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Rückkehr zum regulären SteuersatzSpritpreise in Köln steigen um 12 Uhr deutlich an

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Nach 12 Uhr: Super kostet 2,19 Euro, zuvor waren es noch 2,01 Euro.

Nach 12 Uhr: Super kostet 2,19 Euro, zuvor waren es noch 2,01 Euro.

Wir haben vor und nach der Preisumstellung an Kölner Tankstellen nachgefragt.

Am Mittwochmittag endete der Tankrabatt in Deutschland. Auch an zahlreichen Kölner Tankstellen stiegen die Kraftstoffpreise deshalb um 12 Uhr deutlich an. Der erwartete Ansturm auf die Zapfsäulen blieb aber weitgehend aus, obwohl sich die Preise tatsächlich wesentlich veränderten. An der Tankstelle an der Riehler Straße zum Beispiel verteuerte sich Super-Benzin kurz nach 12 Uhr um 18 Cent pro Liter.

Trotz der angekündigten Preisanpassung blieb der Betrieb an der Tankstelle kurz vor der Umstellung überschaubar. Eine junge Autofahrerin erzählte, dass ihre Mutter ihr geraten habe, noch am Mittwoch zu tanken. Von der konkreten Erhöhung um 12 Uhr wusste weder sie noch ihre Mutter. Zufällig erreichte sie die Zapfsäule noch vor der Preisänderung. Die junge Frau nutzt aus Kostengründen ausschließlich das Auto ihrer Eltern. Ein eigenes Auto und die laufenden Kosten etwa für das Tanken kann sie sich derzeit nicht leisten. 

Vielen war genauer Zeitpunkt der Preiserhöhung nicht bewusst

Auch eine weitere Autofahrerin steuerte die Tankstelle nicht gezielt vor der Preiserhöhung an. Sie kam direkt von der Arbeit und musste tanken. „Mein Tank war leer, was soll ich machen.“ Von der Preisanpassung um 12 Uhr hatte sie nichts gewusst, jedoch in diesem Fall Glück gehabt.

Wie deutlich sich die Erhöhung auswirkte, zeigte sich kurz nach der Umstellung: Der Fahrer eines SUV tankte für 143 Euro. Wenige Minuten zuvor wäre derselbe Tankvorgang noch günstiger gewesen.

Kaum Betrieb herrschte vor 12 Uhr an dieser Tankstelle.

Kaum Betrieb herrschte vor 12 Uhr an dieser Tankstelle.

Kurz nach 12 Uhr stellte Alec S. an der Tankstelle an der Liebigstraße in Ehrenfeld einen höheren Preis fest. Er habe zwar gewusst, dass die Kraftstoffpreise in den kommenden Tagen steigen würden, sei aber davon ausgegangen, dass dies erst später geschehe. Dass die Erhöhung bereits um Punkt 12 Uhr in Kraft trat, hat ihn laut eigenen Angaben überrascht. Da er täglich rund 15 Kilometer mit dem Auto zur Arbeit pendelt, macht sich der Preisanstieg für ihn unmittelbar bemerkbar.

An der Tankstelle an Friedrich-Karl-Straße war nach 12 Uhr kaum Betrieb. Ob das an der Preisumstellung lag oder ob die Kunden schon am Vormittag getankt haben, bleibt offen. 

Möglicherweise haben viele Kölnerinnen und Kölner auch schon am Dienstag getankt, um die vermeintlich niedrigen Preise noch mitzunehmen. An diesem Tag war einigen Tankstellen sogar der Kraftstoff ausgegangen.

Bundesweit sind die Spritpreise mit dem Ende des Tankrabatts stark gestiegen. Am Mittwochmorgen war Superbenzin der Sorte E10 um 13,4 Cent teurer als zur gleichen Zeit am Dienstag, wie der ADAC mitteilte. Bei Diesel fiel der Anstieg mit 15,6 Cent sogar noch stärker aus. 

Nach dem typischen Mittagssprung stiegen die Preise für E10 im bundesweiten Durchschnitt auf 2,15 Euro pro Liter an, bei Diesel auf 2,11 Euro. Der seit der Einführung der 12-Uhr-Regel typische Mittagssprung fiel allerdings etwas niedriger aus als in den Tagen zuvor. Das könnte ein Indiz für einen sich verlangsamenden Anstieg sein – angesichts der ungewöhnlichen Preisentwicklung am Dienstag ist die Aussagekraft des Vergleiches aber beschränkt. Bis 14 Uhr sanken die Preise bereits wieder, hielten sich aber zunächst über 2 Euro.

Rücknahme des Tankrabatts wurde schon vorher eingepreist

Der Steuerrabatt in Höhe von 16,7 Cent pro Liter auf Kraftstoff bei der Lieferung an die Tankstelle war um Mitternacht ausgelaufen. Zu dieser Zeit konnten die Tankstellen ihre Preise wegen der 12-Uhr-Regel nicht erhöhen. Offensichtlich lösten viele dieses Dilemma, indem sie die Preise nach einem kräftigen Mittagssprung am Dienstag nicht wie üblich zügig und stark senkten, sondern nur in geringem Umfang. Die Preiserhöhung wurde letztlich durch das Ausbleiben von Preissenkungen umgesetzt. Die 12-Uhr-Regel besagt, dass Tankstellen nur noch einmal am Tag – um 12 Uhr – die Preise erhöhen dürfen.

Die Rücknahme des Tankrabatts sei damit ungerechtfertigt vorweggenommen worden, heißt es vom ADAC. Dieses Vorgehen sei fragwürdig, „denn noch befindet sich vielerorts günstiger versteuerter Kraftstoff in den Tanks der Tankstellen“. Daher hätten die Preise nicht schon am letzten Junitag so deutlich steigen dürfen.

Nun dürften die Preise nicht noch weiter angehoben werden, heißt es vom Verkehrsclub. „Das Preisniveau bei beiden Sorten ist zumeist klar überhöht und der Tankrabatt wurde bereits vorzeitig von den Konzernen beendet. Eine erneute Verteuerung wäre damit nicht mehr gerechtfertigt.“

Tankrabatt kostete 1,6 Milliarden Euro

Auch der Vorsitzende der Monopolkommission, Tomaso Duso, kritisierte am Mittwoch, dass die Preise zu früh gestiegen seien. „Der Tankrabatt ist seit heute Nacht Geschichte – doch an den Zapfsäulen war das Ende längst eingepreist. In den vergangenen Tagen haben Mineralölunternehmen das absehbare Auslaufen des Rabatts offenbar genutzt, um ihre Margen gezielt auszuweiten.“

Der Tankrabatt galt vom 1. Mai bis 30. Juni. Der Staat ging in früheren Schätzungen von Steuermindereinnahmen von rund 1,6 Milliarden Euro aus. Im Juni hatte der Tankrabatt noch seine Wirkung entfaltet. Zusammen mit wieder sinkenden Ölpreisen sorgte das für den billigsten Tankmonat seit Ausbruch des Iran-Kriegs. Nach Daten des ADAC kostete ein Liter Super E10 im Monatsdurchschnitt 1,870 Euro. Das waren 11,3 Cent weniger als im Mai und 23,9 Cent weniger als im April, dem bisher teuersten Monat. (az, mit dpa)