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Sparkasse Köln-BonnZwei Bücher über 200 Jahre Bankgeschichte

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Der Greven Verlag stellt bei einer Buchvorstellung neue Werke zur Geschichte der Sparkasse Köln-Bonn. Hier die Autoren Eliana Berger und Jörg Lichter.

Der Greven Verlag stellt bei einer Buchvorstellung neue Werke zur Geschichte der Sparkasse Köln-Bonn. Hier die Autoren Eliana Berger und Jörg Lichter. 

Journalistin Eliana Berger und Historiker Jörg Lichter beleuchten ganz unterschiedlich die bewegte Geschichte der Sparkasse Köln-Bonn und ihrer Vorläufer. Besonderes  Augenmerk wurde auf die Geschehniss der Bank in der NS-Zeit gelegt.

Die Sparkasse Köln-Bonn hat am Donnerstagabend zwei Bücher zu ihrer 200-jährigen Geschichte vorgestellt, die im Greven-Verlag erschienen sind: „Geld für alle“ von Jörg Lichter und „Alle sparen mit“ von Eliana Berger.

„Die Neuerscheinungen bieten erstmals eine umfassende, wissenschaftlich fundierte Aufarbeitung der Unternehmensgeschichte und zeichnen zugleich ein lebendiges Panorama von Menschen, Ideen und Umbrüchen“, sagte der Vorstandsvorsitzende der öffentlich-rechtlichen Bank, Ulrich Voigt, im Komed im Kölner Mediapark. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Historie sei ein zentraler Bestandteil des Jubiläumsjahres.

Mit „Geld für alle – 200 Jahre Sparkasse Köln-Bonn“ stellte Lichter, Historiker und Direktor des Handelsblatt Research Institute, die erste umfassende wissenschaftliche Unternehmensgeschichte der Sparkasse Köln-Bonn und ihrer Vorgängerinstitute vor. Das Buch ordnet die Entwicklung in wirtschafts‑, sozial‑ und zeitgeschichtliche Zusammenhänge ein, von den Anfängen im 19. Jahrhundert über Industrialisierung, Weltkriege und Währungsreformen bis in die Gegenwart.

Start in Köln als Armenkasse

Die Stadtsparkasse Köln, als ältester Vorläufer der heutigen Bank 1826 gegründet, war eine  Sozialeinrichtung der Stadt Köln. Sie ist aus dem Leihhaus der Armenverwaltung des Kölner Minoritenklosters hervorgegangen. Am 1. Januar 1826 wurde sie als „Sparkasse zu Köln“ aus der Armenverwaltung herausgelöst und zur selbstständigen Anstalt.

Am Ende des ersten Geschäftsjahres gab es 87 Sparer mit 4800 Mark Einlagen. Sie war damals ein „moralisches Institut“, eine Einrichtung vorbeugender Sozial- und Armenpolitik der städtischen Armenverwaltung und sollte die „kleinen Leute“ vor Zinswucher schützen, sie zu Ersparnissen anreizen und den Willen zur Selbsthilfe und Vorsorge fördern.

NS-Geschichte aufgearbeitet

„Mein Auftrag als Historiker war von Anfang an klar: die Geschichte der Sparkasse Köln-Bonn und ihrer Vorgängerinstitute historisch einzuordnen. Dazu gehörten auch die kritische Analyse und Auseinandersetzung mit ihrer Rolle im Nationalsozialismus. Dass ich in dieser Zeit auf unbequeme Informationen stoßen würde, war der Sparkasse Köln-Bonn klar“, sagte Lichter. Das Buch ist viel mehr als eine Firmenchronik, spannend für alle, die wissen wollen, was Sparkassenbilanzen mit Regionalgeschichte zu tun haben. 

Einen ergänzenden, kürzeren und bildreichen Zugang zur Sparkassengeschichte wählte Eliana Berger in ihrem Buch „Alle sparen mit – 200 Jahre Sparkasse Köln-Bonn“. Darin erzählt die frühere Redakteurin des „Kölner Stadt-Anzeiger“ und heutige Autorin der „Zeit“ die Geschichte der Sparkasse anhand von Menschen, Bildern und biografischen Momenten.

Historische Forschung hat die Autorin so erzählt, dass sie jeder verstehen kann. Fotografien, zeitgenössische Quellen und Einblicke in den Alltag zeigen, wie stark Institutsgeschichte und Stadt‑ sowie Gesellschaftsgeschichte miteinander verwoben sind.

„Mein Buch zeigt, wie eng die Entwicklung der Sparkasse Köln-Bonn mit dem Alltag und den Umbrüchen in Köln und Bonn verbunden war – mit Licht und Schattenseiten“, sagte Berger. Beide Bücher sind nun im Handel erhältlich, Lichters dicker Wälzer für 40 Euro, das 140-Seiten-Buch von Eliana Berger für 18 Euro.