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Fachoberschule PolizeiReul und Feller überreichen Zeugnisse im Polizeipräsidium Köln

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30.06.2026, Köln: Ministerin Dorothee Feller (Ministerin für Schule und Bildung) und Minister Herbert Reul (Innenminister) besuchen die Zeugnisübergabe an der Fachoberschule der Polizei in Köln im Polizeipräsidium Köln. Foto: Arton Krasniqi

Ministerin Dorothee Feller (Ministerin für Schule und Bildung) und Minister Herbert Reul (Innenminister) besuchen die Zeugnisübergabe an der Fachoberschule der Polizei in Köln im Polizeipräsidium Köln.

Der Ausbildungsgang existiert seit 2023 in Nordrhein-Westfalen und bietet auch Nicht-Abiturienten den Zugang zur Polizei.

„Viele Menschen träumen davon, Polizist oder Polizistin zu werden. Für Sie wird dieser Traum jetzt Wirklichkeit.“ Mit diesen Worten wandte sich Kölns Polizeipräsident Johannes Hermanns am Dienstag an die 58 Absolventen und Absolventinnen der Fachoberschule Polizei (FOS), die in diesem Jahr ihren Abschluss am Berufskolleg an der Lindenstraße gemacht haben. Bei einer Feier im Polizeipräsidium wurden ihnen im Beisein von NRW-Schulministerin Dorothee Feller und NRW-Innenminister Herbert Reul von Alexandra Langner, der stellvertretenden Leiterin des Berufskollegs, die Zeugnisse überreicht. Für besondere Leistungen geehrt wurden Can Rondorf, Vincent Cox und Luca Dissen.

Seit August 2023 nehmen 15 Berufskollegs in NRW am landesweiten Schulversuch „Fachoberschule Polizei“ teil. Der neue Ausbildungsgang, dessen Zweck es ist, auch Nicht-Abiturienten den Zugang zum Polizeivollzugsdienst zu ermöglichen, richtet sich an diejenigen, die einen mittleren Schulabschluss oder die Berechtigung zum Besuch der gymnasialen Oberstufe erreicht haben. Nach Ablauf von zwei Jahren, in denen sich praktische Erfahrungen im Polizeialltag und Theorieunterricht etwa in Recht und Staatslehre ergänzen, erwerben die Schülerinnen und Schüler die Fachhochschulreife.

Zugleich sichern sie sich die vorbehaltliche Zusage, von der Polizei Nordrhein-Westfalen übernommen zu werden, wenn sie das auf den Ausbildungsgang folgende dreijährige Bachelorstudium an der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung beendet haben. Nach aktueller Planung läuft der Schulversuch bis zum Schuljahr 2028/2029.

Großes Interesse am Ausbildungsgang

Von Anfang an sei das Interesse an dem Ausbildungsgang groß gewesen, sagte Ministerin Feller. 2024 und 2025 gingen jeweils um die 4000 Bewerbungen ein. Dem stehen rund 550 Ausbildungsplätze an den 15 Berufskollegs gegenüber. Die aktuelle Bewerbungsphase dauert bis Ende November. Der Bildungsgang werde sich „langfristig positiv auswirken“, sagte Feller. Er erhöhe die Zahl künftiger Polizisten und Polizistinnen, biete jungen Menschen unterschiedlicher Bildungswege einen Karriereeinstieg, stärke die Vielfalt innerhalb der Polizei und ihre Akzeptanz in der Gesellschaft. Was die Polizei leiste, müsse wieder stärker wertgeschätzt werden: „Eine Gesellschaft, die Freiheit und Sicherheit einfordert, muss auch denjenigen den Rücken stärken, die ihr ein Leben in Freiheit und Sicherheit ermöglichen.“

Ähnlich hob Minister Reul die Bedeutung der Polizei für die Demokratie hervor. Die Arbeit für sie sei kein Job wie jeder andere, sondern ein „ein Auftrag für Menschen, die an Regeln glauben, auch dann, wenn andere Menschen die Regeln mit Füßen treten“. Ein Auftrag, der „Haltung“ verlange. Daher gelte: „In dieser Polizei ist kein Platz für Leute, die mit unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung nichts anfangen können, egal ob von rechts oder von links.“ Den Ausbildungsgang nannte Reul eine „Nachwuchswerkstatt“, in der Theorie und Praxis vorbildlich verzahnt würden. Deshalb sagte er an die angehenden Polizisten und Polizistinnen gerichtet: „Sie kennen Klassenraum und Wache, Sie kennen Klausur und Funkgerät, Sie kennen Stundenplan und auch Einsatzplan. Sie wissen, wie sich Herzklopfen anfühlt, wenn die erste Lage über Funk kommt.“

Zu den Absolventen zählt Jonathan Kiel, der an einer Waldorfschule die Mittlere Reife erworben hat. Seit seiner Kindheit interessiere er sich für die Polizei, sagte der 19-Jährige nach der Feier. Die interessantesten Praxiserfahrungen während der Ausbildung habe er im Wachdienst gemacht. „Ich wollte gerne zur Polizei, aber da gab es den Ausbildungsgang noch nicht“, sagte Tobias Kern, 22 Jahre alt. Zunächst machte er eine Lehre zum Werkzeugmechaniker. Dann eröffnete ihm der Schulversuch den gewünschten Berufsweg. Die 18-jährige Hannah Gebhardt sagte auf die Frage nach dem Wunsch, was dem Bachelor folgen soll: „Ich möchte zur Hundestaffel.“ In seiner Gratulationsrede hatte Polizeipräsident Hermanns gesagt: „Ich würde mich auch nach über 45 Dienstjahren ohne zu zögern wieder für diesen Beruf entscheiden. Es ist einfach ein Traumberuf, ein Beruf, der Sinn stiftet.“