Die A565 über die Bonner Nordbrücke wurde für den Lkw-Verkehr gesperrt. Die Umleitung erfolgt über den Kölner Süden.
Wegen Sperrung in BonnKölner Bündnis warnt vor Verkehrskollaps an Rodenkirchener Brücke

Die Rodenkirchener Autobahnbrücke soll abgerissen und neu gebaut werden. Die Autobahn A4 soll im Kölner Süden auf acht Fahrspuren verbreitet werden. Kritiker halten das für unnötig.
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Die Rodenkirchener Brücke im Süden von Köln ist eine der wichtigsten Rheinquerungen im Großraum Köln. Jeden Tag überqueren hier Statistiken zufolge bis zu 135.800 Kraftfahrzeuge den Rhein. Neben monatelangen Baustellen kommt jetzt jedoch Umleitungsverkehr aus Bonn hinzu. Das Kölner Bündnis aus FDP und Kölner Stadtgesellschaft (KSG) warnt vor dem Verkehrskollaps und fordert die Bezirksregierung zum Handeln auf.
Um die denkmalgeschützte Rodenkirchener Brücke wird schon lange gestritten. Die Autobahn GmbH will den Bau im Zuge des geplanten Ausbaus der A4 auf acht Spuren abreißen und neu bauen. Die Bezirksregierung Köln pocht unterdessen auf einen Ausbau.
Lkw-Verkehr aus Bonn wird über Rodenkirchener Brücke umgeleitet
Nun kommt ein großräumiges Umleitungskonzept aus Bonn hinzu. Seit dem 9. Februar 2026 ist die Bonner Nordbrücke für den Lkw-Verkehr gesperrt. Der Lkw-Fernverkehr sowie der überregionale und regionale Schwerlastverkehr werden seitdem über die A4 im Kölner Süden umgeleitet. Das sei das Ergebnis aus „entsprechenden Abstimmungsgesprächen“ mit der Autobahn GmbH, teilte die Stadt Bonn mit.
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Für die Kölner Fraktion FDP/KSG ein Skandal. Warum soll jetzt ausgerechnet die Rodenkirchener Brücke möglicherweise jahrelang als Umleitung für den Fern- und Schwerlastverkehr fungieren, fragen sich die Politiker. „Die Rodenkirchener Brücke droht durch die zusätzliche Belastung noch schneller an ihre Ermüdungsgrenzen zu stoßen“, so der KSG-Vorsitzende Torsten Ilg am Montag (16. Februar) in einer öffentlichen Stellungnahme. Das Stauaufkommen sei nach der Sperrung in Bonn bereits merklich gestiegen.
Kölner Bündnis sieht Projekt Rheinspange in Gefahr
Durch die Mehrbelastung durch den Umleitungsverkehr aus Bonn sieht das Bündnis sogar das Projekt der Rheinspange in Gefahr. Den Plänen der Autobahn GmbH zufolge soll der Neubau der Rodenkirchener Brücke nach der Inbetriebnahme der Leverkusener Rheinquerung und der Rheinspange 553 zwischen Köln und Bonn erfolgen.
„Wir fordern deshalb eine gerechte Verteilung des Schwerlastverkehrs auf alle noch verfügbaren Brücken in Nordrhein-Westfalen sowie eine prioritäre Umsetzung der Rheinspange bei Wesseling“, so Ilg weiter. Die Bezirksregierung habe es versäumt, die möglichen Folgen für den Kölner Süden mit der Autobahn GmbH abzustimmen.
Stadt Bonn weist Vorwürfe zur A565-Umleitung zurück
Die Bonner Stadtverwaltung machte unterdessen deutlich, die Umleitung des Schwerlastverkehrs von der A565 auf die Rodenkirchener Brücke nicht veranlasst zu haben. Sowohl für die Entscheidung der Sperrung für den Lkw-Verkehr als auch für das überörtliche Umleitungskonzept sei die Autobahn GmbH zuständig, so ein Pressesprecher.
Die FDP/KSG-Fraktion will das Thema im Kölner Rat weiterverfolgen. Ob ein Austausch mit der Autobahn GmbH erfolgt, war noch unklar. Wie hoch die Mehrbelastung der Rodenkirchener Brücke durch die Lkw-Sperrung der Bonner Nordbrücke wirklich ist, darüber gibt es noch keine Auswertungen. Der Verkehr während der Karnevalszeit ist nur bedingt aussagekräftig.
Zudem teilte die Autobahn GmbH mit, dass nicht nur die Bonner Nordbrücke, sondern auch die Umleitungsstrecke über die A4 und die Rodenkirchener Brücke in der Zuständigkeit des Bundes befinde.

