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Anlaufstelle am NeumarktSt. Aposteln stellt Hilfsangebote für Menschen in Not vor

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Außenansicht der Kirche St. Aposteln in der Innenstadt.

Direkt neben der Basilika hat die Kirchengemeinde eine Anlaufstelle für Menschen in schwierigen Lebenslagen geschaffen. 

Ehrenamtliche bieten am Neumarkt niedrigschwellige Hilfen wie Lebensmittel, Kleidung, Beratung und soziale Angebote an.

Lebensmittel, Kleider, Beratung oder einfach nur einen Kaffee – direkt neben der Basilika St. Aposteln finden Menschen in schwierigen Lebenslagen ein breites Hilfsangebot. Der katholische Kirchengemeindeverband Köln-Mitte hat hier gemeinsam mit dem Caritasverband für die Stadt Köln und dem Seniorennetzwerk Altstadt-Süd einen Ort geschaffen, an dem Menschen in Not niedrigschwellig Unterstützung erhalten.

Obdachlosigkeit und Altersarmut: Hilfsangebote an St. Aposteln

„Wir nehmen natürlich die Situation der Menschen am Neumarkt wahr und auch das Elend, das zum Teil in den Wohnungen hier rundherum zu finden ist“, sagt Dominik Meiering, Domkapitular und leitender Pfarrer der Kölner Innenstadtgemeinden, bei der Vorstellung des Projekts. „Wir fühlen uns deshalb schon seit vielen Jahren zuständig, auch die Situation der Benachteiligten in unserer Gesellschaft in den Blick zu nehmen.“

Jeden Dienstagnachmittag organisieren Ehrenamtliche hier bereits seit mehreren Jahren eine Essensausgabe und eine Kleiderabgabe. Das Angebot nutzen dabei nicht nur Menschen, die auf der Straße leben. „Es gibt hier viele Leute, die am Existenzminimum leben und nicht das Notwendige haben, um auszukommen“, sagt Meiering.

Zu der Kleider- und Essensausgabe sind im Mai vergangenen Jahres auch eine Sozialberatung, ein offener Treff und Angebote des Seniorennetzwerkes hinzugekommen. Alle Angebote werden ausschließlich durch Spenden finanziert. Zudem engagieren sich insgesamt etwa 25 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer.

Aula von St. Aposteln wird zum offenen Treff

In der Aula von St. Aposteln, in der normalerweise Vorträge, Konzerte oder Filmvorführungen veranstaltet werden, findet jeden Donnerstagnachmittag ein offener Treff statt. Das Angebot ist bewusst niedrigschwellig gehalten: „Wir bieten hier einen Ort, an dem Menschen sich einfach aufhalten können“, sagt Pastoralreferent Stefan Burtscher, der das Angebot betreut. „Viele Menschen, die gerade wohnungslos sind, sind den ganzen Tag unterwegs. Hier können sie einfach mal zwei Stunden sitzen, ein Brötchen essen, mal ein Handy aufladen oder eine saubere Toilette finden“, so Burtscher.

Etwa 35 Personen gehören mittlerweile zu den Stammgästen und kommen jede Woche zum offenen Treff, sagt Burtscher. Ab Mitte des Monats steige die Zahl – dann kämen vermehrt auch ältere Leute, bei denen das Geld nicht mehr reiche. „Die Menschen vom Neumarkt schaffen es oftmals nicht hierher“, so Burtscher. Zu einer bestimmten Uhrzeit an einem bestimmten Ort zu sein, sei für viele schon eine große Herausforderung. In seiner Rolle als Obdachlosenseelsorger sei er deshalb auch häufig in der Stadt unterwegs und lade die Leute direkt ein. „Manchmal gelingt’s, manchmal bringe ich dann einen Kaffee vorbei.“

Eine kostenlose Sozialberatung bietet Carola Steinke, Leiterin des Caritas-Lotsenpunkts St. Aposteln, an. Auch hier lautet das Motto: „Jeder kann kommen, der Hilfe oder Unterstützung braucht.“ In der Beratung werden dann gemeinsam Lösungswege erarbeitet. Etwa 70 Prozent der Menschen, die in die Sozialberatung kommen, seien Menschen mit Zuwanderungsgeschichte, sagt Steinke. Wenn in der Beratung vor Ort keine direkte Lösung gefunden werden könne, helfe sie bei der Vermittlung an Fachstellen wie den Fachdienst für Integration und Migration, die Schuldnerberatung oder die Obdachlosenhilfe.