Die Auswahl an Karnevalskneipen für den 11.11. ist riesig: Einige verkaufen schon jetzt Karten, bei anderen können Sie spontan vorbeischauen. Ein Überblick.
Knapp elf Wochen bis zum 11.11.Wo Sie Tickets für den Kneipenkarneval brauchen und wo nicht

Was Sie zum Kneipenkarneval am 11.11. wissen müssen (Symbolbild).
Copyright: Martina Goyert
Buntgekleidete Feiernde füllen in elf Wochen wieder die Straßen, auf dem Weg in die Kneipen der Stadt. Der Ansturm zum Sessionsauftakt am 11.11. beginnt oft früh morgens, denn viele möchten einen Platz in den besten Lokalitäten ergattern. Doch wie umgehen mit der eigenen Beliebtheit? Einige Orte entscheiden sich für den Ticketverkauf, andere bewusst dagegen. Jecken bleiben beide Optionen offen: im Voraus planen oder den 11.11. spontan angehen?
11.11. nach Planung: Für diese Kneipen braucht es ein Ticket
Das Stukmans am Gottesweg hat sich bewusst für den Verkauf von Tickets entschieden. Und das schon seit zehn Jahren. Grund dafür ist die mehrtägige Vorbereitung. Schließlich gestaltet das Team die Kneipe aufwendig und liebevoll für den Sessionsauftakt um. Die Kosten dafür wollen sie über den Ticketverkauf wieder hereinholen. Wer ein Ticket im Stukmans bekommen möchte, muss schnell sein. Der Vorverkauf ist gestartet am 23. August und die Tickets für 29,90 Euro sind meist schnell ausverkauft. Ticketinhaber haben von 9 bis 10 Uhr bevorzugten Einlass, ab 10 Uhr öffnet eine Tageskasse.
Auch andere Locations haben sich für diesen Weg entschieden. Das Deutzer Brauhaus verkauft seit eh und je Tickets, vor allem aus organisatorischen Gründen. „Durch den Verkauf bilden sich vor der Gaststätte keine ewigen Schlangen und auch die Anzahl der Personen kann besser kontrolliert werden“, erklärt Geert Dillien, Geschäftsführer der Betreibergesellschaft des Deutzer Brauhauses. Eine Tageskasse gibt es für den Veranstaltungsort am Bahnhof Messe/Deutz nicht. Feiernde müssen allerdings 21 Jahre alt sein. Dann können sie sich auf die Karnevalsparty mit DJ freuen. Im Obergeschoss gibt es zudem einen Imbissbereich und dank der Terrasse können die Jecken auch draußen feiern. Das Tagesticket kostet dieses Jahr 33 Euro. Ein Nachmittagsticket ist für 23 und ein Abendticket für 20 Euro zu haben. Noch sind welche übrig, doch Feiernde sollten sich möglichst bald um eins kümmern, der Vorverkauf hat bereits im Juli begonnen.
Tickets braucht es bekanntermaßen auch für das Haus Unkelbach. Ein Ticket kostet 40 Euro, Wasser inklusive. Zuletzt hatte das Unkelbach Gäste überrascht, weil Karten für die Party zu Weiberfastnacht 111 Euro gekostet hatten. Die Party zum 11.11. bleibt aber wieder preislich deutlich darunter. Ungefähr die Hälfte der Karten sei nach dem Sommer weg, sagt der Betreiber Alexander Manek. Viele würden bei der Hitze noch gar nicht an Karneval denken, das ändere sich aber, sobald das Wetter schlechter werde. Im Unkelbach gibt es wieder eine Karnevalsparty im Innenraum sowie im Biergarten. Es soll auch Livemusik von Künstlern geben, die unerwartet in der Menge der feiernden Jecken auftauchen werden, kündigt Manek an.
Anders als sonst hat sich das Gaffel am Dom dieses Jahr auch für den Vorverkauf entschieden. In den vorherigen Jahren gab es für das Brauhaus am Bahnhofsvorplatz noch eine Tageskasse. Man wolle ausprobieren, wie das läuft, erläutert eine Mitarbeiterin. Tickets sind aber noch da, wenn auch wenige. Vor allem während der vorherigen Wochen hat es laut der Mitarbeiterin einen Ansturm auf Tickets gegeben. Wer eins hat, kann sich im Gaffel am Dom auf ein Livekonzert von Druckluft und Lupo freuen, genauso wie auf – ausnahmsweise – gut gelaunte Köbesse und echte kölsche Party-Stimmung. Tickets ab 9.11 Uhr gibt es für 32,50 Euro, ab 16 Uhr für 17,50 Euro.
Auch für das Quater 1 sind noch Tickets zu haben. Wer eines ergattert, kann auf zwei Ebenen zu Karnevalssongs tanzen, die zwei Live-DJs auflegen. Für Jecken ohne Ticket stehen im Außenbereich ein Bier- und ein Imbisswagen. „Ein Großteil der Tickets geht meist bis September weg“, erklärt die Betreiberin Laura Bläsing. „Dann kommt nochmal ein Schwung.“ Bläsing sei aufgefallen, dass die Leute mittlerweile kurzfristiger kaufen. „Früher geschah das mehr im Voraus“, schildert sie. Die Party im Quater 1 beginnt um 10 Uhr, dauere meist bis 0 Uhr. Ein Ticket ist für 29 Euro zu haben. Ob es auch Tickets an einer Tageskasse geben wird, steht noch nicht fest. Der Veranstaltungsort befindet sich am Quartermarkt in der Altstadt-Nord.
Ticket oder doch spontan? Beim Zappes Süd ist beides möglich. Die Bar im Bürgerhaus Stollwerk bietet 70 Prozent ihrer Karten zum Vorverkauf an und 30 Prozent an der Abendkasse. Dadurch kann man sich am 11.11. noch kurz entschlossen Freunden anschließen, die Tickets im Vorverkauf erworben haben, erklärt der Betreiber Nico Benesch. Wer das tun möchte, hat noch ein wenig Zeit. „Der Vorverkauf beginnt erst Mitte September.“ Doch dann sollte man nicht zu lange warten. Nach ein paar Tagen seien erfahrungsgemäß alle Tickets ausverkauft. Das Zappes öffnet um 10 Uhr. Wie überall in der Stadt läuft dort tagsüber Karnevalsmusik. Ab 20 Uhr gibt es aber einen Mix mit anderen Stilen. „Einige Karnevalslieder wurden dann bereits viermal gehört“, so der Benesch.
Chlodwigeck und Kölschbar: Wo es ohne Ticket geht
Wer sich jetzt noch nicht festlegen möchte, wo er den Sessionsauftakt verbringt, findet im Chlodwigseck spontan eine Anlaufstelle. Hier gibt es keinen Ticketvorverkauf. Ein Mitarbeiter nennt einen einfachen Grund: Es laufe auch ohne. Das Kneipenurgestein am Severinswall in der Kölner Südstadt hält für alle die Türen offen. Schließlich befindet es sich in einem Veedel, in dem stets viele Jecken auf der Suche nach Kölsch sind. Wer es ins Chlodwigseck schaffen will, darf allerdings kein Morgenmuffel sein. Denn: „Schlangen gibt es ab halb 8 bis um die nächste Häuserecke“, sagt der Mitarbeiter. Um 10 vor 10 Uhr wird dann eröffnet und es kann mit dem Singen, Schunkeln und Tanzen begonnen werden.
Auch die Kölschbar hat sich gegen den Verkauf entschieden. „Sonst muss man erst einen Platz für die Leute freilassen, die ein Ticket gekauft haben, und Leute ohne Tickets müssen draußen warten“, sagt der Betreiber Dennis Busch. In der Kölschbar können dann alle spontan zu den Karnevalshits tanzen, je nachdem, ob noch Platz ist. Feiernde könnten sich auf einen Ort freuen, wo friedlich geschunkelt werden könne, egal, wer man ist, so Dennis Busch. Die Bar in der Lindenstraße am Rande des belgischen Viertels öffnet um 11 Uhr. Der Ansturm habe die letzten Jahre zugenommen, erzählt er. Da der 11.11. dieses Jahr auf einen Mittwoch fällt, müssten Partygäste aber nicht zwingend zwei Stunden früher da sein.

