In einer Aktuellen Stunde gaben Stadtvertreter den Lokalpolitikern Einblicke in den Stand der Räumung des Großmarkts und der Planungen zur Parkstadt Süd.
Parkstadt SüdStadt informiert Rodenkirchener Politiker über Planungen

Das Herz der Parkstadt Süd soll die ehemalige Großmarkthalle bilden.
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Auf dem rund 115 Hektar großen Gelände zwischen Luxemburger Straße und Rhein soll mit der Parkstadt Süd eines der größten Stadtentwicklungsprojekte Kölns entstehen – mit einem neuen Grüngürtel, dem Jean-Löring-Park, rund 3.300 Wohnungen und etwa 4.300 Arbeitsplätzen. Auf Antrag der SPD-Fraktion waren Vertreter der Stadtverwaltung sowie der Gesellschaft Moderne Stadt, die von der Stadt mit der Entwicklung des Areals beauftragt ist, in die Sitzung gekommen, um über die aktuellen Entwicklungen zu informieren.
Der Großmarkt war zum 31. Dezember des vergangenen Jahres geschlossen worden. „Nach 85 Jahren Bestand ist die komplette Rückabwicklung des Großmarkts eine große Herausforderung für die Händler, aber auch für die Verwaltung“, erklärte Julian Möller-Wimberg, Leiter der städtischen Marktverwaltung. Insgesamt seien bereits 250 Tonnen Müll und Hinterlassenschaften entfernt worden. Seit dem 1. Januar seien Kunden- und Warenverkehr nicht mehr erlaubt. „Das Gelände ist durch Zäune und einen durchgehenden Wachdienst gesichert, um Vandalismus zu verhindern“, so Möller-Wimberg.
Räumung kurz vor Abschluss
Die Händler sind vertraglich verpflichtet, ihre Bauten zu entfernen. Die meisten hätten sich dafür entschieden, den Rückbau gegen Zahlung durch die Stadt durchführen zu lassen. „Jeden Tag werden Gebäude und Schlüssel übergeben, wir sind kurz vor dem Abschluss der Räumung“, berichtete Möller-Wimberg. Der Abbruch der Gebäude soll gebündelt erfolgen, ein konkreter Zeitpunkt steht jedoch bisher nicht fest.
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Um die ehemalige Großmarkthalle sollen sich einmal Wohngebäude für 4500 Menschen gruppieren. Bis auf wenige Hochhäuser sollen die künftigen Gebäude zwischen fünf und sieben Geschosse hoch sein.
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Das Umwelt- und Liegenschaftsamt teilte schriftlich mit, dass derzeit ein Entwurf für eine Artenschutzprüfung von der Unteren Naturschutzbehörde geprüft werde. Auf dieser Grundlage würden spätere Auflagen für Abbrucharbeiten festgelegt. Vor dem Abriss einzelner Gebäude sollen die Tierschützer informiert werden, die sich um die freilebenden Katzen auf dem Gelände kümmern. Diese hätten weiterhin Zutritt, um die Katzen sicherzustellen und sie anschließend medizinisch versorgen zu lassen und schließlich zu vermitteln oder auszuwildern. Die Kosten für medizinische Versorgung und Kastration trägt die Stadt, da es sich hierbei um eine kommunale Pflichtaufgabe handelt. Zudem sei bei wichtigen Vorhaben eine ökologische Baubegleitung vorgesehen, informierten die Ämter. Eine Frage von Bezirksvertreter Christoph Schykowski (CDU), zur möglichen Abwanderung von Ratten, die sich ohne Katzen auf dem ehemaligen Großmarktgelände unkontrolliert vermehren könnten, konnte in der Sitzung nicht beantwortet werden. Die Antwort soll schriftlich nachgereicht werden.
Baustart für die Parkstadt Süd Anfang der 2030er Jahre
Nicolai Sieber vom Stadtplanungsamt, Projektleiter der Parkstadt Süd, berichtete, das Projekt befinde sich „in der Mitte des Verfahrens“. Vorgesehen für die Quartiersentwicklung seien wenige Gebäude mit bis zu 18 Geschossen, die durchschnittliche Höhe liege bei fünf bis sieben Geschossen. „Wir orientieren uns hier an der Südstadt“, sagte Sieber. Ein Baustart sei für die frühen 2030er-Jahre geplant. Eine zentrale Rolle komme der denkmalgeschützten Großmarkthalle zu. „Die Halle ist das Herz der Parkstadt.“ Denkbar sei ein Markt für Endverbraucher, allerdings müsse die rund 8.000 Quadratmeter große Halle auch weitere Nutzungen aufnehmen. Derzeit laufe dazu eine Machbarkeitsstudie. Unabhängig von der späteren Nutzung werde die Halle wegen erheblicher Baumängel vorab saniert.
Der Großteil der Flächen im Planungsgebiet befinde sich bereits im Eigentum der Stadt. Mit den verbleibenden privaten Eigentümern werde verhandelt. „Wie verkaufsbereit sie sind, darauf haben wir keinen Einfluss“, so Sieber. Viele Gebäude sollen im Erbbaurecht entstehen, damit die Grundstücke dauerhaft im Besitz der Stadt bleiben. Möglichkeiten zur Bürgerbeteiligung werde es weiterhin geben, teilte Sieber mit.
