Anfang der Woche ging die Meldung um die Welt, dass der im Himalaya lebende Großohr-Pfeifhase nicht mehr den Höhenrekord im Reich der Säugetiere hält. Angeblich wollen Forscher auf einem chilenischen Vulkan in 6739 Metern Höhe eine lebende Blattohrmaus gesichtet haben; der kletterfreudige Pfeifhase hatte lediglich auf 5182 Metern für die staunende Wissenschaft posiert.
Vermutlich haben die meisten von uns erstmals vom Großohr-Pfeifhasen gehört, also gerade zum Zeitpunkt seiner größten Niederlage als Spezies. Allein deswegen möchte man ihn in Herz und Arme schließen, zumal selbst das gemeine kölsche Grünflächenkaninchen über die Größe seiner Ohren nur müde lächeln kann.
Wie Forscher eben so sind, haben sie sich mit laienhaftem Mitleid nicht lange aufgehalten. Stattdessen widmen sie sich der Blattohrmaus, als wüsste nur diese, wie man als Säuger in lebensfeindlichen Höhen überlebt. Sie soll Auskunft über ihre extrem gute Sauerstoffaufnahme und das Vermeiden der Höhenkrankheit geben; einige der am Fund beteiligten Wissenschaftler hofften sogar darauf, vor Ort die mögliche Beschaffenheit der Marsoberfläche besser zu verstehen.
Ungeklärt bleibt weiterhin, wovon sich die Blattohrmaus auf dem Vulkan ernährt. Und wie sie auf derartige Höhen geklettert ist. Wir vermuten ganz im Sinne der Großohr-Pfeifhasen-Population: im Rucksack eines Wissenschaftlers.



