Seit ihrer Einweihung 1894 waren schon viele berühmte Persönlichkeiten in der Kirche, unter anderem Albert Schweitzer und Annie Lennox.
Köln früher und heuteDie Geschichte der Christuskirche am Stadtgarten

2014 wurde der Grundstein für das verkleinerte Kirchenschiff und die beiden skulptural gestalteten Gebäuderiegel gelegt.
Copyright: Christian Festag
Die Christuskirche, wie sie 1894 eingeweiht wurde, war ein neugotischer Bau nach einem Entwurf von Heinrich Johann Wiethase. Die Kölnische Zeitung hob die für ein protestantisches Gotteshaus überaus farbige Wirkung im Inneren hervor: „Von Nüchternheit kann da nicht mehr die Rede sein.“ Auch das imposante Kreuzgewölbe und die schönen Malereien fanden lobende Erwähnung. Die Christuskirche sei „eine erfreuliche Bereicherung des architektonischen Neu-Kölns und zugleich ein höchst interessantes Beispiel protestantischen Kirchenbaus“.

Die neugotische Christuskirche vom Stadtgarten aus gesehen, ca. 1900.
Copyright: Evangelische Gemeinde Köln
1928 setzte sich der berühmte „Urwalddoktor“, Theologe und Organist Albert Schweitzer für ein Konzert mit Stücken von Johann Sebastian Bach und César Franck an die „Sauer-Orgel“. Es war ein viel beachtetes Ereignis mit geteiltem Echo: Die Kölnische Zeitung schrieb von einer „musikalischen Feierstunde ganz seltener Art“, „Der Mittag“ von „künstlerischem Dilettantismus“.
Joy Division, Annie Lennox und die Bläck Fööss traten hier auf
Die Orgel wie große Teile der Kirche erlitten in der Nacht vom 20. auf den 21. April 1944 schwere Beschädigungen. Nur der Turm blieb erhalten und wurde durch einen modernen Saalbau ergänzt. Das historische Kellergewölbe machte ab 1979 als Konzert- und Partylocation „Basement“ Karriere.
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Der gleiche Blick auf die heutige Christuskirche mit modernen Anbauten.
Copyright: Ulrich Krings
Hier traten Bands wie Joy Division aus England auf, kurz bevor sich Sänger Ian Curtis das Leben nahm. Auch Annie Lennox, Trio und die Bläck Fööss waren da. Wolfgang Niedecken soll auf der Toilette seinen Gitarristen Klaus „Major“ Heuser für Bap engagiert haben. Mittlerweile ist es still geworden im denkmalgeschützten Kellergewölbe. Ob das Basement wieder aufersteht, ist ungewiss.
Die Idee für ein modernes Gemeindezentrum darüber gab es schon länger, Hintergrund waren nicht zuletzt wirtschaftliche Erwägungen. 2014 wurde der Grundstein für das verkleinerte Kirchenschiff und die beiden skulptural gestalteten Gebäuderiegel mit Wohnungen, Gemeinderäumen, Büroflächen und einer Tiefgarage gelegt.
Das Ensemble der Architekten Klaus Hollenbeck und Walter Maier findet Ulrich Krings äußerst gelungen: „Das ist die moderne Variante der beiden Flankenbauten, die die Oper an ihrem Bühnengebäude hat.“ Nur der Parkplatz zwischen Christuskirche und Stadtgarten sei „potthässlich“. Allein die hohe Straßenlaterne auf dem Platz gehöre eher auf eine Autobahn-Raststätte als in dieses eigentlich „sehr schöne bürgerliche Viertel“.

