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Satirischer Wochenrückblick
Köln hat den Bahnbogen raus

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Ab geht's nach London: Die Kölner träumen von einer Direktverbindung mit dem Eurostar.

Ab geht's nach London: Die Kölner träumen von einer Direktverbindung mit dem Eurostar.

Warum Köln seinem Anspruch als Weltmetropole immer mehr gerecht wird.

Nur für den Fall, dass es Ihnen entgangen sein sollte, fasse ich die guten Nachrichten dieser Woche gerne für Sie zusammen. Auf dem Weg zur Weltmetropole hat unsere schöne Stadt in nur sieben Tagen riesige Fortschritte gemacht.

Und dabei reden wir nicht über die anfällige Bühnentechnik unseres schmucken Opernhauses, die zwar den Spielplan durcheinanderbringt, aber der Begeisterung des Publikums über die Wiederinbetriebnahme des Riphahn-Kastens keinen Abbruch tut. Was immer dort gespielt wird, der Kölner kommt und ist begeistert.

Nein. Wir werden mit dem Zug in rund fünf Stunden ohne Umsteigen nach London reisen, um uns dort von Musical-Produktionen im West End inspirieren zu lassen, die so klein, aber fein sind, dass sie sich in den leerstehenden Etagen schwächelnder Handelsriesen auf der Schildergasse auf die Bühne bringen lassen.

„Himmel und Kölle“ in Bewegung setzen

Ja. Die Stadt wird „Himmel und Kölle“ in Bewegung setzen, um nach dem Abschied von der blauen Mülltüte auf dem Breslauer Platz ihrem Anspruch als rheinische Kulturhauptstadt gerecht zu werden.

Nennen Sie mir einen Musical-Standort auf der Welt, an dem man das passende Outfit – eine schickes Midikleid, eine elegante Bluse für die Dame, ein gutsitzendes Hemd, eine Chino-Hose, optional ergänzt durch ein leichtes Sakko für den Herrn – zehn Minuten vor der Premiere des „König von Köln“ im Erdgeschoss des Modestübchens Cilly & Anton erwerben kann, um dann mit der Rolltreppe zwei Etagen höher ins Musical-Theater zu fahren. Was London kann, können wir schon lange.

Doch das ist längst nicht alles. Die Stadtverwaltung ist fest entschlossen, die Ehrenfelder Clubszene auf das Niveau von Shoreditch & Dalston in East London zu bringen: Dort, wo das kreative und hipster-geprägte Herz der alternativen Underground-, Elektro- und Warehouse-Club-Szene schlägt.

Was ist schon der Dalston Superstore in Loving London gegen die Trash- und Rubbish-Szene in den Bahnbögen an der Hüttenstraße, über die – und das ist das Geilste schlechthin – die Köln-London-Shuttle donnern? Wir haben Bumann & Sohn und den Bahnbogen raus. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann London nach Kölle kommt, um das zu erleben.