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Kölner BarbarossaplatzVom Prachtring zur „gigantischen Kreuzung“

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Historische Aufnahme vom Barbarossaplatz und Hohenstaufenring.

Der Barbarossaplatz wurde in den 1880er Jahren als Teil der prachtvollen Ringstraße angelegt.

Zunächst noch von einem Springbrunnen und Blumenbeeten geschmückt, hat der zunehmende Verkehr den Platz schon früh stark verändert.

In der Umgebung gibt es viele nette Orte. Sei es im Inneren Grüngürtel, im Studentenviertel oder in der Südstadt mit ihren Eckkneipen und Restaurants. Nur am Barbarossaplatz stellt sich kein Wohlgefühl ein. Kein Wunder, werden die beträchtlichen Verkehrsmengen, die hier aufeinanderstoßen, doch komplett überirdisch abgewickelt. „Das ist eine gigantische Kreuzung“, sagt der frühere Kölner Stadtkonservator Ulrich Krings.

Historische Aufnahme vom Barbarossaplatz und Hohenstaufenring.

Schon in den 1930er Jahren ist der Springbrunnen einer geschlossenen Asphaltdecke gewichen.

Als der Barbarossaplatz in den 1880er Jahren als Teil der prachtvollen Ringstraße angelegt wurde, klangen die Beschreibungen noch positiv. „Unter den öffentlichen Plätzen wird daselbst namentlich der Barbarossaplatz mit Springbrunnen und großem Wasserbecken hervortreten“, so die „Kölnische Zeitung“ Anfang 1884. Pferdedroschken und Straßenbahnen umkreisten einen Brunnen mit Wasserfontäne und ringförmigem Blumenbeet, um ihren Weg auf den baumbestandenen „Ringen“ fortzusetzen.

1930 gehörte der Barbarossaplatz zu den Orten mit den häufigsten Unfällen

Doch der Verkehr nahm rasch zu, während die Aufenthaltsqualität nachließ. Die Vorgebirgsbahn Köln-Bonn bekam 1898 einen Endbahnhof am Barbarossaplatz. Auf Fotos aus den 1930er Jahren ist der Springbrunnen bereits einer geschlossenen Asphaltdecke gewichen, auf der es oft krachte: Der Barbarossaplatz gehöre zu den Orten mit den häufigsten Unfällen, vermeldete die Kölnische Zeitung 1930.

Ursprünglich handelte es sich um einen sternförmigen Knotenpunkt mit Anschluss an den Hohenstaufenring, den Salierring, die Weyerstraße, die Pfälzer Straße, die Kyffhäuser Straße, die Luxemburger Straße und die Roonstraße. Heute bildet der Barbarossaplatz ein Oval mit zwei Haltepunkten der Kölner Verkehrs-Betriebe und Autos aus allen Richtungen. In Zeiten des stark zunehmenden Individualverkehrs erhielt er Ende der 1950er Jahre einen Anschluss an die neue Severinsbrücke und später an die Nord-Süd-Fahrt. Dazu wurden die „Bäche“ und der Perlengraben kräftig ausgebaut.

Nach dem Zweiten Weltkrieg veränderte sich der Platz noch stärker

Als Durchbruch zum Barbarossaplatz wurde die Neue Weyerstraße geschaffen, die ihn heute von zwei Seiten in die Zange nimmt. Die Bahnen aus Klettenberg erhielten eine Gleisführung entlang der neu angelegten Trierer Straße und der Pfälzer Straße im Südosten des Knotenpunkts. Insgesamt veränderte der Barbarossaplatz nach dem Zweiten Weltkrieg sein Gesicht gewaltig.

Für Ulrich Krings ist er heute der hässlichste Platz in der Kölner Innenstadt. Nach wie vor bediene er vor allem die Bedürfnisse des Verkehrs, vor allem des Schienenverkehrs. Das „Nachkriegsgewürge“ beenden würde nur eine Tunnellösung für die Straßenbahnen, den Autoverkehr oder am besten beides, so der Kunsthistoriker: „Aber das ist natürlich eine wahnsinnige Bauaufgabe.“

Auch der Randbebauung stellt Krings schlechte Noten aus. Sie wirke konzeptlos und fragmentarisch. Der langgestreckte Gebäudekomplex zwischen Luxemburger Straße und Pfälzer Straße mit dem typischen 50er-Jahre-Flügeldach auf seinem Hochhaus sei jedoch vor einigen Jahren gekonnt restauriert und in seinen ursprünglichen Zustand versetzt worden. Insofern sei nicht alles schlecht am Barbarossaplatz.

Unsere neue Serie „Kölner Plätze“ rückt einmal im Monat einen Ort in Köln in den Fokus. Dieser Beitrag ist Teil der ersten Folge zum Barbarossaplatz.

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