Die Ermittler gehen dem Verdacht nach, der Schwede könne als Auftragsmörder angeheuert worden sein.
Gewalt auf Bestellung?Ermittler nehmen Mann nach Schüssen auf Kölner Rocker in Schweden fest

Ein Unbekannter hatte im Fellmühlenweg in Dellbrück mindestens sechsmal aus einer Maschinenpistole auf das Hells-Angels-Mitglied geschossen.
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Nach den Schüssen auf einen 36-jährigen Mann aus dem Rockermilieu Ende Dezember hat die Polizei vor wenigen Tagen nach Informationen des „Kölner Stadt-Anzeiger“ einen Verdächtigen in Schweden festgenommen. Demnach soll der Mann im Raum Malmö festgesetzt worden sein. Die Ermittler gehen dem Verdacht nach, der Mann könne als Auftragskiller angeheuert worden sein und den Anschlag auf den 36-Jährigen ausgeführt haben.
Offiziell wollen Polizei und Staatsanwaltschaft die Festnahme weder bestätigen noch kommentieren. „Um die sehr sensiblen Ermittlungen nicht zu gefährden, können zum jetzigen Zeitpunkt keine Auskünfte erteilt werden“, sagte Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer.
„Violence as a Service“ breitet sich aus
Der Anschlag ereignete sich am Abend des 22. Dezember in Dellbrück. Ein Unbekannter hatte im Fellmühlenweg mindestens sechsmal mit einer Maschinenpistole auf das Hells-Angels-Mitglied Orhan A. geschossen, als dieser in seinem Auto telefonierte. Der 36-Jährige wurde schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht.
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Zeugen zufolge flüchtete der Täter mit einem silbernen VW Passat vom Tatort. Der als schlank beschriebene Mann soll etwa 1,80 Meter groß sein und eine schwarze Kappe sowie einen schwarzen Pullover getragen haben.
Bereits zwei Monate zuvor hatte die Polizei in Köln einen 17-jährigen Schweden festgenommen. Der Heranwachsende war in einem von ihm angemieteten Zimmer gestellt worden und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll er sich zuvor über soziale Medien gegen Bezahlung als Auftragsmörder angeboten haben, um in Köln einen Menschen zu erschießen. Bei der Festnahme stellte die Polizei eine Schusswaffe samt Munition sicher. Auch in diesem Fall sollen Verbindungen ins Rockermilieu bestanden haben – die Ermittler prüfen auch, ob es sich bei der Zielperson des 17-Jährigen um eben jenen Orhan A. gehandelt haben könnte.
Behörden wie das Bundeskriminalamt beobachten seit Längerem, dass das Phänomen „Violence as a Service“ – also Gewalt auf Bestellung – in der organisierten Kriminalität zunehmend an Bedeutung gewinnt. Dabei lagern Auftraggeber schwere Straftaten an Dritte aus – häufig an Jugendliche oder junge Erwachsene, die für vergleichsweise wenig Geld angeworben werden. Rekrutiert werden sie vor allem über soziale Medien und Messenger-Dienste. Ihnen werde „leichtes Geld“ oder „schnelles Geld“ versprochen, heißt es in einem Europol-Bericht. Die Anwerber ahmen gezielt den Stil von Influencern nach, verwenden jugendtypische Sprache, Slang und Emojis. Für einen Mord, so Europol, zahlen die Hintermänner meist zwischen einigen Tausend und bis zu 20.000 Euro.

