Amphi-Festival in KölnSturmfreie Arena für die schwarze Szene

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Ruby, Cherry und Nancy aus Paris: „Das fünfte Element“ als Vorbild.

Ruby, Cherry und Nancy aus Paris: „Das fünfte Element“ als Vorbild.

Köln – Dunkel, dunkler, Amphi-Festival – Farbtupfer waren die Ausnahme beim Treffen der schwarzen Szene. Jeweils rund 16 000 Fans unterschiedlicher Couleur, von Gothic über Dark Wave bis Cyberpunk, trafen sich am Wochenende auf dem Areal um die Lanxess-Arena und natürlich in Deutschlands größter Veranstaltungshalle selbst.

Von Aeon Sable bis Zeraphine reichte die Liste der Bands. Sphärische Elektronik-Klänge wechselten mit hämmernden Rock-Rhythmen oder mit „Tanzmusik für Roboter“, wie die „Band Welle:Erdball“ ihren Stil beschreibt.

Das Musikprogramm verstanden viele Besucher allerdings eher als Untermalung für den eigenen Auftritt. Die Zwillinge Nancy und Ruby mit Freundin Cherry, Kunst-Studenten aus Paris, die ihr Outfit am Film „Das fünfte Element“ anlehnten, fielen wegen ihrer farbig leuchtenden LED-Lämpchen im Kopfschmuck auf. Unter knappen Lederkostümen zeigten Nancy und Ruby extrem viel Haut. „Immer machen wir das auch nicht. Wir ändern unseren Style in jedem Jahr“, erklärte Nancy.

Nach der Premiere in einem Amphitheater in Gelsenkirchen – daher rührt der Name des Festivals – und neun Jahren am Kölner Tanzbrunnen sollte der Umzug zur Lanxess-Arena die Veranstaltung auf ein höheres Level heben. Wegen Sturmtief „Zeljko“ fand das Open Air am ersten Tag aber nicht statt. Den enttäuschten Fans sagten die Veranstalter: „Wären wir noch am Tanzbrunnen, hätten wir das Festival wegen der Sturmwarnung komplett absagen müssen.“ Das verstanden die meisten Besucher und nutzten für das Sehen-und-Gesehen werden den Gang um den Arena-Innenraum. Am Sonntag genossen die Besucher dann den wieder offenen Außenbereich umso intensiver.

„Ein Dark-FestivaI in dieser Größenordnung gibt es bei uns nicht“, sagt Sooz aus Exeter in Südengland, ihr edler Kopfschmuck aus Widderhörnern war eine Eigenkreation. Schon zum zweiten Mal hat sie mit ihren Freunden Carina, Jay und Freya den weiten Anfahrtsweg auf sich genommen.

Die Kölnerin Dagmar zeigte sich mit selbst kreierter Kopfbedeckung aus Tüll und Glasperlen. Ihre Stimmung hielt sich in Grenzen: „Eine Atmosphäre zwischen Flughafenhalle und Eishockey. Das passt überhaupt nicht zur Szene“, sagt die 35-Jährige. Sie trauert dem Tanzbrunnen nach. Die Rückkehr der Schwarzen Szene dorthin ist aber definitiv ausgeschlossen, weil das mitgenutzte Staatenhaus nicht mehr zu Verfügung steht.

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