Lindenthal – Der Westen lockt die Wanderer. Das Faltblatt „Kulturpfad Lindenthal“ ist erschienen. Das zwölfseitige Leporello ist ein Nachtrag zum im Jahr 2000 von der Bezirksvertretung herausgegebenen, aber seit langem vergriffenen Kulturpfad-Heft für den gesamten Stadtbezirk.
Die neue Veröffentlichung bietet eine Reihe attraktiver Stationen im Stadtteil Lindenthal. Dazu zählen das Fort VI in Deckstein, die Kirche St. Albertus Magnus, der Spielplatz mit Palmen an der Ecke Mommsenstraße/Gleuler Straße, die kleine Kirche St. Maria Magdalena und Lazarus auf dem Friedhof Melaten und der Karl-Schwering-Platz.
„Die Bezirksvertretung wünscht sich schon lange eine Neuauflage des Kulturpfads von 2000“, sagt Bezirksbürgermeisterin Helga Blömer-Frerker, „angesichts der hohen Kosten war uns das bisher aber nicht möglich. Umso mehr freuten wir uns über die ehrenamtliche Initiative, dank derer die ergänzende Broschüre jetzt vorliegt.“ Die ehemalige Landtagsabgeordnete Marita Rauterkus, die seit einigen Jahren im Stadtteil lebt, hat mehrere Monate Arbeit in die Broschüre gesteckt: „Ich hatte dabei die vom Bürgerverein herausgegebene Broschüre für den Stadtteil Müngersdorf vor Augen, als ich etwas ähnliches für Lindenthal auf den Weg bringen wollte.“
Besonders stolz ist Rauterkus, dass nun die Universität als erste Station des Kulturspaziergangs aufgeführt ist. „Studieren hat in Köln eine bis ins Spätmittelalter reichende Tradition. Die Universität war die erste von Bürgern im Jahr 1388 gegründete Hochschule in Deutschland und ist für die Stadtentwicklung bis heute von großer Bedeutung.“
Im Jahr 2000 gab die Bezirksvertretung die 56-seitige Broschüre „Kulturpfade Köln-Lindenthal“ heraus. Das Büchlein enthielt Wissenswertes zu kulturellen Zeugen der Vergangenheit im gesamten Stadtbezirk, vom Römergrab bis zum Müngersdorfer Stadion. Längst ist es vergriffen. Für eine überarbeitete und erweiterte Neuauflage fehlt derzeit das Geld- Als Nachtrag zu diesen Kulturpfaden und speziell auf den Stadtteil Lindenthal bezogen ist nun das zwölfseitige Faltblatt mit einer Auflage von 5000 Stück erschienen. Es liegt kostenfrei im Bezirksrathaus sowie in Geschäften, Kirchen und öffentlichen Gebäuden aus. (eic)
Die Bezirksvertretung hatte die neuerliche Würdigung des Karl-Schwering-Platzes als Station im Kulturpfad zum Anlass genommen, die Verwaltung einstimmig aufzufordern, ihn besser zu pflegen. „Der Platz ist ein Aushängeschild Lindenthals“, sagt CDU-Bezirksvertreterin Christiane Rittner. Überdies sollen die Schilder, die über die Geschichte der Anlage informieren, erneuert werden. Auch neue Abfallbehälter sind vorgesehen.
Der Karl-Schwering-Platz entstand 1925 nach Entwürfen von Stadtplaner Fritz Schumacher und Gartenbaudirektor Fritz Encke. Es handelt sich um eine streng geometrisch gestaltete Schmuckanlage, eingeteilt in mehrere Abschnitte. So gibt es ein Seerosenbecken mit umgebenden Schmuckrabatten, das Fontäne-Becken am Ende des Rautenstrauchkanals mit den Figuren Kentaur und Najade, geschaffen vom Bildhauer Georg Grasegger, und den Spielplatz.
Der Druck des leuchtend roten Faltblatts wurde mit 900 Euro aus bezirksorientierten Mitteln finanziert. „Den dann noch fehlenden Betrag in Höhe von 272,15 Euro hat uns dann die Sparkasse Köln/Bonn gespendet“, sagt Initiatorin Rauterkus.
Eine Auflage von 5000 Exemplaren wurde gedruckt. Das Faltblatt „Kulturpfad Lindenthal“ liegt nun an der Universität zu Köln, im Bezirksrathaus Lindenthal an der Aachener Straße 220, in Geschäften und bei Institutionen im Stadtteil zur Mitnahme aus.