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Areal im Mülheimer SüdenStadt soll wieder in Verhandlungen ums Otto-Langen-Quartier gehen

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12.11.2025, Köln: Die Gebäude an der Deutz-Mülheimer-Straße von Hausnummer 147, 149, 151 und 153 gehören der Stadt. Hier ensteht unter anderem das Otto-Langen-Quartier. Gelände an der Foto: Arton Krasniqi

Die Gebäude an der Deutz-Mülheimer-Straße von Hausnummer 147, 149, 151 und 153 gehören der Stadt. Hier ensteht unter anderem das Otto-Langen-Quartier.

Besitzverhältnisse erschweren die Entwicklung des Otto-Langen-Quartiers. Wegen einer Gesetzesänderung des Landes soll die Stadt nun einen neuen Kauf-Versuch starten.

Die Stadt Köln soll einen erneuten Versuch starten, Teile des Otto-Langen-Quartiers in Köln-Mülheim von dem Land NRW zu kaufen. Das hat der Liegenschaftsausschuss am Dienstag beschlossen. Bereits 2024 war die Verwaltung mit dem Land in Verhandlungen gegangen. Dabei konnte keine Einigung gefunden werden.

Grund dafür war unter anderem laut Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU), dass Köln das Grundstück nur im Direktverkauf bekommen könne, wenn das Grundstück zu 100 Prozent für kommunale Zwecke oder den geförderten Wohnraum genutzt wird. So besagte es das Haushaltsgesetz. Die Stadt hatte jedoch einen Plan zur gemeinwohlorientierten Entwicklung mit einer gemischten Nutzung aufgestellt. Ein eingeleitetes Verkaufsverfahren des Landes NRW ist mangels Wettbewerb gescheitert.

Dass die Stadt nun doch wieder in die Verhandlungen gehen soll, hat eine Gesetzesänderung des Landes zugrunde. Im Dezember hat das Land nämlich sein Haushaltsgesetz geändert, sodass das Land das Grundstück Otto-Langen-Quartier „direkt und ohne öffentliches Ausschreibungsverfahren auf der Grundlage einer gutachterlichen Wertermittlung“ direkt veräußern dürfe.

Otto-Langen-Quartier soll gemischt genutzt werden

Die Stadt darf entsprechend nun bei einem Erwerb das Areal auch gemischt entwickeln. Dies bestätigte ein Pressesprecher des Landes auf Rückfrage dieser Zeitung: „Sofern das Land Nordrhein-Westfalen und die Stadt Köln sich einig werden, könnte die Stadt Köln mit einem Erwerb die planungsrechtliche Entwicklung des 4,5 Hektar großen Areals selbst steuern“. Auf dieser Grundlage soll die Stadt nun also wieder neu in Verhandlungen einsteigen, um das rund 45.600 Quadratmeter große Grundstück zu erwerben.

Diese Entscheidung begrüßten alle Sprecherinnen und Sprecher bei einer Veranstaltung am Donnerstagabend zur Zukunft des Areals. Die Mülheimer Grünen-Fraktion hatte zu einem Symposium im Mülheimer Bezirksrathaus eingeladen. Jonas Höltig, Fraktionsvorsitzender in der Bezirksvertretung, sprach dabei in einem vollen Saal mit Sabine Pakulat, Grünen-Fraktion im Rat der Stadt Köln, Andrea Bachmann, Bund Deutscher Architektinnen und Architekten, und Jörg Frank, Initiativkreis Otto-Langen-Quartier.

Die Grünen-Fraktion der Mülheimer BV ludt zum Symposium zum Thema Otto-Langen-Quartier ein.

Die Grünen-Fraktion der Mülheimer BV ludt zum Symposium zum Thema Otto-Langen-Quartier ein.

Mülheimer Grünen-Fraktion organisiert Symposium

Der Kauf durch die Stadt sei laut den Teilnehmenden ein wichtiger Schritt. „Entscheidend ist, dass jetzt etwas passiert“, sagte Frank entschlossen, „wie es dann weitergeht, ist alles nicht klar, aber das Grundstück hat ein großes Potenzial und das muss genutzt werden“. Diesbezüglich schaltete sich auch Grünen-Landtagsabgeordneter Arndt Klocke ein, der im Publikum saß. Er betonte, dass für einen Kauf vor allem die Bereitschaft von Verwaltung und OB Torsten Burmester entscheidend sei: „Das ist der Flaschenhals, um den es geht“.

Auf die Publikumsfrage, ob Vertrauen in die Stadt gesetzt werden könne, ein solches Projekt umzusetzen, erklärte Pakulat, dass im Fall eines Kaufes eine Entwicklungsgesellschaft gegründet werde: „Die Stadt selbst baut nicht und das ist auch gut so“. 

Wenn es zu einem Kauf kommt, schienen die Beteiligten auf der Bühne sich über eine mögliche zukünftige Gestaltung weitestgehend einig. Eine vielfältige Nutzung wünschten sich alle. „Klar ist, dass es so grün wie möglich, so sozial wie möglich und so gemischt wie möglich werden soll“, sagt Pakulat, Vorsitzende des Liegenschaftsausschusses. Uneinigkeit herrschte bei den Fragen, wie viel Wohnraum entstehen kann und soll – und in welcher Form.