Neue grüne Haltestellenhäuschen und barrierefreie Bahnsteige: Die Stadt will Teile des Barbarossaplatzes umgestalten. Das ist der Zeitplan.
Umbau am Kölner BarbarossaplatzKVB-Kunden müssen sich auf acht Wochen Vollsperrung einstellen

Die KVB-Haltestelle Barbarossaplatz soll umgebaut werden (Archivbild).
Copyright: Michael Bause
Ab Anfang September will die Stadt Köln in gut eineinhalb Jahren unter anderem die Stadtbahntrasse um rund 30 Zentimeter absenken und die Bahnsteige anheben, um an der Haltestelle Barbarossaplatz für die Linien 16 und 18 einen barrierefreien Ein- und Ausstieg zu ermöglichen. Das geht aus einem Zeitplan hervor, der Teil einer Ausschreibung ist, mit dem die Stadt bis Anfang Juni einen Generalunternehmer für den Umbau sucht.
Bislang sind die Bahnsteige so niedrig, dass an der Haltestelle die in den Fahrzeugen eingebauten Treppen ausgefahren werden müssen, um den Ein- und Ausstieg überhaupt zu ermöglichen.
Laut des Zeitplans findet aber zunächst unter anderem die Suche nach Kampfmitteln statt, der eigentliche Bau, etwa der provisorischen Bahnsteige, soll erst Anfang Januar 2027 beginnen und im April 2028 enden. Für den Umbau sind 14,2 Millionen Euro eingeplant (wir berichteten).

Die Haltestelle Barbarossaplatz von oben fotografiert
Copyright: Grönert
Zwischen dem 17. Juli und 27. September 2027 sind die Linien vollgesperrt, in der verbliebenen Zeit läuft der Umbau im laufenden Bahnbetrieb.
Laut der Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) stimmt sie sich noch mit der Stadt ab, ein Sprecher sagte: „Noch ist es zu früh, über den Stadtbahn-Betrieb in den verschiedenen Bauphasen zu berichten. Es wird unterschiedliche Trennungsphasen und auch Ersatzbus-Verkehre geben.“
30.000 Menschen als tägliche Nutzer
Die Stadt schrieb 2022: „Aufgrund der enormen Auswirkungen auf den Stadtbahnbetrieb und zahlreicher weiterer anstehender Sperrungen im Stadtbahnnetz in den nächsten Jahren wurde kein früherer Zeitpunkt für eine achtwöchige Vollsperrung im Innenstadtbereich von der KVB genehmigt.“
Am Barbarossaplatz steigen täglich mehr als 30.000 Menschen ein und aus, damit ist sie laut Stadt „eine sehr wichtige Umsteigehaltestelle“.

So sollen die neuen Wartehäuschen am Barbarossaplatz aussehen.
Copyright: Menzel Architekten Brühl
Sowohl die Ringbahnen der KVB-Linien 12 und 15 als auch die Stadtbahnen der Linien 16 und 18 queren den Platz bislang oberirdisch. Der barrierefreie Umbau bezieht sich aber nur auf die Bahnsteige der 16 und 18.
Die Stadt will außerdem die Haltestellen-Häuschen am Barbarossaplatz begrünen, das Büro Menzel Architekten aus Brühl hat sie entworfen. Die Begrünung der Häuschen ist ein Pilotprojekt. Außerdem will sie den Straßenraum neu ordnen. (mhe)
Machbarkeitsstudie zum Barbarossaplatz
Schon 2020 hatte der Stadtrat eine Machbarkeitsstudie für den Barbarossaplatz beschlossen, sie sollte unter anderem klären, ob es sich lohnt, die Stadtbahnlinie 18 unter die Erde zu legen. Doch 2022 teilte die Stadt mit, erst 2023 solle mit der Studie begonnen werden. Im Jahr 2023 hieß es dann, dass frühestens 2026 gestartet werden. Das hatte für einige Kritik aus dem Rat gesorgt (wir berichteten).
Eine Sprecherin der Stadt teilte jetzt mit: „Die Machbarkeitsstudie ist aktuell noch nicht begonnen worden – entsprechend ist aktuell auch nicht zu sagen, wann sie abgeschlossen ist.“
Die Begründung heute wie damals: Die Studie soll zeitlich näher an einer möglichen Umsetzung der Planung liegen, vor allem der möglichen Verlegung der Linie 16 in den Tunnel der Nord-Süd-Stadtbahn. Die Sprecherin sagte: „Andernfalls droht die Gefahr, dass eine Machbarkeitsstudie bis zur Konkretisierung der Planung und Umsetzung bereits wieder veraltet ist und erneut angepasst beziehungsweise aktualisiert werden muss.“
