Heute können Pendler zumindest noch die Busse nutzen. Mittwoch fahren nur noch die Subunternehmer mit ihren Bussenund Donnerstag steht wieder alles still.
Warnstreik im NahverkehrNur die Rolltreppen streiken häufiger


Drei Tage lang ohne KVB: Von Dienstag bis Donnerstag fahren in Köln mal wieder keine Stadtbahnen. Verdi ruft verschiedene Abteilungen zum Streik auf. Foto: Alexander Schwaiger
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Hat sich Verdi NRW beim Kampf um bessere Arbeitsbedingungen für die Beschäftigen bei den kommunalen Verkehrsbetrieben schon mal die Frage gestellt, wie es um die Arbeitsbedingungen derer steht, die von heute bis Donnerstag schon zum wiederholten Male vor dem Problem stehen, wie sie an ihren Arbeitsplatz kommen?
Denn jetzt wird’s nickelig. In Köln streiken heute die Stadtbahnfahrerinnen und Fahrer, am Mittwoch folgen die Mitarbeitenden der Werkstätten. Mit der Folge, dass auch Mittwoch zwar Straßenbahnen fahren könnten – aber nur so lange, bis eine mit einem Defekt liegenbleibt und nicht abgeschleppt werden kann. Das Risiko will die KVB nicht eingehen.
Nur die Busfahrerinnen und Busfahrer müssen am Mittwoch diesmal am Lenkrad hocken, weil die Gewerkschaft nicht dauernd daran erinnert werden will, dass es immer mehr Subunternehmer gibt, die von den Streiks nicht profitieren, obwohl sie den gleichen Job verrichten, aber schlechter bezahlt werden. Einen defekten KVB-Bus kann auch ein Subunternehmer abschleppen.
Am Donnerstag streikt dann wieder der gesamte Betrieb einschließlich vieler Fahrkartenautomaten und Rolltreppen, die immer wieder mal streiken, ohne von Verdi dazu aufgerufen zu sein. Da können wir schon froh sein, dass es keine Schaffner und Weichenwärter mehr gibt. Ein Wunder, dass die Leitstelle der KVB nicht auch in den Ausstand einbezogen wird.
Ein Arbeitskampf mit Nickeligkeiten
Und warum das alles? Weil die kommunalen Arbeitgeber sich nicht bewegen und die Gewerkschaft nicht einsehen will, dass ihre Forderung nach besseren Arbeitsbedingungen auch nichts anderes als eine versteckte Lohnerhöhung ist. Den Verkehrsbetrieben kommt dieser Streik bei den gestiegenen Energiepreisen nicht ungelegen, weil die Einnahmen weiter fließen.
Schließlich fahren 90 Prozent der Bahnnutzer mit dem Deutschland- oder einem anderen Abo-Ticket, das sie ohne Gegenleistung weiterzahlen, während sie an der Zapfsäule bluten müssen.
Nicht ausgeschlossen, dass sich dieses Ritual vor der dritten Verhandlungsrunde am 24. März wiederholt. Und zwar so lange, bis beide Seiten übereinkommen, dass sich die Wochenarbeitszeit von derzeit 39 auch auf 38 statt der geforderten 37 bei vollem Lohnausgleich verkürzen lässt und die Ruhezeit zwischen zwei Schichten statt von 10 auf 11 auch auf 10,5 Stunden erhöht werden könnte. Nach dem ähnlichen Muster könnte man auch bei den Sonntagszuschlägen verfahren. Am Ende zahlen das die Fahrgäste, deren Deutschlandticket 2027 statt sagen wir mal geplanten 66 dann 67 Euro kosten wird. Diesen Euro pro Monat mehr zahle ich gern. Hauptsache, Busse und Bahnen fahren wieder.


