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Smartphones, Plüschtiere, SchuheZollamt vernichtet 120.000 Plagiate

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Gefälschte Smartphones und Ladestationen.

  1. Das Hauptzollamt Köln hat seine Jahresbilanz für 2015 vorgestellt
  2. Seit die Dominikanische Republik als neues Ziel von Köln-Bonn aus angeflogen wird, stellen die Beamten immer mehr Korallen sicher, die unter Artenschutz stehen.
  3. Die Zöllner fanden auch Plüschtier-Plagiate, gefälschte Sportkleidung, Smartphones und Autoteile im Wert von mehr als drei Millionen Euro.

Köln – Kojotenfelle oder präparierte Schlangen haben die Zollbeamten am Flughafen Köln-Bonn schon oft aus dem Verkehr gezogen. Seit die Dominikanische Republik als neues Ziel von Köln-Bonn aus angeflogen wird, stellen die Beamten auch immer mehr Korallen sicher, die unter Artenschutz stehen.

Viele Urlauber kaufen sie als Souvenir, ohne sich Gedanken darüber zu machen, dass eine Einfuhr strengen Bestimmungen unterliegt.

Meist aus China und Hongkong

Das Hauptzollamt Köln stellte nun seine Jahresbilanz für 2015 vor. Die Zöllner beschlagnahmten neben Korallen auch jede Menge Plüschtier-Plagiate, gefälschte Sportkleidung, Smartphones und Autoteile im Wert von mehr als drei Millionen Euro.

Die meisten Fälschungen stammen aus China und Hongkong. In einem Schredder werden die Plagiate vernichtet – 120.000 wurden im vergangenen Jahr beschlagnahmt.

Sportschuh-Plagiate.

Insgesamt hat das Zollamt 2015 vier Milliarden Euro eingenommen. Begünstigt wird der Gewinn durch die Einfuhrumsatzsteuer (2,6 Milliarden Euro) und die an den Grenzen erhobenen Zölle (220 Millionen Euro) – das Geschäft läuft also quasi von selbst.

Ein ganzer Berg von beschlagnahmten Pokémon-Plüschtiere im Hauptzollamt in Wahn.

Bei der Bekämpfung von Schwarzarbeit gibt es eine Umorientierung in der Zollverwaltung. „Wir wollen weg von den sogenannten Massenzielen, also vielen kleinen Geschäftsüberprüfungen, und verlagern unseren Fokus auf die Bekämpfung der organisierten Kriminalität“, sagt Monika Lucht-Kirchner, Leiterin des Hauptzollamts. Die umfangreichen Ermittlungen, etwa in der Baubranche, binden viel Personal, „deshalb können die Zahlen nicht so sein wie 2014 – das ist aber gewollt“.

2014 wurden mehr als 4000 Ermittlungsverfahren eingeleitet, im vorigen Jahr 200 weniger. Im Mai 2015 wurden bei einer Razzia gegen Schwarzarbeit im Baugewerbe neun Männer in NRW und den Niederlanden festgenommen, die Strohmannfirmen betrieben und Bauarbeiterkolonnen illegal beschäftigten. Der Schaden liegt im zweistelligen Millionenbereich. Einer der mutmaßlichen Drahtzieher lebte in Köln. 

Gesundheitsgefahr durch Plagiate

Der Zoll warnt davor, im Ausland vermeintliche Markenprodukte zu niedrigen Preisen zu kaufen.

Gifte Farben, mangelnde Dämpfung bei Turnschuhen oder gepanschte Cremes können gesundheitsschädigend sein. Der Originalhersteller kann Schadensersatzforderungen stellen.  Auch bei Käufen im Internet ist Misstrauen angebracht: Stellt der Zoll Fälschungen im Postverkehr fest, wird die Ware beschlagnahmt.

Produktpiraten tragen kein unternehmerisches Risiko, sie stehlen die Idee und bauen Produkte nach. Betroffen sind fast alle Branchen,  von der  Auto-, Bekleidungs- und Musikindustrie bis hin zur Pharmawirtschaft.

Die Folge: Erhebliche Umsatzeinbußen bei den Originalherstellern und Risiken für Mensch und Umwelt – etwa bei Souvenirs, die aus geschützten Tieren oder Pflanzen hergestellt wurden.