Die Gesamtschule in Köln-Höhenhaus hat den Bundestagsabgeordneten eingeladen, um über Politik, Partizipation und seine Arbeit zu sprechen.
Austausch mit JugendlichenKarl Lauterbach besucht Willy-Brandt-Gesamtschule in Köln

Karl Lauterbach besucht die Willy-Brandt-Gesamtschule. Die Gesamtschule in Köln-Höhenhaus hat den Bundestagsabgeordneten eingeladen, um über Politik, Partizipation und seine Arbeit zu sprechen.
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Eigentlich hatte Karl Lauterbach die Klasse 9.1.3 der Willy-Brandt-Gesamtschule im März in den Bundestag eingeladen, doch er musste das Treffen kurzfristig absagen. Also luden die Schülerinnen und Schüler den Bundestagsabgeordneten (SPD) kurzerhand in seinen Wahlkreis nach Höhenhaus ein und stellten ihm die Fragen, die sie für ihren geplanten Besuch vorbereitet hatten. Zuschauen und partizipieren durften dann auch die anderen neunten Klassen.
„Wir wollen den Jugendlichen so viele Einblicke wie möglich schaffen, in das, was in der Schule theoretisch besprochen wird“, erzählt Lehrerin Regina Groth, „und es bedeutet den Kids viel, dass er sich die Zeit genommen hat, extra vorbeizukommen, das stärkt ihr Politikinteresse, stärkt das Empowerment und die Partizipation.“ Kinder und Jugendliche für Politik zu interessieren und ihnen zu zeigen, dass sie sich für etwas einsetzen können, gehöre für die Lehrerin und die Gesamtschule zur Grundbildung.
Köln-Höhenhaus: Karl Lauterbach spricht mit Gesamtschülern
Also scheint es nur passend, dass die ersten Fragen an Karl Lauterbach eben die Teilhabe von Jugendlichen in der Politik thematisierten. Lauterbach erklärte daraufhin, dass er für die Senkung des Wahlrechts ist, aber auch, dass jede Form der politischen Diskussion wertvoll sei: „Am meisten Einfluss könnt ihr nehmen, wenn ihr euch in demokratischen Parteien einbringt“, sagte der Bundestagsabgeordnete. „Bürgerinitiativen und Vereine sind auch Wege, aber ich denke, die Arbeit in Parteien ist am effektivsten, und da müsst ihr entscheiden, welche Partei ihr am meisten ansprechend findet.“
Dass Lauterbach im gesamten Gespräch keine Werbung für seine eigene Partei gemacht hat, sondern immer wieder die wichtige Arbeit von allen demokratischen Parteien betonte, sei vorher mit der Schule abgesprochen gewesen. „Wir wollten nicht, dass es eine Wahlkampagne ist, sondern dass es um ihn als direkt gewählten Abgeordneten im Wahlkreis der Kids geht und eben um die Arbeit als Politiker allgemein“, erklärt Lehrer Valentin Stumpf.
Partizipation fördern: Bundestagsabgeordneter besucht Willy-Brandt-Gesamtschule
Und so ging es in dem gut einstündigen Gespräch genau darum. Die Schülerinnen und Schüler stellten differenzierte und teils kritische Fragen zu allen möglichen politischen Themen, aber auch zu Lauterbachs Privatleben. „Junge Leute interessieren sich für Politik, sie haben aber kaum Zugang zu Abgeordneten und Bundespolitikern“, betonte Lauterbach nach der Diskussionsrunde. „Ich glaube, der direkte Zugang, und dass man Fragen stellen kann, bringt sehr viel. Deshalb mache ich das sehr gerne, und die Jugendlichen waren sehr gut vorbereitet und interessiert.“
Unter anderem ging es um seinen Werdegang, Politik auf Social Media, Sport, Ernährung, KI-Nutzung, Femizide, Rechte von queeren Menschen und Hitze an den Schulen. Auch die Sorgen und Ängste der Schülerinnen und Schüler um ihre Zukunft wurden thematisiert. „Eure Generation wird vor großen Herausforderungen stehen, und da ist Angst nie ein guter Ratgeber“, riet Lauterbach und motivierte die Jugendlichen, sich für ihre Zukunft starkzumachen.