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„Früher größte Baumaschine Europas“Holzkran nach Mittelalter-Vorbild auf dem Roncalliplatz

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21.09.2026 Köln. Auf dem Roncalliplatz wird ein hölzener Kran aufgebaut, wie er zum Bau des Doms benutzt wurde. Offizieller Pressetermin ist wohl am Mittwoch (23.09.2026). Foto: Alexander Schwaiger

Auf dem Roncalliplatz wird ein hölzerner Kran aufgebaut, wie er zum Bau des Doms benutzt wurde. 

Die Nachbildung erinnert an das Bauwerk, das über Jahrhunderte auf dem unvollendeten Südturm des Doms stand. Anlass für die Rückkehr ist die Dreikönigswallfahrt.

Der Kölner Domkran, über Jahrhunderte Symbol für den unvollendeten Dom, kehrt nun als hölzerne Nachbildung zurück. Auf dem Roncalliplatz an der Kathedrale entsteht zurzeit eine halb so große Nachbildung des mittelalterlichen Originals. Anlass für die Rückkehr des historischen Wahrzeichens ist die am Mittwoch beginnende Dreikönigswallfahrt. Am Mittwochvormittag wollen die Zimmerleute das Richtfest für den 15 Meter hohen Kran feiern.

Seit dem Spätmittelalter stand der gewaltige hölzerne Baukran auf dem unvollendeten Südturm des Doms. Bis zum Weiterbau zur Mitte des 19. Jahrhunderts prägte er die Stadtsilhouette und war ein Wahrzeichen Kölns. Entstanden ist der Kran nach Einschätzung von Matthias Deml von der Kölner Dombauhütte wohl bald nach 1360. Damals sei er „eine der größten, wenn nicht sogar die größte Baumaschine Europas“ gewesen, sagte Deml.

Mit dem Kran konnten schwere Werkstücke auf den weiter wachsenden Turm gebracht werden. Als die Arbeiten um 1410 eingestellt wurden, hatte der Südturm 56 bis 58 Meter erreicht, knapp ein Drittel der heutigen Höhe von 157 Metern.

Vom Arbeitsgerät zum Wahrzeichen

Als im September 1842 Preußens König Friedrich Wilhelm IV. den Grundstein für die Vollendung des Doms legte, wurde der alte Baukran dafür noch einmal symbolisch genutzt. Doch neue technische Möglichkeiten ermöglichten inzwischen einen deutlich schnelleren Baufortschritt. Bei der Vollendung der Türme war der alte Kran im Weg; 1868 wurde er abgerissen.

21.09.2026 Köln. Auf dem Roncalliplatz wird ein hölzerner Kran aufgebaut, wie er zum Bau des Doms benutzt wurde. Offizieller Pressetermin ist wohl am Mittwoch (23.09.2026). Foto: Alexander Schwaiger

Bilder vom Kran-Aufbau.

Teile des Kranholzes wurden jedoch laut dem Bericht weiterverarbeitet; es entstanden etwa Möbelstücke, Kreuze, Kranmodelle und andere Erinnerungsstücke an das frühere Kölner Wahrzeichen. Einige Objekte seien bis heute erhalten.

Eintritt frei zur Wallfahrt

Während der Dreikönigswallfahrt müssen Dom-Besucher keinen Eintritt bezahlen. Von Donnerstag bis Sonntag ist Deutschlands bekannteste Kirche damit gratis für jedermann zugänglich – erstmals seit Einführung des Eintrittsgeldes Anfang Juli. Touristen können den Dom aber nur außerhalb der Gottesdienste besichtigen, die werden gerade während der Wallfahrtstage vermehrt gefeiert.

Die Dreikönigswallfahrt ist die zentrale Wallfahrt im Erzbistum Köln. Sie führt an den Dreikönigenschrein im Dom, an dem die Heiligen Drei Könige verehrt werden. Eröffnet wird die Wallfahrt am Mittwochabend bei einer Messe mit dem Berliner Erzbischof Heiner Koch. Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki feiert am Sonntagvormittag einen Gottesdienst. An diesem Tag endet die Wallfahrt mit einem Abendgebet und einer Pilgermesse.

Zwischen Eröffnung und Abschluss der Wallfahrt richten sich zahlreiche Angebote im Dom an bestimmte Zielgruppen. So sind am Donnerstag unter anderem Menschen mit Demenz eingeladen, zum Dreikönigenschrein zu kommen; am Freitag etwa Schülerinnen und Schüler der Erzbischöflichen Schulen und am Samstag Ehejubilare.

Freier Eintritt auch am 3. Oktober

Der Kölner Dom kostet seit dem 1. Juli zwölf Euro Eintritt für Touristen. Es gibt Ermäßigungen und Ausnahmen. So erhalten Kinder bis 13 Jahre immer gratis Zugang. Zudem haben die Kirchenverantwortlichen mehrere Gratis-Tage für alle eingerichtet; etwa den Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober und den Tag der Arbeit am 1. Mai.

Wer einen Gottesdienst im Dom besuchen will, muss das ganze Jahr über keinen Eintritt zahlen. Menschen, die in der Kathedrale beten wollen, können sie kostenfrei über den Nordeingang betreten. Hier haben sie aber nur Zugang zu einem eingegrenzten Bereich. Anfang 2027 will der Dom eine erste Bilanz zum Eintritt vorlegen. (kna)