Wenn die Bahn einen anderen Weg fährt, bleibt das Info-System stur bei der alten Strecke und stiftet Verwirrung.
KVB-Infosystem versagt bei UmleitungenDer Hansaring wird zum Hauptbahnhof


Das neue Infosystem der KVB, hier in einem Zug der Linie 7, checkt nicht, wenn die Bahn eine andere Strecke fahren muss. KVB
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Vermutlich hat Sandra nicht zugehört, sondern mal wieder rumgechattet. Mit ihren Freundinnen Alexa oder Siri. Oder irgendwelchen Bots und Agenten geflirtet, die ständig damit rumprotzen müssen, was ihre künstliche Intelligenz jetzt schon wieder angerichtet hat.
Aber egal. Jedenfalls hat Sandra, die neue KVB-Stimme des laut Selbstbeschreibung „modernen Fahrgastinformationssystems mit Multifunktionsanzeigern“, die an jeder Haltestelle in der Bahn die Umsteigemöglichkeiten und Anschlüsse anzeigen, nicht mitbekommen, dass die Linie 18 vor dem Barbarossaplatz vom rechten Fahrweg abgekommen ist. Und nach links abgebogen. Ja. Das geht. Man kann auch beim Linksabbiegen vom rechten Fahrweg abkommen. Auf die Ringe statt zum Neumarkt. Wegen eines Stellwerkschadens. Das hat der Fahrer laut und deutlich in seiner Sauna-Kabine zweimal durchgesagt. Aber vielleicht versteht Sandra kein Kölsch.
Der Kölner kennt sich aus, aber die Touristen blöderweise nicht. Und die Multifunktionsanzeiger schon mal gar nicht. Sie bleiben bei ihrem Fahrplan. So wird der Zülpicher Platz zur Poststraße, der Rudolfplatz zum Neumarkt, der Friesenplatz zum Appellhofplatz, die Christophstraße zur Haltestelle Dom/Hauptbahnhof und der Hansaring zum Breslauer Platz/Hauptbahnhof.
Sandra sagt gar nichts mehr, der Fahrer auch nicht und – oh Wunder - am Ebertplatz ist alles wieder im Lot. Bis auf die verwirrten Fahrgäste, die doch zum Hauptbahnhof wollten. Das ist aber purer Zufall, weil die Zahl der Haltestellen auf der Umleitung exakt mit der auf dem normalen Weg übereinstimmt.
Zur Ehrenrettung der KVB sei erwähnt, dass sie offenbar ihrem eigenen Supersystem nicht über den Weg traut. „Die Bildschirme in den Bahnen zeigen in der Regel das aktuelle Fahrtziel und die nächsten vier Haltestellen an.“
Aber was heißt bei der KVB schon „in der Regel“? Auf den Bahnsteigen der Ringstrecke existiert die Linie 18 nicht. Als hätte es sie nie gegeben. In der Bahn verwirrte Fahrgäste, an den Haltestellen Kunden, die sich über Geisterzüge wundern. Und dazwischen die berühmte KVB-Minute, die nicht kapiert, was da schon wieder auf sie zurollt.
In den Werkstätten wird mal wieder gerätselt, welchen Namen man dieser neuen KVB-Krankheit geben soll. Mein Vorschlag: Multifunktionsanzeiger-Organversagen.