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Kommentar

Satirischer Wochenrückblick
Bahn testet in Köln Entleerungsprogramm für volle Züge

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Ein ICE der Deutschen Bahn bei der Einfahrt in der Kölner Hauptbahnhof.

Ein ICE der Deutschen Bahn bei der Einfahrt in der Kölner Hauptbahnhof.

Die Bahn hat eine neue Entleerungsstrategie für ihre vollen ICE-Züge entworfen und testet sie ausgiebig zwischen Köln und Berlin.

Gerade noch rechtzeitig vor den Sommerferien unternimmt die Bahn alles im Kampf um mehr Pünktlichkeit. Wegen Bauarbeiten bleibt der Kölner Hauptbahnhof für vier Wochen von großen Teilen des Fernverkehrs verschont, weil ein ICE, der nicht fährt, auch nicht zu spät sein kann. Das ist nichts Neues, gefühlt ist der Hauptbahnhof alle paar Wochen dicht, weil entweder gebaut oder gestreikt wird.

Für die paar Fernzüge, die doch noch fahren, testet die Bahn auf der Strecke von und nach Berlin eine Zugentleerungsstrategie, damit niemand mehr auf dem Gang vor einer kaputten Toilette hocken muss.

Wer online einen ICE in die Hauptstadt bucht, wird seit kurzem eine Woche vor der Reise und danach täglich per Mail gewarnt, die Fahrt sei nicht wie geplant möglich und zur Umbuchung aufgefordert.

So schafft die Bahn viel Platz, weil am Ende der Buchungskette jeder Reisende je nach Länge seines Geduldsfaden Sitzplätze in vier oder fünf Zügen nach Berlin reserviert hat, die am Ende alle fahren. Mit der kleinen Änderung, dass sie im Hauptstadt-Hauptbahnhof nicht wie üblich auf der unteren Ebene, sondern oben ankommen. Weshalb die Ankunft nicht wie geplant möglich ist.

Ob das Entleerungssystem für ICE-Züge von der gleichen künstlichen Intelligenz entworfen wurde, die demnächst die Einsatzpläne aller S-Bahnen in Deutschland schreibt, mit der die Bahn pro Jahr 90.000 Verspätungsminuten einsparen will, kann außer ihr wohl keiner beantworten.

Mein Verspätungskonto jedenfalls ist prall gefüllt. Allein in dieser Woche sind 180 Minuten hinzugekommen. Davon 60 in Hannover. Die müssten eigentlich doppelt zählen.