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„Abtreiben macht frei”-Schaufenster Kölner Polizei ermittelt gegen Buchladen-Inhaber

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Die Marienbuchhandlung an der Pipinstraße

Köln-Innenstadt – In der Kölner Innenstadt sorgt derzeit eine Schaufenster-Dekoration für Aufsehen und Empörung in den sozialen Netzwerken. In der Marienbuchhandlung an der Pipinstraße ist das Schaufenster mit dem Bild des Wiesbadener Südfriedhofs und der Überschrift „Kindermord.org: Abtreiben macht frei" versehen – in Anlehnung an die Aufschrift „Arbeit macht frei“ über dem Tor des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau.

Das Rheinische antifaschistische Bündnis gegen Antisemitismus bezieht in einem Facebook-Post scharf Stellung, sieht in dem Schaufenster-Motiv eine Relativierung des Holocausts. Die Kölner Staatsanwaltschaft und die Polizei prüfen derzeit, ob eine Straftat vorliegt – und gegebenenfalls welche. Oberstaatsanwalt Ulf Willuhn: „Infrage käme zum Beispiel der Straftatbestand der Volksverhetzung in Form einer Verharmlosung des Holocaust.“ Ob die Voraussetzungen dafür vorliegen, werde derzeit untersucht. Der Buchladen-Inhaber konnte für eine Stellungnahme nicht erreicht werden.

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Die Initiative „Demo für alle” spricht sich unter anderem gegen gleichgeschlechtliche Ehen aus und kritisiert den „Gender-Wahnsinn”. Erst jüngst hatte sie mit einem Bus auf dem Breslauer Platz Station gemacht, um zu demonstrieren, was Hunderte Gegner der Initiative zur Gegendemonstration bewog.

Das Motiv sei auch schon bei AfD-Abgeordneten gesehen worden.

Militante Abtreibungsgegner

Hinter der Seite „Kindermord.org" stecken militante Abtreibungsgegner, die von „mehreren hunderttausend Kindern, die vor der Geburt ermordet" wurden, sprechen. Die Aktion wird auch von der „Deutsche Zentrumspartei” unterstützt, die immer wieder mit ähnlichen Aktionen auf sich aufmerksam macht: Eine Einladung der Zentrumspartei zu einer „interreligiösen Trauerfeier“ für abgetriebene Kinder stieß im Juni auf Kritik des Erzbistums Köln. „Mit Nachdruck“ distanzierte sich die Erzdiözese von der „falschen Behauptung“ auf dem Einladungsschreiben, Kölns Kardinal Rainer Maria Woelki nehme an der Veranstaltung im Juli in Wiesbaden teil. Das Erzbistum prüfe derzeit juristische Schritte.

Die Einladung war an Bundestagsabgeordnete versandt worden. Beigefügt ist ein Flyer, der unter anderem von „Kinderschlachtung im Akkord“, „Kindermordindustrie“und „Babyzid“ spricht. Auch darauf war das Foto des Wiesbadener Südfriedhofs mit dem Schriftzug „Abtreiben macht frei“ zu sehen. (mit kna)