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Gemeinde St. PiusChurch-Planting-Projekt in Köln-Zollstock endet deutlich früher als geplant

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Das Projekt „Church Planting“ in St. Pius wird vorzeitig beendet.

Das Projekt „Church Planting“ in St. Pius wird vorzeitig beendet.

Das Church-Planting-Projekt in St. Pius in Zollstock endet deutlich früher als geplant. Über die Gründe sprechen die Verantwortlichen nur vage.

Als das Erzbistum Köln im Herbst 2025 in der Zollstocker Kirchengemeinde St. Pius das Projekt „Church Planting“ startete, waren die Erwartungen groß. Ein eigenes Team aus Pfarrer, Referentin und Kirchenmusiker sollte neue Wege gehen und wollte die Kirche „zu einem Ort machen, an dem sich Menschen begegnen, unabhängig davon, ob sie gläubig sind oder nicht“. Vor allem Menschen, die bisher wenig Kontakt zur Kirche hatten, wollte es ansprechen. Das Projekt erhielt weitreichende Eigenständigkeit und war zunächst auf mindestens fünf Jahre angelegt.

Nicht einmal ein Jahr später steht fest: Der Versuch wird am Standort St. Pius vorzeitig beendet. Darüber wurde die Gemeinde bereits im aktuellen Pfarrbrief informiert.

Das Erzbistum Köln und die Kirchengemeinde haben den Vertrag zum 31. Dezember 2027 gekündigt. Gleichzeitig laufen Gespräche über eine frühere Beendigung.

Das Church-Planting-Team – hier eine Aufnahme vom Oktober 2025 mit Referentin Karolin Plichta und Pfarrer Robert Knezevic (Kirchenmusiker Alexander Rendchen ist nicht im Bild) – wird St. Pius vorzeitig verlassen.

Das Church-Planting-Team – hier eine Aufnahme vom Oktober 2025 mit Referentin Karolin Plichta und Pfarrer Robert Knezevic (Kirchenmusiker Alexander Rendchen ist nicht im Bild) – wird St. Pius vorzeitig verlassen.

„Konflikte und Verletzungen“ – Hintergründe bleiben offen

Über die Gründe äußern sich die Verantwortlichen bislang nur vage. Im Pfarrbrief heißt es, es sei „kein Geheimnis, dass rund um das Projekt der Gemeindegründung auch Konflikte und Verletzungen entstanden“ seien. Das Erzbistum erklärt auf Anfrage dieser Zeitung lediglich, man sei nach zahlreichen Gesprächen gemeinsam zu der Einschätzung gelangt, dass das Projekt „an diesem Standort nicht dauerhaft fortgeführt werden soll“. Worin die Konflikte bestanden und zwischen welchen Beteiligten sie entstanden sind, dazu macht das Erzbistum derzeit keine Angaben.

Etwas persönlicher formuliert es Pfarrer Christoph Hittmeyer, leitender Pfarrer der Pfarrei Köln Am Südkreuz, auf Nachfrage: „Manchmal passen Dinge nicht ganz zusammen“, schreibt er. Es sei „beidseitig nicht recht möglich“ gewesen, gemeinsam Zukunft zu gestalten. Daraus seien „Missverständnisse“ entstanden. Zugleich betont Hittmeyer, dass gute Erfahrungen aus dem Projekt – etwa die neu gestaltete Firmvorbereitung – erhalten bleiben sollten. Trotz allem hält er den Versuch für richtig: „Ich trenne mich nicht mit einem schlechten Gefühl, denn es ist gut, sich beim ,Nicht-zusammenpassen‘ zu trennen und mit Hoffnung auf gute zukünftige Wege zu gehen“, sagt Hittmeiyer.

Frühe Kritik an der Kommunikation

Dass es bereits früh Irritationen gab, zeigt ein Protokoll des Pfarrgemeinderats vom März dieses Jahres. Mehrere Mitglieder kritisierten damals, weder über die Planungen noch über den Start des Projekts informiert oder in die Vorüberlegungen einbezogen worden zu sein. Eine langjährige Pfarrgemeinderätin sprach von mangelnder Wertschätzung für das Engagement der Ehrenamtlichen und legte daraufhin ihr Mandat nieder.

Das Church-Planting-Team hatte zahlreiche Neuerungen angekündigt – darunter ein gemeinsames Mittagessen nach den Sonntagsgottesdiensten, Angebote für Alleinerziehende, gemeinsames Gärtnern mit Familien im Pfarrgarten, einen Studierendentreff, Lernorte für Studierende sowie weitere Angebote für Kinder und Jugendliche.

Auf mehrfache Nachfrage dieser Zeitung, welche der angekündigten Projekte bereits umgesetzt wurden und wie der aktuelle Stand ist, reagierte das Team nicht und verwies darauf, im September erneut nachzufragen. Gemeinschaftlich genutzte Hochbeete finden sich zumindest im Pfarrgarten bisher nicht.

Für das Church-Planting-Team sucht das Erzbistum bereits einen neuen Standort. Ziel sei es, „die gemachten Erfahrungen sorgfältig auszuwerten und einen Ort zu finden, an dem die Gemeinde unter guten Rahmenbedingungen weiter wachsen kann“, teilt das Erzbistum mit.

St. Pius wird wieder vollständig in die Pastorale Einheit Köln Am Südkreuz integriert und geht mit der geplanten Fusion in der neuen Großpfarrei Regina Pacis auf.

Eine Stellungnahme des Kirchenvorstands steht noch aus. Auch vom Church-Planting-Team werden nach der Sommerpause weitere Antworten erwartet wie auch vom Erzbistum. Damit dürften in den kommenden Wochen auch die Hintergründe für das vorzeitige Ende des Projekts klarer werden.