Köln – Das ukrainische Außenministerium hat die pro-russische Demonstration in Köln am Wochenende scharf verurteilt. „Es ist inakzeptabel, dass die Farben des Aggressorstaates in der Mitte Europas so zur Schau gestellt werden. Diese Aktion hat mit Meinungsfreiheit nichts zu tun“, teilte Ministeriumssprecher Oleg Nikolenko dem ukrainischen Nachrichtenportal „PRM“ mit.
Die pro-russischen Demonstrationen für den russischen Präsidenten Wladimir Putin hätten mit den „wahren Gefühlen in Deutschland“ nichts zu tun. Neben der Demonstration in Köln verurteilte das Außenministerium auch eine wesentlich größere Kundgebung am Samstag in der tschechischen Hauptstadt Prag.
Köln: Ukrainisches Außenministerium verurteilt pro-russische Demonstration
Die Teilnehmer der Demonstrationen versuchten, den Krieg Russland gegen die Ukraine zu rechtfertigen und die Ehre und Aufrichtigkeit der Ukrainer zu untergraben, sagte Nikolenko weiter. Die Ukrainer würden „unter Einsatz ihres Lebens für die Freiheit in Europa kämpfen.“
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Gleichzeitig betonte Nikolenko auch, dass er wisse, dass die Demonstrierenden keine Mehrheit vertreten würden: „Es besteht kein Zweifel daran, dass die absolute Mehrheit der Deutschen und Tschechen sich mit den Ukrainern solidarisiert, Hunderttausenden von ihnen vorübergehend Unterschlupf gewährt hat, und auch die Ukraine und die Politik ihrer Regierungen gegen die russischen Aggressionen unterstützt.“
Gleichzeitig bekräftigte Nikolenko, dass sein Außenminister Dmytro Kuleba weiterhin die Europäische Union und die G7-Staaten auffordere, keine Visa mehr für russische Bürger auszustellen.
Köln: 800 Demonstrierende machen Stimmung für Wladimir Putin
Am Sonntag hatten rund 800 Demonstrierende in der Kölner Innenstadt am Roncalliplatz eine pro-russische Kundgebung veranstaltet. Dabei wurden russische und deutsche Fahnen geschwenkt, viele richteten ihren Zorn auch gegen eine Impfpflicht oder die Corona-Maßnahmen.
Parallel dazu hatte sich wenige hundert Meter weiter eine Gegendemonstration mit rund 400 Mitgliedern versammelt. Das Bündnis „Köln gegen rechts“ hatte zur Demonstration „gegen Verschwörungsideologien und rechte Propaganda“ aufgerufen. (shh)


