Stefan Schneider arbeitet mit den deutschen Astronauten zusammen. Am 22. Januar 2026 spricht er im Domforum darüber, warum Sport wichtig ist und niemand supersportlich sein muss.
Wissenschaftler im DomforumWarum Sport glücklich macht und wie sich gute Vorsätze einhalten lassen

Stefan Schneider forscht unter anderem im Auftrag der Europäischem Raumfahrtagentur ESA. Über sein Buch „111 sportliche Impulse, die schlau & glücklich machen“ spricht er am 22. Januar 2026 im Domforum.
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„Wer versteht, warum Sport gesund und zufrieden macht“, sagt Stefan Schneider, „dem fällt es leichter, sich regelmäßig zu bewegen.“ Und zum Beispiel seinen Vorsatz, im neuen Jahr endlich mehr Sport zu machen, auch bis zum Jahresende einzuhalten. Und wenn sich Routinen erst einmal eingeschliffen haben, auch darüber hinaus.
Schneider ist promovierter Theologe und Sportwissenschaftler, sein Team vom Institut für Bewegungs- und Neurowissenschaft der Sporthochschule Köln liefert die wissenschaftlichen Grundlagen für das Trainingsprogramm der europäischen Astronauten um die Deutschen Alexander Gerst und Matthias Maurer. Schneider forscht auf vier Kontinenten zum Einfluss von extremen Umweltbedingungen auf Körper und Psyche.
Die Corona-Pandemie hat eindrücklich gezeigt, wie wichtig es ist, wissenschaftliche Erkenntnisse anschaulich zu erklären
Sein gesammeltes Wissen der vergangenen Jahrzehnte hat der 53-Jährige in einem lesenswerten Buch zusammengefasst: „111 sportliche Impulse, die schlau & glücklich machen“ (Emons) ist kein Ratgeber im herkömmlichen Sinne. Schneider, der als Artist und Comedian auf unzähligen Bühnen gestanden hat, ist heute bemüht, Wissenschaft zugänglich zu machen und allgemein verständlich zu kommunizieren. In seinen sogenannten „Science Slams“ geht er zum Beispiel der Frage nach, ob Jesus Christus wohl dement geworden wäre, und erklärt, warum sich das Bild vom Körper im Alten Testament weitgehend mit jenem der heutigen Wissenschaft deckt. Oder wie das Gehirn mithilfe von Sport wachsen kann. „Die Corona-Pandemie hat eindrücklich gezeigt, wie wichtig es ist, wissenschaftliche Erkenntnisse anschaulich zu erklären“, sagt er. In Zeiten einer Demokratie-Krise und grassierender Falschinformationen sei es „für die Wissenschaft wichtiger denn je, sich so zu vermitteln, dass es möglichst alle verstehen können“.
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Am Donnerstag, 22. Januar 2025, 19.30 Uhr, spricht Stefan Schneider mit Uli Kreikebaum, Redakteur des „Kölner Stadt-Anzeiger“, im Domforum (Domkloster 3, am Roncalliplatz) unter anderem darüber, warum Sport schulische Leistungen fördert, Stress abbaut, vor Gedächtnisverlust und sozialer Isolation schützt und sogar Seelsorge sein kann. Es geht auch um den Sinn von mehr Fahrradwegen in Köln, Fitnessgeräten auf Kinderspielplätzen, um Sportler als Vorbilder, den Sinn und Unsinn von Hochleistungssport und die Kölner Olympiabewerbung. Thema ist auch das internationale Verbundprojekt Denksport, das Menschen mit abnehmenden kognitiven Fähigkeiten nachweislich hilft, geistig agil zu bleiben.
„Ich konnte selbst nie eine Sportart richtig gut, war in allem etwa gleich schlecht – und muss mich zur Bewegung auch eher überwinden“, sagt Stefan Schneider. „Aber ich mache es, weil ich weiß, dass es mir danach besser geht.“ Den moralischen Zeigefinger erheben möchte er dabei nicht, niemand müsse supersportlich sein. „Aber bei der Beantwortung der Frage: Wie geht es mir gut und wie werde ich gesünder alt, kann Sport einfach sehr gute Antworten geben“, sagt der Kölner Wissenschaftler. Neben den Faktoren Gesundheit und Wohlbefinden sprächen auch andere Werte für den Sport: „Sportler sind zielstrebige Menschen, sie wissen, dass Erfolge auf Ausdauer, Fleiß und Disziplin beruhen, sie sind Teamplayer und haben gelernt, auch einmal zu verlieren – wieder aufzustehen und es nochmal zu versuchen. Alles Eigenschaften, die in der modernen Arbeitswelt extrem gefragt sind. Im Sport lernen Kinder und Jugendliche, dass niemand immer gewinnen kann, Verantwortung zu übernehmen und sie gewinnen Vertrauen – in ihren Körper und in Gemeinschaften.“ Viele gute Gründe, um auch am Ende des Jahres 2026 noch regelmäßig Sport zu machen.
Tickets für die Veranstaltung des „Kölner Stadt-Anzeiger“ gibt es auf der Plattform rausgegangen.de/cologne.

