Bis September folgen viele kostenlose Veranstaltungen in der ganzen Stadt.
Im Mediapark„Sommer Köln“ startet mit spektakulärer Akrobatik

17.07.2026 Köln. Die Eventserie „Sommer Köln“ feiert ihren Auftakt mit der Premiere der Tanz-Zirkus-Performance „WILD“ im Mediapark. Foto: Alexander Schwaiger
Copyright: Alexander Schwaiger
Pünktlich zum Sommerferienbeginn wird Köln zur Bühne: Mit einer akrobatischen Tanzperformance startete am Freitag im Mediapark die diesjährige Ausgabe der Veranstaltungsreihe „Sommer Köln“. Von Juli bis September bietet diese ein buntes Programm von Theater bis Tanz – und das alles kostenlos und ohne Anmeldung.
Tanz- und Zirkuskompanie eröffnet „Sommer Köln“
Ein Raunen ging durch die Reihen, als eine Tänzerin der britischen Tanz- und Zirkuskompanie Motionhouse plötzlich hoch oben über dem Mediapark auf der höchsten Stange eines Gerüsts stand und den Blick für einen kurzen Moment über die Menge schweifen ließ. Wer blinzelte, verpasste es, denn bereits mit dem nächsten Beat der Musik ließ sie sich in die Arme ihres Partners am Boden fallen, bevor dieser sie fast schwerelos anmutend zur nächsten Stange warf, um die sie sich im Hüftumschwung drehte und zum übernächsten Beat schon wieder auf dem Boden stand. „WILD“ nennt sich die spektakuläre Performance.
Bereits seit 1989 organisiert die Stiftung Kultur der Sparkasse KölnBonn in Zusammenarbeit mit der Stadt Köln und zahlreichen Partnern die Veranstaltungsreihe als Angebot für die Bewohner der Stadt. „Ursprünglich war der Gedanke, ein Angebot für Kölnerinnen und Kölner zu schaffen, die nicht in den Urlaub fahren“, sagt Projektleiterin Tanja Brunner. Nach dem Motto „einfach mal gucken, spontan hingehen“ wolle man ein großes Programm schaffen, das möglichst viele Menschen anspricht und erreicht. In diesem Jahr bietet „Sommer Köln“ 47 Veranstaltungen an zwölf Orten, die sich fast genau aufteilen auf beide Rheinseiten.
Viele Verastaltungsorte in ganz Köln
Größtenteils finden die Angebote draußen statt, immer ist der Eintritt frei. Diese Dezentralität, also die Verteilung der Angebote über den gesamten Stadtraum, gehöre einfach dazu, erzählt Christian Hillen, Leiter der Abteilung Stadtgesellschaft, Events und Medien der Stadt Köln: „Wir haben so viele Veranstaltungsorte in ganz Köln, um den Besuch der Veranstaltungen möglichst niederschwellig zu ermöglichen.“
Bei der Performance von Motionhouse waren zumindest alle Plätze besetzt, Kurzentschlossene, die von Musik und Applaus angelockt wurden, kamen regelmäßig dazu. Der Mediapark füllte sich. „Es ist gute Tradition, den Sommer Köln mit einem international renommierten Gastspiel zu beginnen. Motionhouse war gerade noch in Hongkong und jetzt sind sie bei uns“, erzählt Nicole Ruppert, die sich um das Projektmanagement kümmert. Für Daniel Connor, Co-Director von Motionhouse, ist es eine Premiere in Köln: „Wir waren noch nie in Köln, aber es ist wirklich schön hier und wir fühlen uns total willkommen.“
Einzelperformances der Tänzer als Gesamtkunstwerk.
Die Performance „WILD“ beschreibt er als „Stück, das Fragen aufwerfen soll“. Die Tänzerinnen und Tänzer tanzen 45 Minuten ohne Pause und jede Bewegung sei auf den Takt abgestimmt. Dabei gehe es nicht um die Präzision einzelner Kunststücke, sondern vielmehr um das Konzept und die Geschichte dahinter, die sich aus der Gesamtheit der einzelnen Kunststücke ergebe. Die Präzision zum Takt war während des Auftritts spürbar: Immer wieder verschmolzen die Einzelperformances der Tänzer zum Gesamtkunstwerk.
Zwischen urbanen Szenen inklusive Aktentasche und Handyklingeln schwangen sie sich immer wieder in animalisch anmutenden Kunststücken durch den Wald aus schwankenden Stangen. Nach einer Weile wirkt es, als habe jede einzelne Stange eine spezifische Funktion für die Tanzgruppe.
