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Prominente Gäste im WDRSchwarzer und Podolski sorgen beim „Kölner Treff“ für Gelächter

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Alice Schwarzer findet es nicht gut, dass Touristen für den Besuch des Kölner Doms bald Eintritt zahlen müssen. (Archivbild)

Alice Schwarzer findet es nicht gut, dass Touristen für den Besuch des Kölner Doms bald Eintritt zahlen müssen. (Archivbild)

Dass Touristen für den Dom zahlen sollen, findet Alice Schwarzer nicht gut. Lukas Podolski spricht derweil über das nahende Karriereende.

Alice Schwarzer findet Eintrittsgelder für den Kölner Dom nicht gut. „Ich finde es bedauerlich, dass man für den prächtigen Dom Eintritt zahlen soll“, sagte die in Köln lebende Frauenrechtlerin. „Er gehört uns allen.“ Nach ihrer Information sei die Kölner Diözese „auch die reichste der Welt“, fügte Schwarzer hinzu. Für sie selbst habe die Regelung keine Folgen. „Ich bin als Kölnerin Mitglied des Dombauvereins und muss gewiss nicht zahlen“, erklärte die Publizistin.

Für Mitglieder des Zentral-Dombau-Vereins, die mit ihren Mitgliedsbeiträgen ohnehin zum Erhalt des Doms beitragen, bleibt der Besuch der Kathedrale kostenfrei, ebenso wie für Gottesdienstbesucher und Betende. Nach Angaben von Dompropst Guido Assmann sind aber 99 Prozent der Besucher Touristen. Sie sollen ab Juli eine „Besichtigungsgebühr“ entrichten. 

Alice Schwarzer im „Kölner Treff“ zu Gast

Die Kölner Frauenrechtlerin war unterdessen am Freitagabend auch in der WDR-Talkshow „Kölner Treff“ zu Gast. Gerade ist ihr neues Buch erschienen – „Feminismus pur. 99 Worte“, heißt es – und wird von Schwarzer nun beworden. In der Talkshow blickte Schwarzer jedoch auch auf einen Mann zurück, der sie geprägt habe: ihr Großvater.

„Er hat mich gewickelt und ernährt, und ich kenne ihn als ganz liebenswürdigen, lustigen Menschen“, erinnerte sich Schwarzer. „Mein Großvater war völlig verrückt mit mir. Ich habe meine Großeltern Mama und Papa genannt. Aber die Mama war eigentlich mein Großvater.“ Erst später habe sie erkannt, dass Männer auch anders sein können. „Ich habe nie die Zeit gefunden, mich mit Macho-Männern aufzuhalten.“

„Wahnsinnig vielen Frauen und auch etlichen Männern Mut gemacht“

Im Hinblick auf Feminismus gebe es weiterhin viel zu tun, erklärte Schwarzer. In den vergangenen Jahren habe sich zwar viel geändert. Aber noch immer nicht genug, sagt Schwarzer. „Wir leben in einer Zeit des Fortschritts und des Rückschritts.“

Im „Kölner Treff“ sprach Lukas Podolski darüber, was nach dem Fußball kommen könnte.

Im „Kölner Treff“ sprach Lukas Podolski darüber, was nach dem Fußball kommen könnte.

Auf ihr Lebenswerk blickt die Kölnerin unterdessen mit Stolz zurück. „Ich glaube, ich habe wahnsinnig vielen Frauen und auch etlichen Männern Mut gemacht“, erklärte Schwarzer, die ihren Besuch im „Kölner Treff“ auch für einen humorvollen Dialog mit der Kölner Fußballlegende Lukas Podolski nutzte.

Alice Schwarzer glänzt mit Fachwissen über Lukas Podolski

Als WDR-Moderator Micky Beisenherz von Podolski wissen wollte, ob er einen Plan B gehabt habe, wenn es mit dem Fußball nicht klappe, glänzte die Feministin mit Fachwissen – zur Erheiterung von Podolski. „Da gab es nix. Das war damals einfach so im Leben. Das ist auf der Straße passiert und für mich gab’s nur den Fußball“, sagte der Fußballer zunächst. „Ich wollte da hin. Ich bin dran geblieben und ich habe Wege gefunden, nach oben zu kommen“, erklärte Podolski. 

Schwarzer hakte da noch einmal nach: „Bin ich falsch informiert? War nicht dein Vater Fußballer? Und deine Mutter Handballerin?“, fragte die Schriftstellerin und spielte so darauf an, dass Podolskis Weg quasi schon geebnet gewesen sei – der Fußballer gab Schwarzer schließlich recht. „Ja hallo“, kommentierte die Feministin.

Lukas Podolski scherzt mit Alice Schwarzer über Micky Beisenherz

Podolski nutzte das wiederum für einen Seitenhieb auf Beisenherz. „Besser informiert als …“, sagte die FC-Legende in Richtung des Moderators und reichte Schwarzer dabei freudig die Hand. Beisenherz trug es mit Fassung: „Das sind aber die meisten hier in der Runde, besser informiert als ich“, erklärte der Moderator. 

Der langjährige Spieler des 1. FC Köln sprach beim „Kölner Treff“ unterdessen auch über sein nahendes Karriereende. „Das ist schwierig, loszulassen. Und davor habe ich Angst: Dass irgendwann der Zeitpunkt kommt, wo das Thema Fußball weg ist, und dann muss ich schauen, was danach passiert“, räumte der 40-Jährige ein. (das/dpa)