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Direkt aus KolumbienKölner verkauft in Lindenthal fair gehandelten Kaffee

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Die Front eines Cafés ist zu sehen. Es stehen Bänke und Stühle davor, an der Seite ist der Schriftzug Urwaldkaffee angebracht.

Das Urwaldkaffee möchte die Pforten zu einem gerechteren Handel zwischen Kaffeeanbauern und Händlern öffnen.

Die Urwaldkaffee GmbH importiert die heißbegehrten Bohnen aus Kolumbien und Indien zu überdurchschnittlich hohen Einkaufspreisen.

Das Urwaldkaffee ist kein Café. Gute Bekannte und Freunde bewirtet Oliver Driver dort dennoch. Vornehmlich widmet sich der Gründer in seinem Showroom der Büroarbeit und dem Verkauf von abgepacktem Kaffee sowie Zubehör wie etwa Mühlen, French Presses, Waagen, Thermobechern oder Literatur zum Thema Kaffee. Der ehemalige Ingenieur aus der Bau- und Immobilienwirtschaft startete sein Unterfangen 2014 nach einem Besuch beim Stamm der Kogi in Kolumbien. Diese suchten eine Möglichkeit des unmittelbaren Handels für ihre Früchte ohne den Umweg über die steten Schwankungen unterliegenden Börsen.

Ein Mann und ein junges Mädchen stehen neben drei Kolumbianern inmitten eines Urwalds.

Importeur Oliver Driver (2. v. l.) reist regelmäßig zu den Kaffeebauern der Kogi nach Kolumbien.

Neben dem „Direct Trade“ und einer damit einhergehenden persönlichen anstelle einer anonymen Beziehung der Handelspartner stehe final die Qualität der Ware für den Erfolg, erklärt der Importeur. Mit den Erlösen sowie Spenden will das indigene Volk Land in der Sierra Nevada de Santa Marta vom Staat zurückkaufen, darunter Stätten, die den Bewohnern als heilig gelten. „Schon der Anbau der Bohnen erfolgt im Einklang mit der Natur, ohne Eingriffe in die Landschaft. Dort gibt es keine Monokultur-Plantagen“, berichtet Driver. Von anfänglich jährlich 15 Tonnen Rohkaffee steigerte sich die Abnahme auf zuletzt rund 30 Tonnen mit derzeit rund 80 Händlern auf dem europäischen Kontinent.

Das Café Kogi in der Kölner City hat Drivere abgegeben

Zudem gibt es mit dem „Café Kogi“ in der Straße Auf dem Berlich eine zentrale Anlaufstelle. Die Location wurde mittlerweile aber an einen neuen Betreiber übergeben, da die Aufwendungen für den Betrieb des Showrooms, des Onlinehandels und der Gastronomie zu groß wurden. An der Philosophie der Marke hat sich in den vergangenen zwölf Jahren jedoch nichts verändert: „Unser Ziel ist der vielleicht nachhaltigste Kaffee der Welt“, so Driver, den auch die Mechanismen des Weltmarkts zuungunsten vieler Anbauer nicht demotivieren. Auch neue Trends wie höherkonzentrierte Koffeinprodukte, beispielsweise „Red Bull“, „Monster“ oder Getränke-Experimente wie Matcha mit Erdbeer-Püree, die vorwiegend bei Personen zwischen 18 und 30 Jahren ankommen, bringen den Kaffee-Botschafter nicht vom Kurs ab.

30 Prozent des Erlöses gehen an die Kogi in Kolumbien

Trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen konnte der Kölner Importeur den Kogi im Zuge des letztjährigen Einkaufs 11,40 Euro pro Kilogramm Rohkaffee zahlen. Bei einem Endverkaufspreis von 37 Euro auf dem europäischen Markt liegt der Anteil für die Erzeuger bei mehr als 30 Prozent – eine überdurchschnittlich hohe Quote, die nicht selten im einstelligen Bereich liegt. Ob sich dies letztlich auf die Lebensbedingungen der Anbauer auswirkt, kann Driver nicht pauschal bejahen. „Es gibt dort jetzt die ersten Universitätsabschlüsse. Eine Frau konnte ihr Medizin- und ein Mann sein Jurastudium erfolgreich abschließen. Das zeigt die Entwicklungen im Bildungsbereich, die vielleicht auch durch Fortschritte des fairen Handels ermöglicht werden“, sagt der Urwaldkaffee-Geschäftsführer.

Dennoch stehe das Kaufverhalten der Endverbraucher für eine andere Philosophie: „Kaffee ist für viele Menschen in Deutschland etwas, das sie nicht bewusst genießen, sondern einfach trinken. Es führt dazu, dass vor allem die Billigangebote aus den Discountern konsumiert werden. Wenn man dort nur zehn Euro pro Kilo zahlt, bleibt vermutlich nicht viel Geld für die Produzenten. Von den 1960er Jahren bis 2000 kam es darüber hinaus zu einem sehr hohen Qualitätsverlust“, so der Experte. In den USA, Skandinavien, Japan und Korea sei das anders. „Das sind Länder, in denen man guten Kaffee auch angemessen teuer verkaufen kann“, weiß der weit gereiste Händler. Neben den Kogi besteht seit Kurzem auch eine Kooperation mit Kaffee-Bäuerinnen im indischen Araku Valley. Die Marke „Gods Forest“ orientiere sich ebenfalls an einem Wirtschaften im Einklang mit der Natur, so Oliver Driver.


Urwaldkaffee, Bachemer Straße 187, 50935 Köln

www.urwaldkaffee.de