Nach einem Brand mit zwei Toten im Kölner Severins-Viertel 2018 sucht die Polizei nun nach einem Komplizen des Hauptverdächtigen.
Acht Jahre nach BrandstiftungNeue Erkenntnisse zu tödlichem Feuer in Köln – Hatte der Brandstifter einen Komplizen?

Nach dem Hinweis eines Zeugen wurde 2025 ein Tatverdächtiger festgenommen, der 2018 einen Brand gelegt haben soll. Nun sucht die Polizei noch eine Person.
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Auf den Tag genau sieben Jahre nach dem verheerenden Brand in der Kölner Südstadt, bei dem zwei Menschen starben, hat die Polizei am 24. Oktober 2025 den mutmaßlichen Täter festgenommen. Neue Erkenntnisse deuten nun darauf hin, dass der 31 Jahre alte Mann einen Komplizen hatte. Das teilten Staatsanwaltschaft und Polizei mit.
Demnach soll der Komplize am Tatabend im Herbst 2018 in der Nähe des Mehrfamilienhauses „An St. Magdalenen“ Brandbeschleuniger und weitere Hilfsmittel an den 31-Jährigen übergeben haben.
Dieser soll sich anschließend gewaltsam Zutritt zur Wohnung seiner damaligen Freundin in der ersten Etage des Mehrfamilienhauses verschafft haben. Während die Frau bei der Arbeit war, soll er gegen 17.45 Uhr das Feuer gelegt haben. In Windeseile breitete es sich von der ersten Etage bis unter das Dach des viereinhalbgeschossigen Gebäudes aus.
Kripo Köln veröffentlicht Zeugenaufruf
Infolge des Brandes starben eine 66 Jahre alte Frau und ein 68 Jahre alter Mann aus Bulgarien. Das Ehepaar war offenbar seit einigen Tagen bei seiner Tochter zu Besuch, die als Mieterin in der dritten Etage lebte. Mehrere Menschen erlitten schwere Rauchgasvergiftungen. Das Gebäude wurde durch den Brand vollständig zerstört.
Zwei der insgesamt 19 Bewohner konnten sich auf das Dach retten; die Feuerwehr brachte sie über eine Drehleiter in Sicherheit. Einen weiteren Menschen retteten die Einsatzkräfte durch das Treppenhaus, einen vierten holten sie aus einem Fenster im dritten Obergeschoss. Brandspezialisten der Kölner Polizei stellten fest, dass die Tür zur Brandwohnung gewaltsam geöffnet worden war.
Der entscheidende Hinweis auf den mutmaßlichen Täter kam fast sieben Jahre nach der Tat, nachdem der Fall am 17. September 2025 in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY … ungelöst“ vorgestellt worden war. Daraufhin meldete sich ein Bekannter des Beschuldigten bei der Staatsanwaltschaft. Er gab an, dass der 31-Jährige mit ihm über die Tat gesprochen und sich dabei selbst belastet habe. Gegen den Mann habe es zwar bereits in der Vergangenheit Verdachtsmomente gegeben, die Beweislage habe jedoch nicht für einen Haftbefehl ausgereicht.
Aktuell sitzt der Mann wegen älterer Verkehrs- und Körperverletzungsdelikte in Haft, wie Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer mitteilte. „Erst im Anschluss wird die Untersuchungshaft gegen ihn wegen der ihm hier zur Last gelegten Tat weiter vollzogen.“ Der Mann bestreitet, die Tat begangen zu haben.
Die Ermittler suchen nun nach dem mutmaßlichen Komplizen und fragen: Wer hat am Nachmittag des 24. Oktober 2018 im Bereich „An St. Magdalenen/Karthäusergasse“ Personen mit entsprechenden Behältnissen gesehen oder im Umfeld einer Person Benzingeruch wahrgenommen? Wer hat Informationen, die der Polizei bislang nicht vorliegen, für die Aufklärung der Tat aber von Bedeutung sein könnten?
Hinweise nehmen die Ermittler des Kriminalkommissariats 15 unter der Rufnummer 0221 229-0 oder per E-Mail an poststelle.koeln@polizei.nrw.de entgegen.
