Frankfurter StraßeAnwohner fordern Tempobegrenzung und Zebrastreifen an Risikostelle in Köln-Wahn

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Anwohner Norbert T. ließ der glimpflich ausgegangene Unfall an der Frankfurter Straße nicht los, also schrieb er einen Brief an die Stadt.

Anwohner Norbert T. ließ der glimpflich ausgegangene Unfall an der Frankfurter Straße nicht los, also schrieb er einen Brief an die Stadt.

Laut Stadt seien die gesetzlichen Grundlagen für die geforderten Anpassungen nicht gegeben. Was sie jetzt unternehmen will.

Das war knapp! An der Frankfurter Straße in Wahn, wo ein Wirtschaftsweg vom Vereinsgelände des SSZ Wahn auf die vielbefahrene Bundesstraße mündet, beobachtete Norbert T. an einem Werktag im April eine gefährliche Situation. Zwei Schulkinder schoben ihre Fahrräder vom Wirtschaftsweg in Richtung Frankfurter Straße, um sie zu überqueren. Sie konnten wegen zweier direkt vor der Einmündung geparkter Fahrzeuge den von links kommenden Verkehr nicht einsehen. Und als eins der Kinder zwecks besseren Blicks sein Rad ein Stückchen auf die Fahrbahn schob, wurde das Rad von einem vorbeifahrenden Auto erfasst und samt schiebendem Kind umgeworfen.

Anwohner erinnerte in seinem Brief an alten politischen Beschluss

Wie Norbert T. mitteilt, habe er das Kind mit einem Pflaster versehen, die  beiden kleinen Radfahrer beruhigt und sie über die Straße geleitet. Ihm selbst ließ der glimpflich ausgegangene Unfall aber keine Ruhe; er schrieb die Oberbürgermeisterin und die Stadtverwaltung an. T. beschrieb die Situation, erinnerte an einen schon 35 Jahre alten politischen Beschluss zur Einrichtung einer Querungshilfe und machte weitere Vorschläge zur Verbesserung der Sicherheit.

Denn an dieser Stelle kreuzen täglich unter anderem zahlreiche Schulkinder, die das Gymnasium oder die Realschule besuchen, die Bundesstraße. Der Bürger regte an, dort das Tempo auf 30 Kilometer pro Stunde zu begrenzen, einen Zebrastreifen einzurichten und durch die Aufstellung großer Betonklötze das Parken unmittelbar vor der Einmündung zu unterbinden.

ADFC, Bezirksvertretung und Bürger hatten schon Verbesserungen verlangt

Mit seiner Sorge um die Verkehrssicherheit entlang der Frankfurter Straße am nördlichen  Ortseingang von Wahn ist T. nicht  allein. Die Bezirksvertretung, Mitglieder des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs sowie engagierte Bürgerinnen und Bürger haben für den Bereich zwischen Ortseingang und Kreisverkehr Nachtigallenstraße schon mehrfach Verbesserungen verlangt. Irgendwelche Veränderungen  sind aber nicht erfolgt.

Auf eine Presseanfrage zum Thema teilte die Stadt nach Norbert T.s aktueller Intervention mit: „Eine Gefahrensituation an der genannten Stelle ist beim Dezernat für Mobilität der Stadt Köln nicht bekannt.“ Aufgrund der Mail des Bürgers sei bei einem Ortstermin festgestellt worden, dass dort widerrechtlich geparkt wurde, und zwar außerhalb der Fahrbahn bis an den Einmündungsbereich heran.  Das Dezernat für Mobilität werde sich mit dem Verkehrsdienst des Ordnungsamtes abstimmen, der Bereich werde nunmehr verstärkt kontrolliert.

Stadt Köln: Gesetzliche Grundlagen nicht gegeben

Zur Einrichtung eines Fußgängerüberwegs sowie zur Umsetzung einer Geschwindigkeitsbeschränkung unter 50 Stundenkilometer fehlten an der Stelle jedoch die gesetzlichen Grundlagen, teilt die Stadt weiter mit. Damit ein Zebrastreifen infrage kommt, seien  „mindestens 50 querende Fußgänger*innen in der Spitzenstunde und gleichzeitig mindestens 200 Kraftfahrzeuge auf der Straße“ erforderlich. Das sei an dieser Stelle nicht gegeben. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometer werde regelmäßig überwacht. Seitens der Polizei und der angrenzenden Schulen lägen keine Meldungen vor.

Den Planungsauftrag aus dem Beschluss der Bezirksvertretung Porz zur Einrichtung einer Querungshilfe habe  die Verwaltung „in ihr Arbeitsprogramm aufgenommen“, heißt es abschließend.

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