Yurii und Yevhen, die wie durch ein Wunder überlebten, machen in Köln große Fortschritte. Und haben Sehnsucht nach ihrer Heimat.
Vier Jahre Ukraine-KriegSchwerst verbrannten Kindern geht es nach mehr als 60 Operationen besser

Yurii und Yevhen aus der Ukraine wurden durch eine Explosion einer Ölpipeline schwerst verbrannt. In Köln sind sie gerettet worden.
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Im Sommer wollen Yurii und Yevhen mit ihren Eltern in ihr Heimatdorf in der Ukraine fahren. In Strymba, umgeben von Wald und Bergen im Osten der Karpaten, haben sie gelebt, bis am 30. September die Pipeline einer Raffinerie in der Nähe ihres Dorfes explodierte. Yurii und Yevhen, beste Freunde, damals zehn und zwölf Jahre alt, fingen Feuer. Bei Yurii verbrannten 80 Prozent der Haut, bei Yevhen 90. Sie wurden nach Deutschland ausgeflogen und kamen nach Köln, weil es in der Amsterdamer Straße ein Zentrum für schwerstbrandverletzte Kinder gibt, das zu den besten in Deutschland zählt.
Es war unwahrscheinlich, dass sie überleben, aber dank der Hilfe von Ärzten, Pflegerinnen, Psychologinnen, Lehrerinnen, Logopäden, Physiotherapeuten und der Stadt Köln haben sie es geschafft. Der „Kölner Stadt-Anzeiger“ hat im vergangenen Sommer in einem Dossier über die Geschichte der Kinder berichtet. Seitdem sind die Jungs viele weitere Male operiert worden. Yuriis rechte Hand ist fixiert worden, er musste jeden Tag selbst an einer Schraube drehen, das habe sehr wehgetan, sagt er. Im Mai wird er an der linken Hand operiert. Yevhen ist dreimal an beiden Händen operiert worden, dazu kamen wie bei Yurii kleine Operationen, um die Narben besser verheilen zu lassen.
„Insgesamt geht es Yurii viel besser als im Sommer“, sagt Uliana Dzebchuk, Yuriis Mutter. „Er ist viel beweglicher geworden, dank der Ergotherapie und Physiotherapie. Wir sind dankbar, dass wir all die Hilfen bekommen.“ Wie Yevhen, der inzwischen auch in den Fußballverein geht, spielt Yurii in jeder freien Minute Fußball, in der Nähe der Flüchtlingsunterkunft in Longerich ist ein Bolzplatz. „Natürlich will er weiter Fußballprofi werden“, sagt die Mutter. „Aber wir sind vor allem sehr froh, dass es ihm gut geht.“ Yurii spricht inzwischen sehr gut Deutsch, genau wie Yevhen, auch sein Vater hat angefangen, Deutsch zu lernen. Und er hat einen kleinen Bruder bekommen.
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So hoffnungsvoll die Nachrichten für die Familie sind, so düster sind die Neuigkeiten aus der Ukraine: „Es gibt jeden Tag Luftalarm, viele Männer aus unserem Freundeskreis sind an der Front oder gefallen“, sagt Uliana Dzebchuk. „Es ist schrecklich, dass nach vier Jahren Krieg immer noch kein Frieden in Sicht ist.“

Die Mütter mit ihren Kindern im vergangenen Sommer
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„Yevhen vermisst die Ukraine sehr“, sagt Lesia Hryha. Auch ihrem Sohn gehe es besser, das sei schön. Zum Geburtstag hat Yevhen von seiner Oma ein rotes Fußballtrikot seiner Lieblingsmannschaft aus der Ukraine geschickt bekommen, in der Schule laufe es gut, sein Deutsch werde immer besser, die Lehrer loben ihn. „Wir freuen uns sehr, wenn wir im Sommer in die Ukraine fahren können, um unsere Verwandten zu besuchen“, sagt Lesia Hryha. Sicher ist das indes noch nicht.
Wir danken auch Gott, dass unsere Kinder leben
Besonders wichtig ist den Familien von Yurii und Yevhen, Danke zu sagen. Sie tun das immer wieder, wenn man sie nach ihrem Leben fragt. Ohne die Ärzte, Pflegerinnen, Lehrerinnen, Logopäden, Physiotherapeuten würden Yurii und Yevhen heute nicht mehr leben, sagen sie. Dankbar sind sie auch dem ukrainischen Priester Hennadij Aronovych, der die Familie seelsorgerisch betreut. Beide Familien sind tiefgläubig – sie haben seit der Katastrophe, bei der zwei Erwachsene starben, fortwährend gebetet. Eigentlich war für dieses Frühjahr eine Audienz der Familien beim Papst geplant. Die Geburt von Yuriis Bruder kam dazwischen. Sie soll nachgeholt werden. „Wir danken auch Gott, dass unsere Kinder leben“, sagen die Eltern.

