Das lange leerstehende Lokal an der Sülzburg-/Zülpicher Straße hat wieder geöffnet: Fernando Castanheira serviert dort nun portugiesische Küche.
NeueröffnungHerr Fernando kocht in der ehemaligen „Sülzburg“ portugiesisch

Fernando Castanheira in seinem neuen Restaurant in Sülz.
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Die ersten neugierigen Besucherinnen und Besucher stecken gerne schon einmal die Nase durch den Türrahmen, seitdem Fernando Castanheira die Pforte wieder aufgesperrt hat. An der Ecke Sülzburg-/Berrenrather Straße bereitet er eine große Party vor – zur Eröffnung an seinem 56. Geburtstag. Im Innenraum des großen Lokals, das inzwischen eine ganze Weile leerstand, hat sich nicht viel geändert.
Der orangerote Anstrich, die Holzvertäfelung, -möbel und -theke sind geblieben. Doch jetzt hängt portugiesische Keramik an der Wand. Denn aus dem ehemals gutbürgerlichen Lokal „Zur Sülzburg“ wird jetzt das portugiesische Restaurant „Herr Fernando“.
Portugiesische Fisch- und Fleischspezialitäten
Der Namensgeber bastelt mit viel Elan und spürbarer Vorfreude noch an der Einrichtung und der Speisekarten. Gerichte aus seiner Heimat, Portugal, wird es geben. Die Theke im vorderen Lokalbereich wird zur Tapasbar, wo den Gästen kleine Speisen gereicht werden: Stockfischkroketten, Kalbsleberhäppchen, eine Käseplatte.
Auf der Speisekarte stehen zahlreiche portugiesische Spezialitäten: Empanadas mit Hackfleisch, Stockfisch mit Zwiebelsauce, gefüllter Tintenfisch, Thunfisch, Wolfsbarsch, Goldbrasse, Seeteufel und Riesengarnelen. Zu den portugiesischen Fleischspezialitäten zählen geschmortes „Zicklein“ in einer Weinmarinade, Kaninchen mit Rotweinsauce, Schweinefleisch vom Iberico-Schwein mit Venusmuscheln und Koriander. Vegetarische und vegane Gerichte soll es selbstverständlich auch geben. Castanheira feilt noch an der Karte. Zudem möchte er auch kulinarische Einflüsse aus Deutschland einfließen lassen, wie Spargelgerichte während der Saison und die klassische Martinsgans. Schließlich ist der Gastronom schon lange in Köln beheimatet.
„Nach Deutschland bitte, egal wohin“
Geboren wurde er im portugiesischen Coimbra, wuchs aber in Torres Vedras auf. 1990 begann er dann im schweizerischen Davos eine Ausbildung zum Hotelfachmann und arbeitete anschließend in St. Moritz. 1997 zog es ihn in sein Heimatland zurück, doch dort vermisste er die Arbeitskultur, die er während seiner Ausbildung kennengelernt hatte. Da es damals schwierig war, eine Aufenthaltsgenehmigung in der Schweiz zu erhalten, ging er einfach in ein Reisebüro und buchte einen Flug: „Nach Deutschland bitte, egal wohin!“ So landete er in Hamburg und reiste etappenweise weiter in den Süden. In Köln hatte er schließlich das Gefühl, angekommen zu sein: „Diese Stadt passte einfach besonders gut zu mir“, erzählt er. Castanheira fing am Neumarkt mit der Eröffnung des 12 Aposteln als Betriebsleiter an und betrieb schließlich das kleine Restaurant Acarabella am Barbarossaplatz. Während der Corona-Pandemie musste er das Lokal schließen und eröffnete danach das kleine Bistro „Tor 1“ an der Riehler Straße, wo er manchmal mit den beschränkten Kochmöglichkeiten kämpfte. „Während der Anuga hatten wir manchmal 80 Gäste am Tag und ich kochte auf einer Kochplatte und mit einem Ofen“, erzählt er.
Traum von der großen Küche
Er träumte von einer großen Küche. Und eines Tages bekam er von einem Getränkelieferanten einen Tipp: „Ich habe da etwas für Dich. Es ist ein richtig schönes, großes Lokal.“ Die Meinung teilte Castanheira, als er das Ecklokal auf der Grenze zwischen Sülz und Lindenthal besichtigte. Und so füllt er es mit neuem Leben, mit portugiesischem.
Sein angestammtes Team, zu dem auch ein weiterer Koch gehört, hilft dabei. Wenn die Haupträume in Betrieb sind, möchte er den Veranstaltungssaal wiederbeleben und mit portugiesischen Kacheln sowie einem großen Wandmosaik schmücken. Und auch den schönen Biergarten wird er wieder in Betrieb nehmen, sobald der einen neuen Boden erhalten hat und frisch bepflanzt ist.
Herr Fernando, Sülzburgstraße 229, Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag von 12 bis 14 Uhr und von 17 bis 23 Uhr. Die Küche hat bis 22 Uhr geöffnet. Preisbeispiele: Gefüllter Tintenfisch (21 Euro), Kaninchen mit Rotwein (18 Euro) und Schweinefleisch mit Venusmuscheln und Koriander (22 Euro).
