Wir haben mit Menschen geredet, die am Chlodwigplatz wohnen, in oft besuchen oder dort arbeiten.
Serie „Kölner Plätze“Das wünschen sich die Anwohner für den Chlodwigplatz

Cornelia Jülich-Rademacher ist die Pächterin der Severinstorburg.
Copyright: Christiane Vielhaber
Chlodwigplatz steht für das Veedel

Cornelia Jülich-Rademacher
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Cornelia Jülich-Rademacher ist die Pächterin der Severinstorburg.
Ich bin hier aufgewachsen, mein Vater war 1979 der erste Pächter der Torburg, ich habe 2011 übernommen. Der Chlodwigplatz ist einzigartig: Er steht für Veedel, Köln und Liebe. Das Trauzimmer hier ist eines der beliebtesten, es gab Zeiten, da fanden hier 250 Trauungen pro Jahr statt. Etwa ein Drittel der Paare feiert dann anschließendend in unseren Räumen. Wenn ich die festlich gekleideten Gesellschaften auf dem Platz sehe, dann geht mir immer das Herz auf. Und wenn ich an das „Arsch Huh“-Konzert denke, dann bekomme ich eine Gänsehaut. Und beim Karneval natürlich auch. Letztes Jahr war es am 11.11. so voll wie noch nie. Aber es war eine sehr schöne, friedliche Stimmung.
Der Zustand des Platzes hat sich immer wieder verändert. Es gab Zeiten, da war es viel schmutziger. Heute sieht er sehr viel besser aus. AWB und KVB kümmern sich sehr. Natürlich gibt es weiterhin Obdachlose und Drogenkonsumenten, aber es gibt sehr gute Hilfsangebote von Vringstreff und Streetworkern. Polizei und Ordnungsamt sind hier oft unterwegs. Donnerstags gibt es jetzt einen Wochenmarkt, der ist sehr schön. Wenn hier etwas stattfindet, wird es direkt angenommen. Was ich mir noch wünsche: vielleicht ein paar Mülleimer mehr.
Mit Kindern nicht ungefährlich

Lisa Junge-Scheuermann
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Lisa Junge-Scheuermann wohnt am Eierplätzchen ganz in der Nähe.
Ich bin eigentlich nur auf dem Chlodwigplatz, wenn hier Veranstaltungen sind und man sich gemütlich hinsetzen kann. Der Weihnachtsmarkt ist zum Beispiel sehr schön, da kommen auch ganz viele junge Leute. Aber sonst ist es hier unter der Woche oft ein bisschen trostlos.
Und mit kleinen Kindern auch nicht ungefährlich. Hier fahren Fahrradfahrer einfach über den Platz. Und die großen Gelenkbusse fahren ja gleich am Rand. Ich wundere mich, dass da nicht mehr passiert. Idyllisch ist es wirklich nicht. Ich habe das Gefühl, andere Städte kriegen sowas besser hin. Hier will man eigentlich nur schnell durch. Man könnte den Platz vielleicht so ordnen, dass er zum Beispiel vom Busverkehr mehr abgeschottet ist, vielleicht durch Bepflanzung. Und er sollte öfter durch Veranstaltungen belebt werden.
Ein Brunnen und mehr Schatten

Jürgen Schneider
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Jürgen Schneider ist Inhaber des Teeladens am Chlodwigplatz.
Ich bin hier seit 46 Jahren. Eigentlich hat sich gar nicht so viel geändert, wir sind sehr glücklich mit dem Standort. Ich bin sehr zufrieden mit der Südstadt, außer mit dem Chlodwigplatz. Drumherum ist man mit den vielen Restaurants in der Alteburger Straße und kleinen Geschäften wie in der Merowingerstraße wie in Watte gepackt, das ist alles gediegen. Doch der Platz hat sich nicht entwickelt. Vor so einer historischen Kulisse wie der Severinstorburg sollte es schöner aussehen. Das ist irgendwie ein Armutszeugnis für die Stadt. Die Bänke sind nicht sehr einladend. Es sollte einen Brunnen oder ein Wasserspiel geben. Ich bin sehr oft in südlichen Ländern, da gibt es immer Brunnen als Treffpunkt und auch zur Abkühlung. Das sollte die Stadt mal angehen. Aber bitte nicht tausend Ausflüchte finden, das ginge nicht, weil darunter die U-Bahn verläuft und so weiter. Außerdem sollten mehr Bäume zur Beschattung gepflanzt werden, kleinere Bäume, die dann wie ein Dach geschnitten werden.
Der beste Platz in Köln

Manuela Lemoine
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Manuela Lemoine steht seit mehr als zehn Jahren regelmäßig mit ihrem Reibekuchenstand auf dem Platz.
Wir kommen aus Ehrenfeld, aber der Chlodwigplatz ist wirklich unser bester Standort. Ein sehr schöner Platz, wir sind froh, dass wir hier stehen dürfen. Hier an der Torburg ist einfach eine tolle Atmosphäre. Wir haben viel Stammpublikum, und mit den Marktkollegen ist es wie in einer großen Familie. Klar gibt es hier viele Obdachlose. Aber mit denen kommen wir gut aus. Wir verschenken pro Tag 20 bis 25 Reibekuchen an sie. Was sollte sich verbessern? Wir sind wunschlos glücklich.
Leider kein Platz zum Verweilen

Gaby Hens
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Gaby Hens ist Architektin und wohnt in der Nachbarschaft.
Das Tor ist unser Wahrzeichen, und ich bin sehr gerne auf dem Wochenmarkt. Das ist wirklich eine tolle Atmosphäre. Aber es gibt auch große Probleme mit Obdachlosen und Drogenabhängigen. Seit Corona ist es gefühlt schwieriger geworden. Es gibt zwar auch viel Nebeneinander. Es funktioniert irgendwie. Aber Kinder meiden zum Beispiel abends den Platz. Auch meine Teenager-Tochter macht einen Umweg darum. Insgesamt lädt der Chlodwigplatz nicht zum Verweilen ein. Ich komme eigentlich nur zum Markt hierher, sonst geht man schnell vorbei. Womit könnte man die Situation verbessern? Stadtplanerisch ist das eine schwierige Aufgabe, weil hier nun einmal ein Verkehrsknotenpunkt ist und die Fläche gepflastert und geteert ist. Aber es würde sicher helfen, wenn hier mehr Veranstaltungen wie Märkte stattfinden, dann mischt sich das Publikum und die Atmosphäre ist einfach schöner.
Leseraufruf
Unsere Serie „Kölner Plätze“ rückt einmal im Monat einen Ort in Köln in den Fokus. Wir erklären, wieso der Platz heute so aussieht, wie er aussieht. Wir sprechen mit den Menschen, die dort wohnen und arbeiten.
Daraus entsteht eine To-do-Liste: Die Menschen, die an dem Platz leben, können nicht nur am besten beschreiben, was ihn zu einem essenziellen Teil Kölns macht. Sie sehen auch jeden Tag, wo es Verbesserungsbedarf gibt. Reden auch Sie mit uns über den Chlodwigplatz: Wie erleben Sie ihn? Was hält Sie hier? Was fehlt? Ergänzen Sie die Aufgabenliste!
Vielleicht haben Sie eine besondere Geschichte zu erzählen, die Sie mit dem Chlodwigplatz verbindet. Oder haben Sie besonders schöne, auch bezeichnende oder historische Fotos des Platzes? Dann senden Sie eine Mail an ksta-koeln@kstamedien.de
