Die Polizei hat zwei Männer festgenommen, die an einer tödlichen Brandstiftung von 2018 beteiligt gewesen sein sollen. Es sind nicht die ersten Verhaftungen in dem Fall.
Brandstiftung im Kölner SeverinsviertelPolizei nimmt zwei weitere Männer nach tödlichem Feuer von 2018 fest

24.10.2018, Nordrhein-Westfalen, Köln: Feuerwehrleute löschen eine Wohnungsbrand in der Südstadt. Bei dem Brand sind zwei Menschen ums Leben gekommen.
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Fast acht Jahre nach dem verheerenden Brand in der Kölner Südstadt, bei dem zwei Menschen starben, ist der Fall nun wohl endgültig aufgeklärt: Am Dienstag haben Ermittler zwei Tatverdächtige festgenommen. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten, wurden ein 31 und ein 46 Jahre alter Mann in Gewahrsam genommen – gegen beide liegen Haftbefehle vor. Sie sollen bei der Brandstiftung als Komplizen fungiert haben.
Schon am 24. Oktober 2025, auf den Tag genau sieben Jahre nach dem verheerenden Brand, hatten die Ermittler den 31-jährigen mutmaßlichen Täter festgenommen. Er soll sich gewaltsam Zutritt zur Wohnung seiner damaligen Freundin in einem Mehrfamilienhaus „An St. Magdalenen“ im ersten Obergeschoss verschafft und das Feuer gegen 17.45 Uhr gelegt haben – während die Frau bei der Arbeit war. Die Flammen breiteten sich schnell vom ersten Stockwerk bis unter das Dach des viereinhalb Etagen hohen Gebäudes aus. Das Haus wurde vollständig zerstört.
Ermittlungen nach Sendung bei „Aktenzeichen XY“
Eine 66-jährige Frau und ihr 68-jähriger Mann starben. Das Ehepaar hatte seine Tochter besucht, die im dritten Obergeschoss wohnte – offenbar waren sie erst wenige Tage zuvor angereist. Mehrere weitere Bewohner erlitten schwere Rauchgasvergiftungen. Zwei der insgesamt 19 Bewohner konnten sich auf das Dach retten; die Feuerwehr brachte sie über eine Drehleiter in Sicherheit. Einen weiteren Menschen retteten die Einsatzkräfte durch das Treppenhaus, einen vierten holten sie aus einem Fenster im dritten Obergeschoss.
Brandspezialisten der Kölner Polizei stellten damals fest, dass die Tür der betroffenen Wohnung gewaltsam geöffnet worden war. Der entscheidende Hinweis auf den mutmaßlichen Täter kam fast sieben Jahre nach der Tat, nachdem der Fall am 17. September 2025 in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY … ungelöst“ vorgestellt worden war.
Gegen den Mann hatte es zwar bereits in der Vergangenheit Verdachtsmomente gegeben, die Beweislage hat jedoch nicht für einen Haftbefehl ausgereicht. Zuletzt saß er bereits wegen älterer Verkehrs- und Körperverletzungsdelikte in Haft. Der Mann bestreitet, die Tat begangen zu haben.
Haftbefehle wegen Mordverdachts und Beihilfe
Weitere Ermittlungen ergaben dann Hinweise darauf, dass er nicht allein gehandelt hatte. Im März dieses Jahres wandten sich die Behörden erneut an die Öffentlichkeit und fahndeten nach einem mutmaßlichen Komplizen.
Nun nahmen die Ermittler gleich zwei weitere Tatverdächtige fest: Der 46-Jährige soll dem 31-Jährigen vor der Tat Brandbeschleuniger und weitere Hilfsmittel übergeben haben. Gegen ihn wurde Haftbefehl wegen Beihilfe erlassen. Gegen den 31-Jährigen lautet der Haftbefehl unter anderem auf Verdacht des gemeinschaftlichen Mordes – er soll unmittelbar an der Brandstiftung beteiligt gewesen sein.
Zuvor durchsuchten die Ermittler mehrere Wohnungen in Mülheim, der Innenstadt und in Frechen – Adressen, die den Beschuldigten sowie weiteren Zeugen zugeordnet werden. Da Hinweise vorlagen, wonach Beweismittel vergraben sein könnten, kamen bei der Durchsuchung in Frechen ein Datenspeicherspürhund sowie eine technische Einsatzeinheit zum Einsatz. Die Ermittler stellten knapp 20 Mobiltelefone sicher, die nun ausgewertet werden, wie die Ermittlungsbehörden weiter mitteilten.
