Das Südstadt-Label Lanius ist ein Familienunternehmen, in dem Gründerin Claudia Lanius seit 2013 mit ihrer Tochter zusammenarbeitet.
Made in KölnMutter-Tochter-Gespann entwickelt nachhaltige Mode aus der Südstadt

Mutter-Tochter-Gespann aus der Südstadt: Claudia Lanius und Annabelle Homann kreieren Mode.
Copyright: Sandra Milden
Nachhaltige Mode, stets hochwertige Qualität und ein soziales Bewusstsein. Die Säulen umschreiben das Modelabel Lanius, das Claudia Lanius 1999 in der Südstadt gründete. Damals hat sie ganz klein in der Merowinger Straße, mit fünf Mitarbeiterinnen als „Lanius Köln“ angefangen. „Die Stadt im Namen war mir als Kölnerin wichtig“, erzählt die Geschäftsfrau. Seit 2013 ist Tochter Annabelle Homann mit ins Unternehmen eingestiegen. Zwei Generationen machen ein Erfolgserlebnis – Alt lernt von Jung und umgekehrt.
„Wenn mehrere Generationen in der Unternehmensführung sind, hat man das Neue noch besser im Blick“, sagt Homann. In der gemeinsamen Arbeit haben die beiden an der Spitze gelernt, dass ein gewisser Altersunterschied die Interessen besser verstehen lässt.
Mutter und Tochter führen das Label im Doppelpack
Lanius: „Das ist uns super gelungen. Ich bin die jetzige Zielgruppe, Annabelle präsentiert die Zukünftige.“ Eingestiegen ist ihre Tochter quasi direkt nach dem Abitur 2013, parallel zum dualen Studium an der Alanus Hochschule. Lanius lernte von der Pike auf, kommt vom Produkt. Ihre Tochter näherte sich von der anderen Seite. „Marketing ist einfach mein Ding“, sagt die 33-Jährige. Sie ist eine Unternehmertochter von der ersten Sekunde an. „Das merkt man an ihrer Disziplin und wie unternehmerisch sie denkt“, sagt die Mutter, die 2006 in die Hinterhöfe an der Rolandstraße zog, wo mittlerweile auf 700 Quadratmetern Ateliers und Büros untergebracht sind. Zwei Kampagnen werden pro Jahr erarbeitet. Immer voran steht die Frage: „Was wollen wir mit der Kollektion zum Ausdruck bringen?“ Lanius: „Wir sind eben ein Mode- und auch ein Fashionbrand.“
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Mit Tochter Annabelle kam der Onlinehandel hinzu, der heute 30 Prozent des Unternehmensumsatzes ausmacht. Homann hat dabei die neue Generation im Auge und ist mehr strategisch unterwegs. Auf der Onlineplattform wird neben der Mode viel Qualität und Wissen transportiert. Lanius: „Das ist unser Herzstück“.
Bei der Arbeit ist ihre Mutter Claudia und nicht „Mama“. Die Tochter hat auch aus Lanius Köln einfach Lanius kreiert. „Go big, go bigger“, so die Tochter. Neben dem Hauptsitz in der Südstadt hat Lanius vier Geschäfte und arbeitet mit 400 Retail-Kunden, vorwiegend inhabergeführten Läden in der Dachregion, aber auch in Europa, und acht Agenturen zusammen.
Frauen prägen das Unternehmen – und die Branche
2017 kam mit Christian Rühl als Chefdesigner der erste von heute insgesamt drei Männern ins Unternehmen. Heute beschäftigt das Unternehmen 55 Frauen, einige sind ehemalige Praktikanten, die heute als Säulen des Unternehmens geachtet werden.
Generell sind in der herstellenden Textilbranche meist Frauen tätig. „Es liegt auch an der Ausstrahlung, gerade in der Mode, denn wir arbeiten mit Produkten, mit denen sich Frauen identifizieren können“, erklärt Homann und dass Frauen „einfach multitaskingfähig sind und eine Hands-on-Mentalität“ haben. „Wir machen am liebsten alles selbst und müssen eher lernen, abzugeben“, sagt die Mutter eines zweijährigen Sohnes.
Lanius hat in den Anfängen die Kartons noch geschleppt, den Lkw gefahren und Messen aufgebaut. „Wir haben sprichwörtlich die Ärmel hochgekrempelt und tatkräftig mit angepackt.“ Ein Erfolgsrezept, das ihre Tochter in eine moderne Übersetzung bringt, in dem sie nicht nur die nachhaltige Entwicklung vorantreibt. „Mir war wichtig, das gesamte Team miteinzubeziehen.“ Auch kleine Dinge sind ihr neben dem Produkt wichtig. Die Aufteilung an der Spitze funktioniert. Gestaltung ist Annabelles Ding, Lanius steht für das Produkt.
Reibereien gibt es selten. Homann: „Wir können absolut ehrlich miteinander sein und offen Kritik aussprechen. Oftmals scheitert es an Anerkennungsthemen, auf Augenhöhe arbeiten zu können.“ Auch wenn das Erfolgsrezept funktioniert, ist es für Lanius das größte Geschenk, mit ihrer Tochter arbeiten zu können. „Ich freue mich, wenn Annabelle Erfolg hat. Es ist das einhundertprozentige Vertrauen.“
Mittlerweile arbeitet das Modelabel aus der Südstadt in neun Ländern mit über 20 Produktionsstätten und geht mit dem Zeitgeist. Das Ziel bleibt in der DNA verankert: Immer weiter nachhaltig, hochwertig und sozial denken.

