Der Tag des Forts wird jedes Jahr am ersten Sonntag im Juni gefeiert. In Köln gibt es Führungen, Vorträge und weitere Aktionen.
23. Tag des FortsKölner Festungsmuseum lädt zu kostenfreien Führungen ein

Im Zwischenwerk VIII B befindet sich das Kölner Festungsmuseum, das am Tag des Forts besichtigt werden kann. (Archivfoto)
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Zwei Jahre lang konnte das Kölner Festungsmuseum in Marienburg nur eingeschränkt besichtigt werden. Grund waren Sanierungsarbeiten am Zwischenwerk VIII b, in dem das ehrenamtlich betriebene Museum beheimatet ist. Zum 150. Geburtstag des Baus, der die Aufgabe hatte, den Rhein als Lebensader Kölns nach Süden hin zu verteidigen, haben die Betreiber die Ausstellung zur preußischen Festungsgeschichte neu konzipiert. Einen Eindruck davon und von der gesamten Anlage kann man sich am kommenden Sonntag, 7. Juni, dem 23. Tag der Forts, verschaffen. Dann wartet das Museum beispielsweise mit zahlreichen geführten Rundgängen auf, darunter Führungen speziell für Kinder. Am Dienstag hat Georg Ruppert, der dem Vorstand von CRIFA, dem Kölner Institut für Festungsarchitektur, angehört, das Programm vorgestellt.
Das Institut veranstaltet den Tag der Forts in Zusammenarbeit mit der Stadt Köln, dem Kölner Festungsmuseum und weiteren ehrenamtlichen Helfern. CRIFA erforscht die Geschichte der militärischen Bauten, die der preußische Staat nach der napoleonischen Besatzung bis ins 20. Jahrhundert hinein errichten und verstärken ließ. Zunächst entstand der Innere Festungsring mit 14 Forts und neun Lünetten; das sind kleinere Festungswerke, deren Grundriss dem einer Bastion ähnelt.
Ab 1873 wurde der Äußere Festungsgürtel geschaffen, der unter anderem aus zwölf Forts von 300 Metern Breite und 23 halb so großen Zwischenwerken bestand, die die Bereiche zwischen den Forts sichern sollten. Das Zwischenwerk VIII b gilt als das am besten erhaltene Überbleibsel des ringförmigen Verteidigungswalls. Nach 1919 mussten die Festungsanlagen gemäß den Bestimmungen des Versailler Vertrags geschleift werden. Dank Konrad Adenauer, der damals Kölner Oberbürgermeister war, entgingen einige Bauwerke dem vollständigen Abriss. Heute stehen die Relikte unter Denkmalschutz.
Viele Angebote an den Festungen
Der Tag der Forts bietet Führungen, Vorträge und weitere Aktionen, darunter Wanderungen, rund um die preußischen Festungsanlagen. Die Teilnahme an allen Veranstaltungen ist kostenlos. Um dafür gut gerüstet zu sein, empfehlen sich festes Schuhwerk, die Mitnahme einer Taschenlampe und eine dem Wetter angepasste Kleidung.
Die Veranstaltung sei aus vielen Gründen „besonders“, schreibt Oberbürgermeister Torsten Burmester als Schirmherr in seinem Grußwort: „Seit fast einem Vierteljahrhundert basiert sie auf ehrenamtlichem Engagement. Sie rückt einstige Militärbauten in den Fokus, die heute friedlichen Zwecken dienen. Sie unterstützt den Denkmalschutz und macht unsere gemeinsame paneuropäische Geschichte erlebbar.“
Der besondere Denkmaltag für neuzeitliche Festungsanlagen wird traditionell am ersten Junisonntag eines jeden Jahres begangen. Neben ausgewählten Orten in Deutschland nehmen mittlerweile auch Länder wie Polen, Frankreich und die Niederlande teil. Die von Köln ausgegangene Initiative sei zum „paneuropäischen Projekt“ geworden, sagte Georg Ruppert, zu einer „Initiative gegen das Vergessen und für Völkerverständigung“.
Das Programm ist online abrufbar.

