrem Team im Mittelfeld spielt. In der Ukraine studiert sie zudem Sport und will einmal Sportlehrerin werden. Eigentlich will sie so schnell wie möglich wieder in die Heimat zurück, Fußball spielen und ihr Studium weiterführen. Im Beratungszentrum will sie sich aber einmal über die Job-Möglichkeiten in Deutschland informieren.

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„Viele der geflüchteten Ukrainerinnen und Ukrainer haben in den zurückliegenden Wochen Schreckliches durchmachen müssen“, sagt Bianca Cristal, Geschäftsführerin der NRW-Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit. „Viele werden schon bald den zweiten Schritt machen und für sich und ihre Kinder Struktur und Normalität zurückgewinnen wollen, indem sie eine Arbeit aufnehmen.“ DB, Jobcenter und Arbeitsagenturen könnten sie auf diesem Weg begleiten. Die neuen Beratungszentren, außer in Köln gibt es weitere in Berlin und Frankfurt, könnten dabei unterstützen.

3000 Jobs bei Deutscher Bahn frei

„Die Schicksale der Ukraine berühren uns zutiefst“ sagt auch Martin Seiler, DB-Vorstand Personal und Recht. Die Deutsche Bahn habe sofort helfen können, indem sie zahlreiche Flüchtlinge nach Deutschland gebracht habe. Täglich transportierten 42 Züge und etwa 300 Busse der Deutschen Bahn Flüchtlinge aus der Ukraine nach Deutschland. Nun müsse man einen Schritt weiter gehen und die Menschen in Arbeit bringen. Die DB biete 500 verschiedene Berufe vom Bauingenieur bis zur IT-Fachkraft an, in 50 Berufen würden Ausbildungen vergeben, permanent seien 3000 Jobs frei. „Wir sind zuversichtlich, dass wir vielen Arbeitssuchenden eine sichere Perspektive bieten können.“

Experten beraten

Experten der DB und der Bundesagentur für Arbeit stehen werktags von 10 bis 13 Uhr für persönliche Gespräche zur Verfügung. Die DB informiert zudem konkret über Jobs, die sie anbieten kann. Die Beratung erfolgt in ukrainischer und russischer Sprache oder mithilfe von Dolmetschern. Eine Anmeldung ist nicht notwendig. Zudem gibt es eine Hotline der Deutschen Bahn (030/29734949), die montags bis freitags von 8 bis 10 zu erreichen ist. Für Fragen zum Arbeitsmarkt steht die Hotline der Bundesagentur für Arbeit unter Telefon 0911/1787915 montags bis donnerstags von 8 bis 16 Uhr zur Verfügung. (ris)

Ob die Frauen, die sich Donnerstag beraten ließen, schnell eine Arbeit finden, ist noch unklar. Generell gelten viele der Ukrainerinnen und Ukrainer als gut ausgebildet. Viele haben einen Hochschulabschluss. Aber noch gibt es auch Hindernisse auf dem Weg zum Job in Köln. Die Geflüchteten müssen sich zunächst als Kriegsflüchtlinge registrieren lassen, damit sie einen Zugang zum Arbeitsmarkt erhalten. Zudem müssen die Qualifikationen aus der Ukraine anerkannt werden und Sprachbarrieren beseitigt werden. DB-Vorstand Seiler ermutigt aber in einem Beratungsgespräch die Frauen, während sie auf die Registrierung warten, schon einmal Sprachkurse zu belegen.