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Spezialist am EigelsteintorBei Rico Eckert dreht sich alles um Rum

Seit 1999 besteht das „Kölner Rum-Kontor“ neben dem Eigelsteintor. Besonders stolz ist Inhaber Rico Eckert auf eine Eigenkreation.

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Ein Mann im schwarzen Shirt und Jeans steht in einem Laden voller Spirituosen-Flaschen. In der Hand hält er eine Flasche.

Seit 2015 ist Rico Eckert Inhaber des Kölner Rum-Kontors. Hunderte Rum-Sorten und weitere Spirituosen hat er im Sortiment.

Die 13 Fässer, die in den Räumlichkeiten des Kölner Rum-Kontors auf dem Boden verteilt stehen, fallen einem sofort auf – doch anders, als man zunächst denken könnte, handelt es sich bei ihnen nicht um bloße Dekoration. Hierin befinden sich die offenen Rum-Sorten, die vor Ort verkostet werden können. „Wie sich ein Rum entwickelt, hängt auch von dem verwendeten Fassholz ab“, erläutert Inhaber Rico Eckert. Während etwa ein Fass, in dem Madeira-Likörwein gelagert wurde, für eine süßlich-bekömmliche Note der späteren Kreation sorgt, bringt ein Portwein-Fass deutlich schärfere Noten. „Das Schärfegefühl ist oft subjektiv. Es kann sein, dass ein 54-prozentiger Rum viel milder erscheint als einer mit 45 Prozent Alkohol.“

Fässer in verschiedenen Größen und Holzarten ruhen auf Holzkonstruktionen im Kölner Rum Kontor.

Viele Fässer mit besonderen Rum-Sorten gibt es in dem Spirituosengeschäft am Eigelstein.

Das „Kölner Rum-Kontor“, ein Fachgeschäft rund um die tropische Spirituose aus Zuckerrohr-Melasse, besteht bereits seit 1999; im Jahr 2015 übernahm der jetzige Betreiber den hübschen, stuckverzierten Laden an der Lübecker Straße 6, ein paar Schritte von der Eigelsteintorburg entfernt. „Ich war froh, den Laden damals übernehmen zu können“, erinnert er sich. „Der Vorbesitzer meinte, hier würden nur noch Dönerbuden oder Wettbüros laufen. Ich jedoch wollte den Laden retten und zugleich den Gegenbeweis antreten.“

Ein Rum für das Rüdenstein-Denkmal

Rund 800 bis 900 Rum-Sorten, Herkunft, Geschmack und Besonderheiten detailliert per Schild erläutert, führt sein Laden; im Randsortiment außerdem weitere Spirituosen wie Gin, Wodka, Tequila, Cognac, Whisk(e)y oder Obstbrände. Auf eine selbstentwickelte Sorte ist Eckert besonders stolz: den auf 98 Flaschen limitierten „Rüdenstein-Rum“, benannt nach einem Denkmal im nördlichen Bergischen Land, genau an der Stadtgrenze zwischen Solingen und Leichlingen. In dieses Gebiet führte ihn 1990, als er zur Wendezeit ins Rheinland – nach Leverkusen – kam, einer seiner ersten Spaziergänge in der neuen Heimat.

Das Denkmal, das 2027 sein 100-jähriges Bestehen feiert, nimmt Bezug auf eine Sage aus dem 15. Jahrhundert: Damals soll ein Hund einen jungen Adligen aus dem Herzogtum Berg gerettet haben, der bei einer Jagd vom Pferd gefallen war und verletzt liegenblieb. Weil der Hund aufgeregt bellend hinter der übrigen Jagdgesellschaft herlief, wurde diese darauf aufmerksam, dass etwas nicht stimmte. Die Gruppe kehrte um, sodass der junge Herzog gerettet werden konnte. Ein Foto des Hundedenkmals von Rüdenstein ziert jede der Flaschen.

Eckerts Kreation gewann Goldmedaille

Den in den Flaschen abgefüllten Rum, 2017 aus nicaraguanischer Bio-Melasse destilliert, hatte er im Vorjahr von einer vor der Schließung stehenden Destille in Windeck übernommen, das früher dem Bergischen Land zugerechnet wurde. Per Lagerung in einem Madeira- sowie in einem Tawny-Portwein-Fass gab er dem 44-prozentigen bergischen Themen-Rum den letzten Schliff. Bei den London Tasting Awards 2026 gab es für die Kreation eine Goldmedaille.

Für den Laden kommen Rum-Liebhaber aus einem weiten Umkreis her angereist. Regelmäßig bietet er Verkostungen an – und hilft Neulingen bei einem ausgiebigen „Rumprobieren“ gerne dabei, ihren Favoriten zu entdecken.


Kölner Rum-Kontor, Lübecker Straße 6, geöffnet dienstags bis freitags 10 bis 19 Uhr, samstags 11 bis 16 Uhr, Telefon 139 3390,www.koelner-rumkontor.de