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Kölner FestungsanlageWie es mit dem Fort X weitergeht, ist unklar

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Das Fort X, ein Teilbau des ehemaligen preußischen Befestigungsrings rund um Köln

Das Fort X, ein Teilbau des ehemaligen preußischen Befestigungsrings rund um Köln

2024 scheiterte der Versuch, das Fort X in Erbpacht zu übergeben. Die Anlage ist heute in keinem guten Zustand.

Die Zukunft des Fort X am Neusser Wall ist weiterhin ungewiss. Anfang 2022 konnte sich bei der Stadt bewerben, wer die Festungsanlage in Erbpacht sanieren und übernehmen wollte. Den Zuschlag erhielt das „Kölner Initiativenhaus für Menschenrechte und Demokratie“, das damit Zeit hatte, detailliertere Pläne zu erarbeiten. Der Verein wollte das Fort instandsetzen, aufstocken und Veranstaltungsräume einrichten, die von gemeinnützigen Initiativen für Workshops und Konferenzen gemietet werden können.

Doch das Verfahren scheiterte 2024 an den selbst von der Stadt formulierten Vorgaben: Das in der Ausschreibung angegebene Ziel, das Fort für die Öffentlichkeit zugänglich zu halten und öffentliche Veranstaltungen für ein breites Publikum anzubieten, stand im Widerspruch zum Bebauungsplan und dem Landschaftsschutz. Wie sich erst hinterher herausstellte, dürfen im Inneren Grüngürtel gar keine Veranstaltungen stattfinden. „Zudem konnte die nach der Ausschreibung erforderliche denkmalpflegerische Abstimmung nicht erreicht werden“, so die Stadtverwaltung auf Anfrage. Alexander Trennheuser, Vorstandsmitglied des Initiativenhauses, kritisiert das langwierige Verfahren: „Wir haben zwei Jahre gewartet, bis sich die Stadt überhaupt mal bewegt hat.“ Planungskosten habe die Verwaltung immerhin erstattet.

Stadt will den Markt erkunden

Der Redaktion hatte die Stadtverwaltung am 16. April auf Anfrage mitgeteilt, das Fort „zeitnah“ in Erbpacht vergeben zu wollen. Am selben Tag veröffentlichte das Liegenschaftsamt allerdings eine Mitteilung an den Liegenschaftsausschuss des Stadtrates, in der steht, dass die Vermarktung des Fort X um ein Jahr geschoben wird. Weil das Amt andere Projekte, „teils mit wohnwirtschaftlichem, teils mit soziokulturellem Schwerpunkt“, priorisiere, müsse für das Fort X die „Zeitschiene angepasst werden“. „Nach sorgfältiger Abwägung der personellen und sachlichen Ressourcen sowie unter Berücksichtigung der übergeordneten städtebaulichen Zielsetzungen wird das Vermarktungsverfahren des Fort X um etwa 12 Monate nach hinten verschoben.“

Bevor das Fort in Erbpacht vergeben wird, soll eine Markterkundung durchgeführt werden, „um die Bedürfnisse und Möglichkeiten potenzieller späterer Nutzer abzufragen und so aufgrund der gewonnenen Erkenntnisse eine maßgeschneiderte Vergabe vorzubereiten.“ Danach soll ein Nutzungskonzept erarbeitet werden. Ein weiteres Vergabeverfahren sei denkbar.

Eine schnelle Lösung für die angeschlagene Anlage ist damit nicht in Sicht. Die Stadt räumt ein, dass sich das Fort in keinem guten Zustand befindet: „Es gibt unter anderem Probleme mit eindringender Feuchtigkeit, die zum Teil auf Dachundichtigkeiten zurückzuführen sind.“ Bei der letzten Begehung seien außerdem Schäden an der Fassade festgestellt worden. Zur Verkehrssicherung sei ein Bauzaun aufgestellt worden. Auch der Dachbewuchs wurde zurückgeschnitten. Kleinere Dachreparaturen und andere Arbeiten würden laufend in Auftrag gegeben, so die Verwaltung. Wegen der angespannten Haushaltslage könne man aber nur die nötigsten Arbeiten machen, um „eine Verschlechterung des baulichen Zustandes weitgehend zu verhindern“.