Die IG Lebenswerte Lux fordert schneller Grün nach Bahnankunft an der Luxemburger Straße. Die Stadt lehnt ab – das ist der Grund.
Verkehr in LindenthalStreit um Fußgängerampeln und Wartezeiten an Luxemburger Straße

Die Ampel auf der Luxemburger Straße von der Lothar- zur Leyberger Straße zeigt für den Weg zur Mittelinsel grün, dahinter rot.
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Die Fußgängerampeln auf der Luxemburger Straße sind immer wieder Gegenstand von Diskussionen. Sie helfen dem Fußverkehr über die vierspurige Straße und das Gleis der Stadtbahnlinie 18, an vielen Orten mehr schlecht als recht. Denn nach einem ersten grünen Signal ist der Weg über die ersten beiden Spuren in eine Fahrtrichtung frei. Auf der Mittelinsel werden Fußgängerinnen und Fußgänger dann jedoch oft gestoppt, weil die Ampel an den Gleisen oder die nächste Ampel wieder Rot zeigt.
Eine längere Debatte entspann sich, als vor einigen Jahren eine Fußgängerin am Überweg auf der Höhe der Wittekindstraße von der Stadtbahnlinie mitgerissen und tödlich verletzt wurde. Mehrere Zeugen und Zeuginnen waren der festen Überzeugung, dass die Ampel an den Gleisen nicht rot, die Fußgängerampel dahinter aber grün gezeigt habe.
Luxemburger Straße: BV prüft Ampeln – IG fordert Vorrang für Fußverkehr
Die Bezirksvertretung Lindenthal hat die Verwaltung jetzt beauftragt, die Ampelschaltungen für die Fußgängerübergänge auf der Luxemburger Straße im Stadtbezirk Lindenthal zu überprüfen. Sie soll die Schaltung der Fußgängerampeln an den Überwegen möglichst so miteinander koppeln, so dass die Fußgänger und Fußgängerinnen die gesamte Straße zügig überqueren können.

Auf dem Fußgängerüberweg an der Arnulfstraße sind zu Schulbeginn und -schluss sehr viele Menschen unterwegs.
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Die Interessengemeinschaft Lebenswerte Lux ist ebenfalls der Ansicht, dass es dem Fußverkehr zu schwer gemacht wird, sie zu überqueren: „Zufußgehende müssen an vielen Übergängen zweimal warten, teilweise über 60 Sekunden“, schreibt IG-Mitglied Dominik Kerl. „Dadurch wird die Trennwirkung der Lux in unserem Veedel verstärkt und viele Personen werden verleitet, bei Rot zu gehen. Insgesamt empfinden wir die Ampelschaltungen als zu wenig auf den Fußverkehr ausgerichtet.“ Sie hätten mehrfach die Nachricht erhalten, dass die Ampeln der KVB-Gleise insbesondere an der Arnulfstraße nicht rechtzeitig auf Rot schalten, obwohl Bahnen bereits einfahren.
Die Ampelanlagen auf der Luxemburger Straße seien zwar modernisiert und digital. Sie seien aber für eine grüne Welle des Autoverkehrs ausgelegt. An Übergängen, die zu einer Haltestelle und von ihr weg führen, wie an der Geisbergstraße, würde der Fußverkehr zwischen Bahngleisen und den Fahrspuren der Luxemburger Straße warten müssen. Das sei für die vielen querenden Schüler sowie Schülerinnen und Familien mit Kindern gefährlich.
„Idealerweise“, so Kerl, „würden die Ampeln für den Fußverkehr nach der Ankunft einer Bahn an allen Haltestellen auf der Lux schnell auf Grün schalten, damit sich die Menschenmenge von den Bahnsteigen schnell auf die Gehwege der Luxemburger Straße verteilen kann. Die Stadtverwaltung sieht allerdings keine Möglichkeit für eine Verbesserung: Eine durchgehende Querung der Luxemburger Straße ohne zusätzlichen Halt auf den Mittelinseln könne deswegen nicht an allen Ampeln ermöglicht werden, weil sie mit dem Autoverkehr koordiniert sei, schreibt Baumans. „Eine dahingehende Änderung der Ampelschaltungen ist nicht vorgesehen.“
Auch an den Haltestellen könnten die Ampeln nicht so geschaltet werden, dass der Fußverkehr kurz nach dem Eintreffen der Bahn die Aufstellflächen schnell räumen könnte. Das würde dem Steuerungskonzept widersprechen. Die Ampelphasen der Bahnphasen seien an die des Autoverkehrs gekoppelt. Die Größe der vorhandenen Aufstellflächen entspräche zwar nicht an allen Standorten den heutigen Anforderungen und Verkehrsströmen. Änderungen würden aber Planungen und einen Umbau erforderlich machen. Das könne nicht im Rahmen einer reinen Optimierung der Ampelsteuerungen umgesetzt werden.
