Zum sechsten Mal finden die China Lights im Kölner Zoo statt. Zeit für ein Gespräch mit zwei Menschen, die den Zoo zum Strahlen bringen.
China Lights 2025/26Wie der Kölner Zoo jedes Jahr neu erstrahlt

Yiran Wang und Christopher Landsberg sorgen dafür, dass der Zoo auch dieses Jahr wieder leuchtet.
Copyright: Alexander Schwaiger
Sie leuchten wieder: die China Lights im Kölner Zoo. Vom 12. Dezember 2025 bis zum 1. Februar 2026. Drei verschiedene Themenbereiche gibt es: von Insekten und Amphibien im Eingangsbereich über das Schnee-Plateau mit Bären und Steinzeit-Mammuts bis hin zur Dschungelwelt mit bunten Vögeln und Affen am Ende des Rundgangs.
Zum sechsten Mal findet das Lichterfest inzwischen im Zoo statt, und das, obwohl Zoo-Vorstand Christopher Landsberg anfangs Zweifel hatte. Nachdem ein Vertreter der China Lights ihm das Konzept vorgestellt hatte, fuhr Landsberg mit seiner Familie nach Antwerpen, wo die Ausstellung bereits zu sehen war.
„Dass bunte Lichter im Dunkeln schön aussehen, daran hatte ich keinen Zweifel“, sagt er. „Entscheidend war für mich, wie die Installationen bei Tageslicht wirken.“ Dass die Figuren auch ohne Beleuchtung funktionierten, überzeugte ihn schließlich.
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Ganz sicher war er sich dennoch nicht. Am ersten Abend im November kamen nicht einmal 50 Besucher. „Da habe ich kurz an mir gezweifelt und gedacht: Was hast du dir da eingebrockt?“ Heute sind diese Sorgen vergessen.
Rund eine halbe Million Menschen haben die China Lights in den vergangenen Jahren besucht. Das Lichterfestival ist zu einem festen Bestandteil des Zoo-Kalenders geworden, und das ausgerechnet in einer Zeit, die sonst als „Saure-Gurken-Zeit“ gilt. Wer geht schon gern bei fünf Grad und grauem Himmel in den Zoo?
Auch aus kleinen Startschwierigkeiten hat der Zoo gelernt. Weihnachtsmarkt und China Lights direkt hintereinander, das funktionierte nicht. „Die Leute haben sich entweder für den Weihnachtsmarkt oder für den Zoo entschieden“, so Landsberg. Deshalb beginnt das Festival inzwischen später im Dezember und läuft bis in den Januar hinein. „Wenn die Weihnachtsmärkte schließen, kommen viele noch einmal zu uns.“
Kaum sind die Lichter abgebaut, beginnen bereits die Planungen für den nächsten Winter. „Nach den China Lights ist vor den China Lights“, sagt Landsberg. Nach einer kurzen Pause im Februar beginnen im März oder April die Überlegungen zum neuen Thema. Die inhaltliche Idee entsteht in Köln, der Designplan wird anschließend in China ausgearbeitet, geprüft und schließlich in die Produktion gegeben.
Dort beginnt die eigentliche Arbeit. „Rund 200 Chinesen sind einen Monat lang in China mit der Vorbereitung beschäftigt“, sagt Projektleiterin Yiran Wang, die in diesem Jahr erstmals die China Lights in Köln betreut, aber bereits zahlreiche Projekte weltweit begleitet hat.
Stahlteile werden geschweißt, Gehäuse verschraubt, anschließend kümmern sich Elektriker um tausende LED-Leuchten. Nylonstoffe werden eingefärbt, am Ende verleiht ein Airbrush-Künstler den Figuren ihre lebensechte Optik.
Nicht alle Figuren kommen fertig montiert in Köln an. „Wenn die Container geöffnet werden, sieht es eher aus wie ein Puzzle“, sagt Wang. Große Objekte wie die Schlange am Eingang werden erst im Zoo zusammengesetzt. Für eine kleine Blume benötigen die Künstler etwa vier Stunden, für ein großes Tier mehrere Tage.

Im chinesischen Kalender ist dieses Jahr das Jahr der Schlange. Passend dazu erstrahlt eine große Schlange vor dem Eingang des Zoos.
Copyright: Alexander Schwaiger
Die Schlange ist auch Wangs Lieblingsfigur in diesem Jahr. „In China ist derzeit das Jahr der Schlange. Sie erscheint so farbenfroh, wie aus dem Märchen.“ Nach den Drachen der vergangenen Jahre sollte bewusst etwas Neues entstehen. Auch als Zeichen dafür, dass es im Inneren der Ausstellung Neues zu entdecken gibt.
Jedes Jahr wählt der Zoo ein anderes Thema, Wiederholungen sind ausdrücklich nicht gewünscht. Anfangs wurden ausschließlich Tiere gezeigt, die auch im Zoo leben. Später kamen Wasserwelten hinzu, in diesem Jahr sind erstmals auch ausgestorbene Tiere wie Dinosaurier und Dodos zu sehen. „Wir wollen damit auch auf das aktuelle Artensterben aufmerksam machen“, sagt Landsberg.
Besonders beeindruckt zeigt er sich vom Mosasaurus, einem riesigen Unterwasser-Dinosaurier, der scheinbar aus dem Zoosee springt. Aus Sicht der Kinder, so Landsberg, dürfte vor allem die Vulkanlandschaft rund um die Dinosaurier begeistern.
Die Figuren der „Dinoworld“-Sonderschau sind in die Lichtinstallation integriert: Ein 30 Meter langer Argentinosaurus ragt neben einem zwölf Meter hohen Vulkan aus einer leuchtenden Urzeitlandschaft.
„Wir sagen eher: Das Beste kommt zum Schluss“
Inspiriert sind die China Lights vom traditionellen chinesischen Laternenfest, das 14 Tage nach dem chinesischen Neujahr gefeiert wird und dessen feierlichen Abschluss markiert.
Das Unternehmen hinter den China Lights ist weltweit tätig, ähnliche Installationen sind derzeit in Deutschland unter anderem in Kleve und Halle (Saale) zu sehen. „Für mich fühlt sich dieses Projekt anders als andere an“, sagt Wang. „Die meisten Shows, die ich gemacht habe, waren klassische Weihnachtsshows. Hier geht es mehr um Blumen, Pflanzen, Tiere. Das fasziniert mich.“
Die Zusammenarbeit zwischen dem chinesischen Team und dem Zoo laufe gut, sagt Landsberg, auch wenn es kulturelle Unterschiede gebe. „Der erste Designentwurf ist immer sehr bunt. Die Chinesen lieben kräftige Farben.“ In Köln werde dann etwas reduziert. Auch dramaturgisch gebe es Unterschiede: „Die chinesische Seite packt gern alles an den Anfang. Wir sagen eher: Das Beste kommt zum Schluss.“
Während der Laufzeit der China Lights sind sechs chinesische Arbeiter dauerhaft vor Ort, für den Abbau kommen weitere wieder hinzu. Rund zwei Wochen dauert es, bis alle Figuren demontiert, sortiert und eingelagert sind. Wiederverwendbares Material wird nicht zurück nach China, sondern in ein Lager nach Halle (Saale) gebracht.
Auf deutscher Seite spielt vor allem eine Person eine Schlüsselrolle: der Zoo-Elektriker. „Das sind seine härtesten sechs Wochen“, sagt Landsberg. „Er prüft jede Verkabelung, jede Sicherung.“ Die Tiere selbst lassen sich von den Lichtern kaum beeindrucken. Nachts bleiben die Tierhäuser geschlossen, Rückzugsorte seien jederzeit vorhanden.
„Statische Bewegungen stören sie nicht“, so Landsberg. „Und konstante Helligkeit oder Musik sind für sie weniger problematisch als unvorhersehbare Geräusche.“ Für die Tiere wäre es schlimmer, wenn nachts jemand durch den Zoo schliche, als wenn ein Musikzug hindurchführe.
Geöffnet ist der Parcours täglich von 17.30 bis 21 Uhr, außer an Heiligabend und Silvester. Tickets sind online und datumsgebunden erhältlich. Erwachsene zahlen 24 Euro, Kinder von vier bis zwölf Jahren 12 Euro, Kinder bis drei Jahre haben freien Eintritt.

