Abo

„Intensivste Rolle meines Lebens“Mrs. Doubtfire besucht den Kölner Dom

3 min
Das Bild zeigt Thomas Hohler als Mrs. Doubtfire verkleidet vor dem Kölner Dom.

Zum Verwechseln ähnlich: In voller Kostümierung und mit Maske sieht Thomas Hohler aus wie Robin Williams, als dieser 1993 in die Rolle der Mrs. Doubtfire schlüpfte.

Das gleichnamige Musical läuft seit zwei Monaten in Düsseldorf. Hauptdarsteller Thomas Hohler über Herausforderungen und Besonderheiten der Produktion.

Als „Mrs. Doubtfire – Das stachelige Kindermädchen“ 1993 in die deutschen Kinos kam, war der Film umgehend ein kommerzieller Erfolg. Allein im Erscheinungsjahr sahen 5,5 Millionen Deutsche die emotionale Komödie. Seit November 2025 ist sie nun auch als Musical im Düsseldorfer „Capitol Thetaer“ zu sehen. Nach gut zwei Monaten, in denen das Stück acht Mal pro Woche aufgeführt wurde, besucht Hauptdarsteller Thomas Hohler am Freitagmorgen den Kölner Dom. Dort gibt er einen Einblick in das Geschehen hinter den Kulissen.

Vom Broadway nach Düsseldorf

„Normalerweise dauert die Vorbereitung auf eine Rolle zwei Monate. Für Mrs. Doubtfire habe ich mich auf diese eigentliche Vorbereitung drei Monate vor-vorbereitet“, sagt Hohler, während ihn seine blaue Strickjacke, der klobige Staubsauger und die täuschend echte Silikonmaske unverkennbar in das schottische Kindermädchen verwandeln. Ein Grund für die außergewöhnlich herausfordernde Vorbereitung ist, dass Hohler gleich zwei Rollen spielt, und diese wohl kaum gegensätzlicher sein könnten. Denn die charmante Mrs. Doubtfire ist nur das Alter Ego des fiktiven Schauspielers und Stimmenimitators Daniel Hillard. Dieses legt er sich zu, um den Kontakt zu seinen Kindern zu wahren, nachdem er das Sorgerecht für sie verloren hat.

„Dabei sind beide Figuren auf ihre eigene Art Multitalente“, so der Schauspieler. Tango tanzen, verschiedenste Musikstile zum Besten geben, Stimmen imitieren und „immer noch einen draufsetzen – und zwar in Höchstgeschwindigkeit“: Das Stück fordere Hohler, der unter anderem schon in „Les Misérables“, „3 Musketiere“ und „Robin Hood“ spielte, wie kein zweites heraus. „Es ist die intensivste Rolle meines Lebens.“ Allerdings auch eine ihn erfüllende: „Allein mich in dieser Maske zu sehen, ist ein irres Gefühl. Und dann reihen sich in der Geschichte die urkomischen Momente an die tief emotionalen. Lachtränen und Tränen der Ergriffenheit wechseln sich dauernd ab.“ Das halte die über drei Jahrzehnte alte Geschichte zeitlos.

Das Bild zeigt Mrs. Doubtfire mit Handtasche und Staubsauger vor dem Kölner Dom.

Die Accessoires Staubsauger, Besen und Handtasche begleiten Mrs. Doubtfire normalerweise auf der Bühne in Düsseldorf – am Freitagmorgen hat sie Hauptdarsteller Thomas Hohler zum Dom mitgenommen.

Auch die Übersetzung des Musicals trägt zur Verkomplizierung bei: Die in Düsseldorf gezeigte Produktion ist die erste deutschsprachige Version des Musicals, das zuvor in englischer Sprache bereits am Broadway und in London aufgeführt wurde. „Ich kenne kein anderes Stück mit so hoher Pointendichte. Damit die aber noch funktionieren, mussten wir in die Übersetzung besonders viel Arbeit investieren“, erklärt Hohler.

„Wie Hochleistungssport“

Fünf bis sechs Aufführungen pro Woche übernimmt Hohler selbst, in zwei bis drei wird er von seinem Kollegen Dustin Smailes vertreten. Um über Monate hinweg täglich eine konstante Leistung zu zeigen, hat Hohler einen festen Ernährungs- und Schlafplan: „Dadurch kann ich steuern, wann ich welche Leistung abrufen kann. Das ist wie im Hochleistungssport.“ Besonders nötig ist das, weil Hohler seinem Daniel Hillard eine außergewöhnlich energetische Seite gibt: „Ich interpretiere Daniel als ein Bündel nicht endender Energie, das die Erwartungen immer noch übertreffen soll.“

Mrs. Doubtfire läuft noch bis zum 12. April 2026. Tickets gibt es auf der Webseite des Capitol Theaters.