Vor dem Bürgerentscheid zu Olympia am 19. April will die Stadt Köln Haltung und Abstimmungsempfehlung aller Ratsfraktionen veröffentlichen.
Ja oder Nein?So äußern sich die Fraktionen im Kölner Stadtrat zu Olympia

Eine Projektion auf dem Römisch-Germanischen Museum neben dem Dom am Roncalliplatz wirbt vor dem Bürgerentscheid am 19. April für die Spiele Köln-Rhein-Ruhr.
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Bis zum 20. Februar will die Stadt Köln die jeweilige Haltung samt Abstimmungsempfehlung der Ratsfraktionen und des Oberbürgermeisters zur Austragung Olympischer und Paralympischer Spiele in Köln und der Region Rhein-Ruhr abfragen. Diese sollen auf der eigens eingerichteten städtischen Internetseite „Olympia und Paralympics KölnRheinRuhr“ veröffentlicht werden. Im Vorfeld des Bürgerentscheids zu Olympia am 19. April würden diese Informationen auch „in den Bürgerämtern zur Einsichtnahme ausgelegt“, teilte ein Sprecher der Stadt mit. Außerdem werde sich in den Abstimmungsunterlagen, die von der Stadt automatisch an alle Wahlberechtigten verschickt werden, „ein Link und ein QR-Code zu der genannten Seite“ finden, so der Sprecher.
Da unter anderem die drei größten Fraktionen im Kölner Stadtrat, die Grünen (22 Sitze), die SPD (18 Sitze plus OB Torsten Burmester) und die CDU (18 Sitze), dafür gestimmt hatten, dass die Stadt eine Bewerbung um die Austragung Olympischer Spiele vorantreibt, könnte sich ein einheitliches Bild ergeben.
Allerdings äußern sich die Kölner Grünen nicht eindeutig und wollen ihren Kurs zu Olympia in Köln bei ihrer Mitgliederversammlung am Montagabend erst noch diskutieren. „Die Entscheidung bewegt die Stadt, bringt Chancen und Risiken mit sich und fordert uns heraus, genau abzuwägen, wie ein solches Großereignis zu unseren grünen Werten und zu Köln als Stadt für alle passen kann“, heißt es in der Einladung.
Alles zum Thema Bernd Petelkau
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Ratsfraktion und Partei der Grünen möglicherweise uneins in Sachen Olympia
Könnte es am Ende also sein, dass sich die Kölner Ratsfraktion der Grünen und die Partei nicht einig sind in Sachen Olympia? „Möglich ist das grundsätzlich, da Partei und Fraktion unterschiedliche Rollen haben“, sagte Lisa Schopp, Geschäftsführerin der Kölner Grünen: „Bezogen auf Olympia werden wir den Bürger- und Bürgerinnenentscheid als Partei und Fraktion gut abgestimmt begleiten und wollen die Kölnerinnen und Kölner besonders durch die Bereitstellung von ausgewogenen Informationen bei der Entscheidungsfindung unterstützen.“

Am Wahlabend 2025 steht Christiane Martin (Fraktionsvorsitzende) hinter der Oberbürgermeisterkandidatin ihrer Partei, Berîvan Aymaz. (Archivbild)
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Die Fraktionsvorsitzenden Christiane Martin teilte ähnlich unverbindlich mit: „Es gibt viele gute Gründe für und auch gegen Olympia in Köln.“ Vor der Abstimmung am 19. April wolle man „transparent über Chancen und Risiken des Großereignisses informieren – von Kosten und Flächenverbrauch bis zu Auswirkungen auf das Klima, Umwelt und den geplanten Stadtteil Kreuzfeld.“ Das Gelände im Kölner Norden, auf dem ohnehin ein neuer Stadtteil entstehen soll, ist für den Fall eines Zuschlags durch den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) am 26. September und zu einem späteren, bisher nicht bekannten Zeitpunkt durch das Internationale Olympische Komitee (IOC) dafür auserkoren, Standort für ein temporäres Olympiastadion und das Olympische Dorf zu werden.
Kölns OB Torsten Burmester hat um ein „Ja“ zu Olympia gebeten
Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD) hat schon während seines Wahlkampfes nie einen Hehl aus seiner Befürwortung Olympischer Spiele in Köln gemacht. Zum Auftakt der Kampagne des Landes vor einer Woche rief er die Bürgerinnen und Bürger laut und deutlich zu einem „Ja“ beim Ratsbürgerentscheid auf. Und seine Partei? Steht geschlossen hinter ihm. Oliver Seeck, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und sportpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, sagte am Freitag, dass sich der Parteivorstand in einer Sitzung am Donnerstag einstimmig für eine Bewerbung Kölns als Ausrichter ausgesprochen habe – und die Fraktion sei ohnehin dafür.

Oliver Seeck ist stellvertretender Fraktionsvorsitzender und sportpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion. (Archivbild)
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„Ich bin sehr stolz und freue mich, dass wir an einem Strang ziehen“, sagte Seeck: „Wir sehen große Vorteile und finden, dass wir diese Chance nicht ungenutzt lassen dürfen.“ Die Kritik, dass Gelder, die für die Ausrichtung der Spiele genutzt werden müssten, anderswo besser investiert wären, lässt er nicht gelten: „Ohne Olympische Spiele würden wir bestimmte Gelder gar nicht bekommen, es gäbe keinen Turbo-Effekt.“ Zudem seien „keine weißen Elefanten“ geplant, also keine Neubauten, die im Anschluss niemand mehr braucht.
Fraktion und Partei der Kölner CDU sprechen sich für Olympia in Köln aus
Auch die Kölner CDU stellt sich geschlossen hinter die mögliche Ausrichtung Olympischer und Paralympischer Spiele in Köln-Rhein-Ruhr. Man sei sich einig, ließen Fraktionschef Bernd Petelkau und Parteichefin Serap Güler mitteilen und lieferten ein gemeinsames Zitat: „Es ist eine Riesenchance für Köln und die Region.“

Bernd Petelkau ist Fraktionschef der CDU in Köln.
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Eric Haeming, sportpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, sagte etwas weiterführend: „Die Olympischen Spiele sind eine Riesenchance für Köln und die Region Rhein-Ruhr, sportlich, wirtschaftlich und auch für das internationale Ansehen unserer Stadt.“ Damit möglichst viele Kölnerinnen und Kölner beim Ratsbürgerentscheid teilnehmen und zustimmen, brauche es jetzt „eine transparente Information, klare Konzepte und eine breite Werbekampagne“. Entscheidend sei, „dass die Bewerbung überzeugend zeigt, dass Olympia kein kurzfristiges Großereignis bleibt, sondern nachhaltige Verbesserungen für Köln bringt“.
Stadt Köln richtet eine ämterübergreifende Projektgruppe ein
Zur Planung aller städtischen Maßnahmen rund um die Bewerbung sei eine ämterübergreifende Projektgruppe unter der Leitung des Sportamtes eingerichtet worden, teilte ein Stadtsprecher mit: „Zusätzlich wurde ein Lenkungskreis einberufen, der in regelmäßigen Abständen tagt und an dem Vertreterinnen und Vertreter aller Dezernate und Ämter teilnehmen.“
Die vor einer Woche in der Lanxess-Arena vorgestellte Kampagne sei vom Land in Auftrag gegeben worden und werde in den kommenden Wochen und Monaten großflächig in den 17 an der Bewerbung beteiligten Kommunen ausgespielt. „Sowohl für die Entwicklung der Kampagne als auch die Ausspielung trägt das Land die Kosten“, sagte der Sprecher. Die Stadt Köln werde diese Kampagne durch eigene Kommunikationsmaßnahmen „sinnvoll ergänzen, um die Bürgerinnen und Bürger auf den Ratsbürgerentscheid aufmerksam zu machen und mit Informationen zu versorgen“. Auf der städtischen Internetseite Olympia und Paralympics KölnRheinRuhr - Stadt Köln gebe es fortlaufend Informationen. Zu den Kosten könne man bislang nichts sagen, da die kommunikativen Maßnahmen „noch nicht final ausgestaltet“ seien.

