„Bunt im Block“CDU will Südstadt-Straßenfest stoppen

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Das Straßenfest Längste Desch zieht jährlich tausende Besucher ins Severinsviertel.

Innenstadt – Das für Sonntag, 27. Mai, in der Südstadt geplante Straßenfest „Bunt im Block“ spaltet nun auch die Politik. Während Bezirksbürgermeister Andreas Hupke (Grüne) zum Dialog am Montag einlädt (19.30 Uhr in der Maternuskirche, Siegfriedstraße), kritisiert sein Stellvertreter Günter Leitner von der CDU das geplante Fest und Hupkes Initiative.

Seine Fraktion fordert in einer Presseerklärung, die Vorbereitungen für „Bunt im Block“ „sofort zu stoppen“. Die Grünen-Fraktion wiederum wirft den Konservativen vor, „Öl ins Feuer zu gießen“. Ihre Argumentation sei polemisch und „völlig überzogen“. Die SPD-Fraktion ist laut Tim Cremer, ebenfalls Stellvertreter Hupkes, noch unentschlossen.

Zwischen den Organisatoren des Nachbarschaftsfestes und einer Gruppe von Kritikern gibt es seit Monaten heftigen Streit. Beide Seiten sammeln Unterschriften, deren Einfluss auf die Genehmigung aber untergeordnet sein wird. Der Erfolg des beim Ordnungsamt eingereichten Antrags zur „unkommerziellen Nutzung“ der Straßen zwischen Ubierring, Rheinufer und Bonner Straße wird wohl maßgeblich von einem Votum der Bezirksvertreter im April abhängen. Und das dürfte kaum einstimmig fallen.

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Worum geht es?

Die Kritiker sehen in dem Nachbarschaftsfest, für das die meisten Straßen im betroffenen Block gesperrt werden, Ausdruck einer „Kommerzialisierung des öffentlichen Raumes“. Die Veranstalter beteuern dagegen den unkommerziellen Charakter ihres Anliegens. Sie unterscheiden sich mit ihrem Konzept deutlich von anderen Straßenfesten wie dem am 9. und 10. Juni geplanten „Südstadtfest“ der Händler auf der Bonner Straße oder dem „Längste Desch vun Kölle“ auf der Severinstraße.

So verlangen sie etwa keine Standgebühren und beziehen die Anwohner in die Organisation ein. Umstritten ist aber ihr Bemühen, die Unkosten zum Teil durch Sponsoren decken zu wollen, die im Gegenzug auf dem Fest werben dürfen. Die Kritiker sehen darin eine „Vermarktung der Südstadt“. Zudem liege der Termin zu dicht an anderen Festen.

Das Programm von „Bunt im Block“ besteht – von den Ständen der Sponsoren und einem abgegrenzten Bereich für „Streetfood“ abgesehen – aus Initiativen von Anwohnern. Bislang sind 20 Aktionen angekündigt, darunter ein Tischtennisturnier, eine Kunstausstellung, Yoga im Park und ein Tag der Offenen Tür im Seniorenzentrum Herz Jesu. Um 20 Uhr soll das Fest enden. Große Musikbühnen sind nicht geplant.

Keine „Sauf- und Grölmeile“

Die Kritiker bringen das Fest in Verbindung mit den Karnevalsexzessen vom 11.11. des Vorjahres. Über einer Kampagnenseite im Internet, die sich gegen „Bunt im Block“ richtet, prangt ein Bild, das am Tag der Sessionseröffnung aufgenommen wurde und Wildpinkler an der Severinstorburg zeigt.

Die Organisatoren von „Bunt im Block“ weisen darauf hin, dass sie auf Forderungen wie mehr Transparenz bei der Finanzierung reagiert hätten und mitnichten – wie auf der Kampagnenseite formuliert – eine „Sauf- und Grölmeile“ planten. Am 25. März, 15 Uhr, laden sie erneut zum Austausch ein auf dem Gelände des Bauspielplatzes im Friedenspark.

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