Brand in Umspannwerk25.000 Kölner Haushalte von stundenlangem Stromausfall betroffen

Lesezeit 3 Minuten

In Teilen von Mülheim, Buchheim und Dellbrück ist am Donnerstagabend der Strom ausgefallen. Erst nach Stunden waren rund 25.000 Haushalte wieder am Netz.

Im Stadtbezirk Köln-Mülheim ist am Donnerstagabend (2. März) großflächig der Strom ausgefallen. Betroffen waren in den Stadtteilen Mülheim sowie Teile von Buchheim und Dellbrück rund 25.000 Haushalte. Auslöser für den massiven Ausfall war ein Brand in einem Kölner Umspannwerk nahe des Wiener Platzes.

Die Feuerwehr Köln warnte vor möglichen Gefahren, auch die Warn-App Nina löste am Abend aus. Die Kölner Rheinenergie informierte auf Twitter.

Stromausfall in Köln-Mülheim: Feuerwehr informiert im Radio

Am späten Abend schaltete sich die Feuerwehr aus der Leitstelle in das Programm von Radio Köln, um kurz über den Stromausfall zu informieren. Diese Möglichkeit hätten die Rettungskräfte jederzeit, so Radio Köln-Chefredakteurin Claudia Schall.

Alles zum Thema Rheinenergie

„Reduzieren Sie Ihren Stromverbrauch über Akkus und Batterien auf das Nötigste, schalten Sie das Autoradio ein, informieren Sie sich in lokalen Medien und wählen Sie nur in Notfällen den Notruf von Polizei und Feuerwehr“, hieß es zudem in der amtlichen Gefahrenmeldung. Die Störung werde so schnell wie möglich behoben.

Stromausfall in Köln-Mülheim: Das sagen die Anwohnerinnen und Anwohner

Anwohnende hatten berichtet, dass das Licht gegen 21.20 Uhr ausgegangen war. Das Gebiet rund um den Wiener Platz und nördlich der Mülheimer Brücke lag über Stunden nahezu komplett im Dunkeln, Ampelanlagen und Straßenbeleuchtung waren ausgefallen. Auf den Straßen waren Menschen mit Taschenlampen unterwegs. Zahlreiche Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr waren vor Ort.

Juliette Wolf, Anwohnerin in Mülheim, schilderte in der Nacht auf Freitag, was der Stromausfall für sie bedeutete. Ihre Schwiegereltern wohnen eine Etage unter ihr und sind auf eine ununterbrochene Versorgung mit Sauerstoff angewiesen. Als der Strom in Mülheim ausfiel, brauchten die Senioren daher Hilfe. Die Sauerstoffversorgung der beiden 87-Jährigen benötigt dauerhaft Strom, ihre mobilen Geräte halten nur für etwa 45 Minuten. Wolf begleitete die beiden daher gemeinsam mit ihrer Frau in die Wohnung des Stiefsohns in Höhenberg. Dort konnten die schweren Geräte dann ans Stromnetz angeschlossen werden. „Die beiden sind völlig erschöpft, wir auch“, sagte Wolf dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.

Grund für Stromausfall in Köln-Mülheim: Hauptverteiler an der Rhodiusstraße

Wie ein Sprecher der Rheinenergie dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ am Abend auf Anfrage mitteilte, lag der Grund für die Störung in einer Hauptverteilerstation in der Rhodiusstraße, einer Querstraße der Frankfurter Straße.

In dem dortigen Umspannwerk war es bereits am früheren Abend zu Problemen mit einem Verteilerkabel gekommen. Bei der Behebung hätten Mitarbeiter der Rheinenergie eine Rauchentwicklung im Keller und somit mutmaßlichen Schmorbrand bemerkt. Die Station wurde vom Netz genommen.

Stromausfall in Mülheim behoben – alle Kunden wieder am Netz

Die nach starker Rauchentwicklung um 20.48 Uhr verständigte Kölner Feuerwehr stellte einen Kabelbrand in den Stromversorgungsleitungen fest. Die Rheinenergie schaltete den Strom im kompletten Gebäude ab, sodass die Feuerwehr Köln den Brand löschen konnte. Laut Feuerwehr und Rheinenergie war dieses Ereignisses der Grund für den kompletten Stromausfall ab 21:20 Uhr im Bereich Mülheim.

Gegen 23 Uhr war der Einsatz der Feuerwehr im Umspannwerk beendet. Knapp zwei Stunden später sei der Schaden durch die Rheinenergie behoben worden. Um 3.11 Uhr in der Nacht auf Freitag gab die Rheinenergie dann via Twitter bekannt, dass alle Kunden wieder am Netz seien. 

Wie viele Haushalte ohne Strom waren, konnte die Rheinenergie auf Nachfrage des „Kölner Stadt-Anzeiger“ nicht sagen. „Darüber haben wir keine Informationen, wir können nur schätzen“, sagte ein Sprecher am Freitagmorgen. 

Laut dem Portal „Störungsauskunft“, auf dem Menschen Stromausfälle melden können, sollen mindestens 5000 Menschen betroffen gewesen sei. (ken/mdo/pst/mab/dpa)

Nachtmodus
KStA abonnieren