Um die Kölner Schutzheiligen Gereon und Ursula ranken sich viele Legenden. Vom 10. bis 21. Oktober finden Festtage zu Ehren der Stadtpatrone statt.
Fest der Kölner StadtpatroneWas die Heiligen Gereon und Ursula mit KI zu tun haben

Was haben die Kölner Stadtpatrone St. Gereon und St. Ursula zum Thema Künstliche Intelligenz zu sagen? Mit dieser Frage beschäftigen sich die Stadtpatrone-Festtage in Köln vom 10. bis 21. Oktober (KI-generiertes Bild).
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„Ich wor ne stolze Römer, kom met Caesars Legion.“ So beginnt der Bläck-Fööss-Klassiker „Unsere Stammbaum“, der die Vielfalt der Kölner Bevölkerung thematisiert. Bekanntermaßen wird ein römischer Legionär seit rund 1700 Jahren in Köln als Schutzpatron der Stadt verehrt: St. Gereon. Der Legende nach wurde der Offizier der Thebäischen Legion, die aus Ägypten stammte, im Jahr 304 in Köln enthauptet, weil er seinem christlichen Glauben nicht abschwören wollte. Bald darauf erlitt auch die heilige Ursula, eine tiefgläubige Prinzessin aus der Bretagne, in Köln ihr Martyrium. Auch sie wurde zu einer Schutzpatronin der Stadt.
Noch heute künden die romanischen Kirchen St. Gereon und St. Ursula von der Bedeutung der beiden Heiligen für Köln. „Gereon und Ursula waren Menschen, die bis zuletzt für ihren Glauben, für ihr Gewissen eingetreten sind und dafür mit ihrem Leben bezahlt haben“, betont Dominik Meiering, leitender Pfarrer der Innenstadtgemeinden. Seit Jahrhunderten würden sie „den unerschütterlichen Einsatz für persönliche Werte und christliche Überzeugungen“ verkörpern. „Ihr Erbe dient bis heute als moralisches Gewissen der Stadt und erinnert daran, Menschlichkeit auch in Zeiten existenzieller Bedrohungen zu bewahren.“
Festtage der Stadtpatrone widmen sich aktuellen gesellschaftlichen Fragen
Bei den bevorstehenden Festtagen der Stadtpatrone vom 10. bis 21. Oktober erinnere die katholische Kirche an Gereon und Ursula und widme sich dabei hochaktuellen gesellschaftlichen Fragen, erläutert Meiering. In der Schatzkammer von St. Gereon zieht er einen plakativen Vergleich zwischen der Reliquienverehrung des Mittelalters und dem heutigen Zeitalter der künstlichen Intelligenz: Neben einen kostbaren Reliquienbehälter mit Knochen von Heiligen, die als wundertätig galten, stellt er ein modernes Notebook, das rund um die Uhr Zugang zu den Verheißungen der KI verspricht. „Beide Exponate stehen für die Suche des Menschen nach Antworten auf elementare Fragen“, sagt Meiering. Im Mittelalter hätten die Menschen Schutz, Hilfe und Inspiration bei den Heiligen gesucht. Heute stelle sich angesichts der technologischen Entwicklung die Frage, wie man dem drohenden Verlust der Menschlichkeit entgegenwirken könne.
Der Innenstadt-Pfarrer verweist auf die neue Enzyklika „Magnifica humanitas“ (deutsch: „Die großartige Menschheit“) von Papst Leo XIV., der mahnt: „In der Ära der künstlichen Intelligenz (...) ist es unsere Pflicht, zutiefst menschlich zu bleiben.“ Diesem Thema widmet sich auch die Sozialethikerin Ursula Nothelle-Wildfeuer in ihrer Festpredigt bei der feierlichen Vesper zum Höhepunkt der Festtage. Sie schlage dabei eine Brücke vom antiken Glaubenszeugnis zur Gegenwart, so Meiering. Die gesellschaftliche Überforderung und der Angriff auf die Menschenwürde durch eine unregulierte Entwicklung von KI erweise sich „als modernes Martyrium unserer Zeit“. Der Festgottesdienst mit musikalischer Begleitung beginnt am Sonntag, 18. Oktober, um 17.30 Uhr in St. Gereon. Anschließend werden die Reliquienschreine beider Heiliger in einer Prozession durch die Innenstadt zur Basilika St. Ursula gebracht.
Programm umfasst Gottesdienste, Konzerte und Führungen
Den Beginn der Festtage markiert eine Festmesse in St. Gereon am Samstag, 10. Oktober, dem Tag des heiligen Gereon. Sie fängt um 19 Uhr an. Für das Musikprogramm zeichnen Hoonbyeong Chae an der Orgel und der Figuralchor Bonn verantwortlich. Zuvor findet um 14 Uhr unter dem Motto „Der wahre Schatz von St. Gereon“ eine Kirchenrallye für Kinder von sechs bis zwölf Jahren statt, bei der die Pänz die Kirche spielerisch entdecken können.
Beim Hochamt in St. Gereon am Sonntag, 11. Oktober, 11 Uhr, singt der Stephanschor Karlsruhe. Im Anschluss können Musikfreunde um 12 Uhr im Dekagon der Basilika eine Orgelmatinée mit Andie Ruster genießen. Von 14 Uhr bis 16 Uhr gibt es eine Führung „op kölsch“ durch die Kirche. Dieter Boristowski erklärt, warum St. Gereon untrennbar mit der Stadtgeschichte verbunden ist und wie man zugleich oval und zehneckig bauen kann.
Unter dem Motto „Herzfrequenz“ findet am Freitag, 16. Oktober, ab 19 Uhr in St. Gereon ein Gebetsabend mit Musik und geistlichen Impulsen für junge Erwachsene statt. Am Samstag, 17. Oktober, gibt es dort um 14 Uhr eine weitere Führung für Kinder. Den Abschluss der Festtage bildet eine Messe in St. Ursula am Mittwoch, 21. Oktober, dem Tag der heiligen Ursula. Zu hören ist die „Spatzenmesse“ von Wolfgang Amadeus Mozart. Alle Veranstaltungen sind kostenlos, die Gemeinde freut sich über Spenden. Bei Führungen wird um Voranmeldung gebeten unter st.gereon@katholisch-in-koeln.de beziehungsweise st.agnes@katholisch-in-koeln.de (für St. Ursula). Alle Programmpunkte finden Sie hier.
