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Camp in MülheimKollektiv veranstaltet Aktionen auf dem Wiener Platz

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Zwei Frauen stehen vor einer bunten Wand.

Vom 25. bis 30. August veranstalten Lale Konuk (l.) und Pia Janssen in Mülheim ein interdisziplinäres Camp mit Werkstätten und Interventionen.

„Mythen der Moderne“ lädt vom 25. bis 30. August in Mülheim zum interdisziplinären Camp „faci, paci, baci“ mit Werkstätten und Interventionen ein. 

„Der Wiener Platz soll ein großes Experimentierfeld werden, das mit Kunst und Kultur gefüllt wird“, erklärt Pia Janssen vom Kölner Kollektiv „Mythen der Moderne“. „Wir sind ein interdisziplinäres, vielfältiges Team, das vor Ort arbeitet und haben Materialien vorbereitet, aber alles wird auf dem Platz entstehen.“ Das Kollektiv baut von Dienstag bis Sonntag mit „faci, paci, baci“ eine Art Camp, auf dem Wiener Platz in Köln-Mülheim, das ein öffentlicher Raum für Kunst und Kultur sein soll. Das Oberthema ist Frieden und gewaltfreier Widerstand.

Im Vorfeld hat das Kollektiv Interviews mit Initiativen, Aktiven und Organisationen aus Mülheim geführt. Die Transkripte sollen als Vorlage für die gesamte Arbeit auf dem Platz dienen. Dabei soll die Arbeit mit Erzählungen von Menschen und Originaltexten zentral sein. „Bei den Interviews ist ganz klar geworden, wie besonders das Netzwerk des Miteinanders im Veedel ist. Es ist Kern von Mülheim“, sagt Janssen, die die künstlerische Leitung innehat. „Ich bin überzeugt, dass diese Nachbarschaftsarbeit in Mülheim ein wichtiger Beitrag zur Friedensschaffung ist. Das soll thematisch aufgegriffen werden.“

Köln-Mülheim: Wiener Platz wird interdisziplinärer Kunstraum

Herzstück des Camps sind fünf Werkstätten, die täglich von 13 bis 16 Uhr für alle offen sind und von diversen professionellen Kulturschaffenden angeboten werden. Gefördert wird das Projekt durch die Kunststiftung NRW, den Landschaftsverband Rheinland, die Stadt Köln, Fonds Soziokultur, den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und den Arsch huh e.V., wodurch das gesamte Angebot kostenlos ist. 

Gemeinsam mit allen, die interessiert sind, wird dann zu den Themen wie Text, Bewegung, Stimme, Musik und Siebdruck gearbeitet. Zusätzlich zu den Werkstätten wird es nachmittags und abends unterschiedliche Formate geben. So werden beispielsweise jederzeit 120 Stühle quer auf dem Platz verteilt sein, damit alle Menschen dort verweilen können. „Wir hoffen, dass der Wiener Platz dadurch weniger ein Ort des Transits wird, sondern die Menschen sich auch dort Zeit nehmen, für Miteinander und Kunst“, sagt Janssen. Der Wiener Platz soll so ein partizipativer Kunstort werden, der nicht mit einem fertigen Programm bespielt wird, sondern gemeinsam kreativ genutzt wird.

Kollektiv „Mythen der Moderne“ veranstaltet „faci, paci, baci“ in Köln-Mülheim

Außerdem wird es „What the fuck geht mich das an!“-Workshops für Jugendliche,  künstlerische Interventionen, Umzüge und einen kleinen Karnevalswagen mit Lagerfeuer geben. „Das Lagerfeuer ist für uns die Urform des Zusammenkommens, dort begegnet man sich offen und alle sind gleich“, sagt Janssen, „wir werden dort  zusammenkommen und Geschichten erzählen.“

„Mythen der Moderne“ hat bereits ähnliche Projekte in und außerhalb von Köln umgesetzt. Dass das linksrheinische Kollektiv nun nach Mülheim kommt, sei durch seine Unterstützung bei der Ausstellung „Von der Nagelbombe bis zum Mahnmal“ entstanden, erzählt Lale Konuk, die Projektmanagerin: „Wir haben durch die Ausstellung einen Zugang zum Stadtteil bekommen und so unfassbar viel Potenzial gesehen. Es liegt viel brach, was noch nicht betrachtet wird. Für uns ist es super spannend, hier etwas zu erarbeiten. Wir wollen unbedingt auch nächstes Jahr wieder ein Projekt umsetzen.“